Klimaschutz: Schweden wollen europaweite Steuer auf Fleisch

Tierhaltung produziert Klimagase - da liegt eine Idee aus Schweden nahe: Eine Landwirtschaftsbehörde in Stockholm fordert eine EU-weite Steuer auf Fleisch. Ein Kilo Rindfleisch soll 1,50 Euro teurer werden.

Fleischtheke im Supermarkt: Steuer könnte knapp 1,50 Euro pro Kilo Rindfleisch betragen Zur Großansicht
DPA

Fleischtheke im Supermarkt: Steuer könnte knapp 1,50 Euro pro Kilo Rindfleisch betragen

Hamburg - Rülpsende Kühe und Schafe gelten als enorme Klimakiller, gerade in der Massenzucht. Würde ihr Fleisch nach dem Schlachten extra besteuert, ginge der Konsum deutlich zurück. Das ist die Logik einer dem schwedischen Landwirtschaftsministerium unterstellten Behörde. Sie hat daher die Einführung einer Fleischsteuer gefordert, wie die "tageszeitung" ("taz") schreibt. Ein entsprechender Rapport sei bereits am vergangenen Dienstag vorgelegt worden. Schwedische Nachrichtenseiten sowie Branchendienste berichten ebenfalls darüber.

Auch für Fisch, Eier und Milchprodukte soll es laut "taz" Abgaben geben. Vorausgesetzt wird aber, dass sich die gesamte EU auf eine Steuer einigt. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Unternehmen in die Länder abwandern, die keine Steuer erheben, schreibt die Zeitung. Die Höhe einer möglichen Steuer könnte laut "taz" bei knapp 1,50 Euro pro Kilo Rindfleisch liegen.

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF macht die Tierzucht ein Fünftel des weltweiten Klimagasausstoßes aus. Daher wäre es doch selbstverständlich, dass die Verbraucher an den Umweltkosten beteiligt würden, argumentiert die Behörde.

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Ähnlich hatte sich kürzlich der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, geäußert. Er forderte, zumindest die großen Mastbetriebe in den Emissionshandel einzubeziehen. Sinke der Konsum von Fleisch und damit der Flächen, die für den Anbau von Futtermitteln genutzt werden, gebe es mehr Felder für den Anbau von Nahrungsmitteln.

Allerdings ist fraglich, ob die Behörde mit ihrem Vorschlag weit kommt. Nicht nur die schwedische Fleischindustrie kritisierte den Vorstoß, auch das Finanzministerium zeigte sich skeptisch.

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insgesamt 483 Beiträge
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1. Richtig so
hermes69 26.01.2013
Aber ich seh es schon kommen. Gleich gehts wieder los mit: "wie sollen sich Hartz4 Empfänger dann noch Fleisch leisten können". Schließlich hat ja jeder das "Recht" Fleisch zu essen. Fleisch sollte noch weitaus teurer sein. Damit dieser Wahnsinn endlich mal ein Ende hat
2. ja, Steuern sind beliebt
TontonTombi 26.01.2013
Ja, Steuern sind hochbeliebt, waren es gestern Zündholz und Sektsteuern, morgen dann halt Fleischsteuern, Hauptsache: man zieht dem Bürger möglichst viel Geld aus der Tasche ! Warum nicht gleich eine Atem-Steuer, oder besser noch: eine Mehtan-Steuer ??? Man schiebt dazu einfach ein Messgerät in den Allerwertesten der von "übermässigen Methanausstössen zu schützenden Bürger" und besteuert diese entsprechend ! Tolle Ausreden - im Grunde ist es aber immer nur das Gleiche: moderne Wegelagerei !
3. Schlechtes Marketing ...
herrdörr 26.01.2013
Ich finde die Steuer sinnvoll, allerdings nur sekundär wegen des Klimawandels ... man sollte die Steuer erheben um gegen den Hunger in der Welt vorzugehen! Dann würde sie auch besser ankommen. Und ja, Biofleisch sollte geringer besteuert werden.
4.
burgundy2 26.01.2013
Zitat von sysopTierhaltung produziert Klimagase - da liegt eine Idee aus Schweden nahe: Eine Landwirtschaftsbehörde in Stockholm fordert eine EU-weite Steuer auf Fleisch. Ein Kilo Rindfleisch könnte um 1,50 Euro teurer werden. Schweden will EU-weite Steuer auf Fleisch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/schweden-will-eu-weite-steuer-auf-fleisch-a-879794.html)
Es gibt doch immer noch eine Möglichkeit, Geld in die Taschen der Behörden zu spülen. Aber, wenn's für einen guten Zweck ist, sind wir doch alle gerne dafür, oder?
5. Steuer im Sinne von "steuern"
mindcrime 26.01.2013
Soll diese Abgabe wirklich Steuerungsfunktion haben, so empfinde ich sie als sinnvoll und richtig. Allerdings sollten die dort eingenommenen Gelder an anderer Stelle zurückgegeben werden. Am besten, durch Subventionen auf pflanzliche Lebensmittel. Dann verstärkt sich der Effekt der Steuer noch mehr.
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