Von Ansgar Neisius
Was tun, wenn die Aktienmärkte rutschen und auch Staatsanleihen kein sicherer Hafen mehr sind? Seit Monaten schon flüchten viele Anleger in Sachwerte und Gold. So stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) seit Jahresbeginn von 1414,80 US-Dollar bis Anfang September auf ein neues Allzeithoch von 1921,15 Dollar. Da kommt der jüngste Rücksetzer auf 1730 Dollar so manchem Anleger gerade recht, um doch noch beim seit 2001 anhaltenden Aufwärtstrend dabei zu sein.
Zumal neue Rekordstände nur eine Frage der Zeit zu sein scheinen. Zu schlecht sind die Aussichten, dass sich die westlichen Industriestaaten im Handstreich von ihren Schuldenproblemen befreien. Wer es ein wenig riskanter mag, kann über Knock-out-Zertifikate an einer Fortsetzung der Preisrallye gehebelt teilhaben. Er geht aber auch das Risiko des Totalverlustes ein.
Bei Knock-out-Zertifikaten kommt es entscheidend auf die Höhe der sogenannten Stop-Loss-Schwelle an. Berührt der Goldpreis zu irgendeiner Zeit diese Barriere, wird das Zertifikat nahezu wertlos. Beim K.o.-Zertifikat Gold Wave Unlimited Call (WKN: DB7 NGW) der Deutschen Bank liegt sie bei rund 1.120 Dollar. Der Goldpreis müsste also vom derzeitigen Niveau um fast ein Drittel fallen, bevor der Totalverlust eintritt. Der Hebel des Zertifikats liegt bei 3. Steigt der Goldpreis um zehn Prozent, profitieren Anleger davon mit annähernd 30 Prozent.
Hebel-Tüpfelchen aus Schottland
Mehr Hebel geht natürlich auch, höhere Chancen bedeuten aber gleichzeitig höhere Risiken. Die Stop-Loss-Schwelle des Gold-Zertifikats Mini Gold der Royal Bank of Scotland (AA2 485) liegt bei 1.380 Dollar. Der Goldpreis darf maximal um knapp 15 Prozent (Stand: 26. September) fallen, bevor der Totalverlust eintritt. Dafür hat der Hebel den Faktor 5. "Wollen Anleger mit noch höheren Hebeln investieren, müssen sie schon viel Erfahrung haben und tagtäglich den Markt beobachten", urteilt Mathias Schölzel von der Zertifikate-Plattform X-markets der Deutschen Bank
. Anleger sollten sich jederzeit der hohen Chancen und Risiken bewusst sein.
Der Artikel stammt aus dem Magazin "Das Investment"
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