Armut Fast jeder zehnte Deutsche ist überschuldet

Trotz anhaltend guter Konjunktur können rund 6,7 Millionen Menschen in Deutschland ihre Schulden nicht mehr abtragen. Vor allem Senioren geraten immer öfter in Zahlungsschwierigkeiten.

Helferin und Besucher einer Tafel: Senioren besonders gefährdet
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Helferin und Besucher einer Tafel: Senioren besonders gefährdet


Obwohl die Löhne in Deutschland steigen und die Zahl der Arbeitslosen gering ist, sind immer mehr Verbraucher überschuldet. Das geht aus dem aktuellen Schuldneratlas hervor. Demnach sind rund 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre nicht mehr in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Das sind 44.000 Menschen mehr als noch vor einem Jahr.

Von Überschuldung spricht man, wenn ein Schuldner nachhaltig in Zahlungsschwierigkeiten gerät und seine Verbindlichkeiten in absehbarer Zeit nicht begleichen kann. Die Überschuldungsquote - also der Anteil der Überschuldeten an der Gesamtbevölkerung über 18 Jahre - beträgt laut Creditreform 9,92 Prozent.

Darunter sind auch immer mehr ältere Menschen. Zwischen 2013 und 2015 stieg die Zahl der betroffenen Senioren um mehr als 35 Prozent auf 150.000. Bei den 60- bis 69-Jährigen liege das Plus bei 12,4 Prozent.

creditreform/ boniversum/ microm

Deutliche Unterschiede gibt es weiterhin zwischen den Bundesländern. Am geringsten ist der Prozentsatz der Schuldner der Untersuchung zufolge nach wie vor in Bayern (7,12 Prozent) und Baden-Württemberg (8,09 Prozent), am höchsten in Berlin (12,99 Prozent) und Bremen (14,08 Prozent). Auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit einer Schuldnerquote von 11,52 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Damit Rentner mit einem schmalen Budget nicht in die Schuldenspirale geraten, sollten sie ihre Finanzen streng im Blick behalten, rät Christoph Zerhusen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen - Sparpotenzial gebe es fast immer. "Es lohnt sich, ein Haushaltsbuch zu führen, um einen Überblick über Ein- und Ausgaben zu bekommen."

Wer seine Ausgaben mit seinen Einnahmen auf Dauer nicht mehr decken könne, solle eine amtlich anerkannte Schuldner-, und Insolvenzberatungsstelle aufsuchen. Diese werden beispielsweise von Kommunen, Wohlfahrtsverbänden oder Verbraucherzentralen angeboten.

brk/dpa



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insgesamt 214 Beiträge
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Seite 1
gehtsnochbesser? 10.11.2015
1. Was soll das?
Ich dachte uns geht's gut? Einfach das Haushaltsbuch sauber führen, weniger Kreuzfahrten auf pump unternehmen und schon geht's aufwärts.
snaj 10.11.2015
2. Realitäten
Es sind die Folgen, wenn immer mehr finanzielle Mittel der Steuereinnahmen für andere Zwecke für andere gebunden werden, statt sie der eigenen Bevölkerung zugute kommen zu lassen.
itzig 10.11.2015
3.
weiter, weiter ... immer weiter ... und immer näher an den Rand des finanziellen Kollaps des Souveräns. Besonders im Hinblick auf die weiter absinkenden Renten (ab 2040 ca. 44% des Durchschnittsnettoeinkommens) und mittlerweile 20% der deutschen Bundesbevölkerung, welche noch nicht einmal mehr in der Lage ist, sich eine private Altersvorsorge aufzubauen, da schlicht und ergreifend das Geld zum Sparen fehlt ... Da helfen auch die schlauen Ratschläge der Verbraucherzentrale irgendwann nichts mehr. Aber mit Sicherheit sind diese prekären Arbeitsverhältnisse, sinkende Einstiegsgehälter im außertariflichen Bereich (ca. 54% des Gesamtarbeitsmarktes), Lohnstagnationen in etlichen Berufsbranchen (in Extremfällen seit fast 20 Jahren), die zu 100% Besteuerungs- und Sozialversicherungspflichtigen Renten ab 2040, etc, etc. ... alternativlos. Prost Germany ... Zeit das sinkende Schiff zu verlassen
Kurt Limdäpl 10.11.2015
4.
Trotz? TROTZ?! Lernt endlich in Zusammenhängen zu denken: Wir haben Konjunktur WEIL ein signifikanter Teil der Bevölkerung verarmt. Des einen Schulden sind des anderen Vermögen.
lex1976 10.11.2015
5.
Wenn man jeden neuen Quatsch auf Raten kaufen kann ohne es bezahlen zu können, endet es eben so. Junge Leute sind so naiv.
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