Absicherung für Angehörige Starke Preisunterschiede bei Risikolebensversicherungen

Wenn der Hauptverdiener plötzlich stirbt, droht Hinterbliebenen häufig der finanzielle Ruin. Schutz bietet eine Risikolebensversicherung. Einige Policen sind relativ günstig - zumindest für Nichtraucher.

Wind- und Kitesurfer auf dem Steinhuder Meer
DPA

Wind- und Kitesurfer auf dem Steinhuder Meer


Das Wort ist lang und sperrig: Risikolebensversicherung. Und beliebt ist das Finanzprodukt auch nicht gerade. Es findet sich nicht in der Rangliste der zehn häufigsten Versicherungen in Deutschland, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft vor einigen Monaten mitgeteilt hat.

Die Stiftung Warentest bricht nun eine Lanze für dieses Versicherungsprodukt. Die Verbraucherschützer haben für die aktuelle Ausgabe von "Finanztest" (hier der Link zur Stiftung Warentest) Angebote von 40 Versicherungsunternehmen untersucht und die günstigsten Anbieter ermittelt.

Nach Ansicht von "Finanztest" braucht jeder, der Angehörige finanziell absichern muss, diese Police. "Der Abschluss einer Risikolebensversicherung ist auch nicht nur für gefahrenträchtige Berufe wie Pilot, Dachdecker oder Feuerwehrmann sinnvoll", schreiben die Verbraucherschützer.

So wirkt sich Rauchen auf den Tarif aus

Der Schutz vor einem finanziellen Ruin der Hinterbliebenen kostet demnach nicht viel. Beispiel: Ein 35-jähriger Verwaltungsfachangestellter zahlt bei einer Versicherungssumme von 250.000 Euro und einem Abschluss auf 30 Jahre beim günstigsten Anbieter 210 Euro jährlich. Voraussetzung: Der Kunde raucht nicht (für Raucher kostet der gleiche Tarif knapp 600 Euro).

Gesiegt hat in dieser Beispiel-Untersuchung der Anbieter Europa, der Tarif heißt: E-RL. Der zweitgünstige Tarif für Nichtraucher kommt vom selben Anbieter, heißt E-RL (Standard) und kostet 241 Euro. Dahinter folgen die Hannoversche mit T1N10 (Klassik) und DLVAG mit Lou (DL), die jeweils 310 Euro kosten.

Nachversicherungsgarantie - eine sinnvolle Sache

Ein Preisvergleich lohnt sich. Der teuerste Anbieter verlangt für diesen Modellkunden 1042 Euro pro Jahr - also rund fünf Mal so viel wie der günstigste. Wie die Stiftung Warentest betont, bieten teure Verträge keine entscheidenden Vorteile. "Der Preis ist das Hauptkriterium bei der Auswahl", schreiben die Verbraucherschützer.

Wichtig sei aber die Wahl der passenden Versicherungssumme. Faustregel sei, dass die Versicherungssumme das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens betragen sollte. Ebenso ist die Laufzeit ein wichtiges Kriterium. In der Regel, so "Finanztest", reichen 15, 20 oder 25 Jahre - so lange etwa, bis die Kinder finanziell auf eigenen Beinen stehen. Sinnvoll sei auch eine Nachversicherungsgarantie. Das sichert dem Kunden das Recht zu, noch Jahre nach Vertragsschluss ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherungssumme erhöhen zu können.

Welche Policen braucht wirklich jeder? Und welche sind nur in bestimmten Fällen nötig? Das zeigt diese Übersicht.

man



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Lagrange 16.05.2017
1. Schaden oder Leben?
Auf den aus meiner Sicht wichtigsten Punkt geht der Artikle mit keinem Wort ein - Schade! Soll man eine Police bei einem Lebensversicherer (konstante Prämie über die Laufzeit) oder bei einem Schadensversicherer (Prämie steigt jährlich gemäß dem Todesfallrisiko an). Aus meiner Sicht ist letzteres auf Grund der Niedrigzinsphase sinnvoller. Hätte allerdings gerne nochmal eine zweite Meinung gehört :(
gammoncrack 16.05.2017
2. Wie soll das gehen?
Zitat von LagrangeAuf den aus meiner Sicht wichtigsten Punkt geht der Artikle mit keinem Wort ein - Schade! Soll man eine Police bei einem Lebensversicherer (konstante Prämie über die Laufzeit) oder bei einem Schadensversicherer (Prämie steigt jährlich gemäß dem Todesfallrisiko an). Aus meiner Sicht ist letzteres auf Grund der Niedrigzinsphase sinnvoller. Hätte allerdings gerne nochmal eine zweite Meinung gehört :(
Ein Schadenversicherer (Sie meinen wahrscheinlich einen Sachversicherer) darf überhaupt keine Lebensversicherung anbieten. Außerdem wäre es mir neu, wenn es Risikolebensversicherungen geben sollte, bei der der Beitrag jährlich aufgrund des steigenden Todesfallrisikos steigt, geben sollte. Das macht doch keinen Sinn. Dynamik bringt doch nur etwas bei klassischen Lebensversicherungen.
_hal_ 16.05.2017
3. Click bait
Eine Auflistung anhand der Preise kann sich heutzutage jeder selbst erstellen, dazu braucht man keinen "Tester" und keinen solchen "Artikel". Interessant wären darüber hinaus gehende Informationen wie z.B. zu Anfechtungsquoten, Stabilität der Versicherer etc... Oder zur Frage wie die Tester zu zusätzlichen Features stehen, wie etwa Teilauszahlung bei Schlaganfällen, Krebs o.ä. So hat dieser faul durchgeführte "Test" für mich keinen Wert.
Lagrange 16.05.2017
4.
Ich meinte einen Tarif der nach Art einer Schadensversicherung kalkuliert ist und keine konstanten Prämien hat. Bei einer Lebensversicherung zahle ich immer den gleichen Beitag, obwohl das Risiko ja mit dem Alter wächst. Dadurch entsteht im Laufe der Zeit eine Deckungsrückstellung, die später wieder abgebaut wird. Bei dem Tarif den ich abgeschlossen habe, bin ich am Jahesende immer pari. Dies ist aus meiner Sicht besser (laufende Abschlusskosten, Niedrigzinsphase, weniger Sicherheitszuschläge, da Sterbetafeln nicht Garantiert, ...). Hätte dazu halt gerne mal ne zweite Meinung gehört - aber die gibt der Artikel ja leider nicht her
dondon 17.05.2017
5. Relevant
Relevant ist vor allem, ob der Versicherer im Schadensfall auch wirklich zahlt, oder ob es bei ihm Methode ist, erstmal alles was möglich ist abzulehnen und bevorzugt die Ansprüche vor Gericht zu klären.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.