Trotz neuer EU-Richtlinie Große Onlinehändler setzen auf kostenlose Retouren

Kunden können ab Mitte Juni auf dem Porto für Rücksendungen von Onlinebestellungen sitzenbleiben. Dank einer neuen EU-Richtlinie dürfen die Händler die Kosten abwälzen. Große Anbieter wollen aber zunächst nicht die Verbraucher zur Kasse bitten.

Pakete in einer Zustellbasis bei DHL: Auf Kosten für Rücksendung achten
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Pakete in einer Zustellbasis bei DHL: Auf Kosten für Rücksendung achten


Berlin - Eine Auswahl Kleider oder Schuhe bestellen, zu Hause in Ruhe probieren und dann kostenlos zurückschicken, was nicht gefällt. Diese Möglichkeit des stressfreien Einkaufs nutzen viele Kunden von Onlinehändlern. Doch zumindest mit der kostenfreien Retoure könnte ab 13. Juni Schluss sein. Dann tritt die EU-Richtlinie über Verbraucherrechte in Kraft, die es Onlineversandhändlern erlaubt, das Porto für Rücksendungen auf den Kunden abzuwälzen.

Allerdings müssen die Unternehmen den Verbraucher im Voraus darüber informieren. Wirbt ein Unternehmen nicht ohnehin mit der kostenlosen Rücksendung, hilft im Zweifel ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Die großen Onlineversandhändler wollen aber laut einer Umfrage der "Bild"-Zeitung auch in Zukunft die Kosten für Rücksendungen übernehmen. Die Zeitung fragte bei den umsatzstärksten Internetkufhäusern nach. Amazon, Zalando, Otto, mytoys, C&A, H&M und Lidl erklärten demnach, dass die Retoure versandkostenfrei bleibe.

Einige Versandhäuser wollen demnach aber erst einmal abwarten, ob sich die kostenpflichtige Rücksendung durchsetzen könnte. Conrad Electronics etwa erklärte, sollten diese doch zum Standard werden, werde das Unternehmen die Situation überdenken.

Neben den Kosten für die Retoure betrifft die neue EU-Regelung auch das Widerrufsrecht. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Wie lange habe ich Zeit für die Retoure?

In allen 28 EU-Ländern gilt ab dem 13. Juni ein einheitliches 14-tägiges Widerrufsrecht beim Einkauf im Internet. Die Widerrufsfrist beginnt mit dem Tag, an dem der Kunde die Ware in Empfang nimmt, und beträgt 14 Kalendertage. In Deutschland gab es schon bisher das Recht, im Internet bestellte Ware binnen zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückzuschicken - das EU-Recht sah hier nur eine siebentägige Frist vor. Hat ein Verkäufer den Kunden nicht eindeutig auf das Widerrufsrecht hingewiesen, beträgt die Frist nicht 14 Tage, sondern ein Jahr.

Kann ich die Ware einfach zurückschicken?

Nein, die bloße Rücksendung der gekauften Ware genügt nicht mehr. Künftig muss der Widerruf ausdrücklich erklärt werden, und zwar am besten schriftlich, wie Dorothea Kesberger von der Verbraucherzentrale Berlin empfiehlt. "Das geht formlos, mit einem einfachen Satz." Darin sollten auch Kundennummer, Bestellnummer und Datum angegeben werden. Begründet werden muss der Widerruf nicht. Ein telefonischer Widerruf gilt laut Kesberger zwar auch, aber im Streitfall sei der Kunde mit der Schriftform "auf der sicheren Seite". Bei höheren Bestellsummen sei es ratsam, den Widerruf per Einschreiben zu schicken.

Für welche Geschäfte gilt das neue Widerrufsrecht?

Die Richtlinie gilt für Bestellungen im Internet, per Telefon und im klassischen Versandhandel, aber auch für Verkäufe an der Haustür, auf der Straße, bei Tupperware-Partys oder organisierten Kaffeefahrten. Außerdem gilt das Widerrufsrecht für Online-Auktionshäuser wie Ebay. Allerdings kann die Ware nur zurückgegeben werden, wenn sie von einem gewerblichen Händler bezogen wurde. Auch bei Verkäufen bei Vertreterbesuchen, zu denen der Verbraucher möglicherweise überredet wurde, gilt das Widerrufsrecht. Damit die Vorschriften nicht unterlaufen werden können, gibt es künftig keinen Unterschied mehr zwischen erbetenen und ungebetenen Besuchen.

mmq/AFP



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insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
nemensis_01 27.05.2014
1. Eine Belastung für eine Rücksendung
wäre ja auch sinnentleert. Zumindest bei mir würde so ein Verhalten mit der letzten Bestellung bei dem Händler einhergehen. Die sägen doch nicht den Ast ab, auf dem sie sitzen. Eher werden die Versanddienstleister gegängelt. Da wird sicher noch einmal neu verhandelt werden.
Magengeschür 27.05.2014
2. Was kann man tun gegen so was?
Zitat von sysopDPAKunden können ab Mitte Juni auf dem Porto für Rücksendungen von Online-Bestellungen sitzenbleiben. Dank einer neuen EU-Richtlinie dürfen die Händler die Kosten abwälzen. Große Anbieter wollen aber zunächst nicht die Verbraucher zur Kasse bitten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/retouren-und-widerruf-neue-eu-richtlinie-zum-online-versand-a-971941.html
Hat mal wieder eine Lobby der EU eine weitere verbraucherfeindliche Richtlinie eigehaucht. Aber sich über nach rechts rückende Wahlergebnisse echauffieren. Was sollen wird denn sonst tun gegen so etwas?
progez 27.05.2014
3. Nur Waren oder auch Versicherungen / andere Verträge?
Gilt das neue Recht ab dem 13.06 nur für den Verkauf bzw. deren Widerrufsfrist von Waren oder auch für Versicherungen und Telefonverträge / Verträge aller Art die im Internet abgeschlossen werden?
Willi Wacker 27.05.2014
4. Ihnen ist schon klar, dass
Zitat von nemensis_01wäre ja auch sinnentleert. Zumindest bei mir würde so ein Verhalten mit der letzten Bestellung bei dem Händler einhergehen. Die sägen doch nicht den Ast ab, auf dem sie sitzen. Eher werden die Versanddienstleister gegängelt. Da wird sicher noch einmal neu verhandelt werden.
Sie damit die kleinen "Tante-Emma"-Versender treffen? Die können den wirtschaftlichen Schaden nicht einfach auf Masse verteilen. Gefördert werden lediglich die ganz großen Haie wie Amazon oder Zalando. In zwei Jahren sind die Kleinen rausgekegelt, danach zieht auch bei den Monopolgrößen wieder betriebswirtschaftliches Denken ein.
Der Meyer Klaus 27.05.2014
5. optional
Komisch, bei Ware im Wert von unter 40 Euro fallen bei mir bei Amazon immer Portokosten bei einer Retoure an...
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