Sensible Kontodaten: Stiftung Warentest erhebt neue Vorwürfe gegen Postbank

Bei der Postbank können freie Finanzberater nach Angaben der Stiftung Warentest noch immer sensible Girokontodaten von Kunden einsehen. Dabei hatte das Geldinstitut am Mittwoch gesagt, das Datenleck bereits gestopft zu haben. Ein Sprecher kündigte an, den Fehler "sehr kurzfristig" zu beheben.

Postbank: "Sehr kurzfristig" das Einsehen von Kontobewegungen abschalten Zur Großansicht
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Postbank: "Sehr kurzfristig" das Einsehen von Kontobewegungen abschalten

Berlin - Die Postbank hat laut "Finanztest"ihre Zusicherung, den Zugriff auf Kontodaten ihrer Kunden für freie Handelsvertreter der Bank zu sperren, nicht gehalten. Die Verbraucherzeitschrift gab an, man habe über Mitarbeiter der Postbank Finanzberatung am Donnerstagabend problemlos Girokonten von Postbankkunden einsehen können. Die Einsicht von Kontenbewegungen ist nach Ansicht von Datenschutzbeauftragten rechtswidrig - selbst dann, wenn Kunden eine Einwilligungsklausel zur Weitergabe ihrer Daten unterschrieben hätten.

Dass die Dateneinsicht noch immer möglich ist, widerspricht laut "Finanztest" den Angaben der Postbank. Am Mittwoch hatte das Institut mitgeteilt, die freien Handelsvertreter der Postbank hätten seit dem Morgen keinen Zugriff mehr auf die Kontodaten der Bankkunden. "Seit 7.19 Uhr ist der Zugang dicht", hatte Postbanksprecher Joachim Strunk versichert.

In dieser Woche war bekannt geworden, dass Finanzberater allein mit der Angabe eines Namens und des dazugehörigen Geburtsdatums Kontenbewegungen abrufen konnten.

Ein Postbank-Sprecher erklärte am Donnerstagabend, nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe seien alle Daten von Kunden gesperrt worden, die keine Einwilligungserklärung abgegeben hätten. Bei den von Stiftung Warentest beklagten neuen Fällen könne es sich daher nur um Kunden handeln, die eine solche Erklärung unterzeichnet hätten. Auch für diese Kunden werde aber "sehr kurzfristig" das Einsehen von Kontobewegungen abgeschaltet.

Stiftung Warentest wirft der Postbank vor, sie habe Daten über die Vermögenslage von Kunden und Kontobewegungen an Tausende freie Berater weitergegeben, um den Verkauf hauseigener Produkte anzukurbeln.

wit/Reuters

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Forum - Datenschutz ausreichend?
insgesamt 165 Beiträge
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1. Nein...
Sgt_Pepper 21.04.2009
Zitat von sysopLidl, Bahn und Telekom: Ein Datenskandal jagt den nächsten - und niemand fühlt sich verantwortlich? Der oberste Datenschützer Schaar hat der Politik Zögerlichkeit im Kampf gegen Datenmissbrauch vorgeworfen. Sind unsere Daten ausreichend geschützt?
...ich glaube nicht. Das Ganze ist eine zweischneidige Sache: Zum einen gehen wir teilweise selbst sehr fahrlässig mit unseren Daten um, in dem wir im Internet freiwillig Daten hinterlassen (Adressen, Alter, etc.) zum anderen ist der Staat seit einigen Jahren sehr erpicht darauf, alles mögliche über uns zu sammeln. Um es mal böse zu formulieren: Wir alle stehen unter Generalverdacht und die Regierungen träumen davon, über Datenbanken Ihre Bürger zu begreifen bzw. zu kontrollieren. Das hat schon orwell'sche Ausmaße und pathologische Züge. Nur was soll das bringen? Eine Straftat verhindert man so nicht. Aber wahrscheinlich soll schon das Potenzial erkennbar sein - ich warte nur noch auf die unfehlbare Software, die in einer Art Rasterfahndung Leute zur weiteren Befragung selektiert. Der letzte Schritt wäre dann die präventive Bestrafung, weil man ja zu xx% ein Straftäter sein könnte....
2.
Mulharste 21.04.2009
Zitat von sysopLidl, Bahn und Telekom: Ein Datenskandal jagt den nächsten - und niemand fühlt sich verantwortlich? Der oberste Datenschützer Schaar hat der Politik Zögerlichkeit im Kampf gegen Datenmissbrauch vorgeworfen. Sind unsere Daten ausreichend geschützt?
Sind sie nicht - und wieso ist der Staat vor der Lobby eingeknickt? Der größte Schnüffler,Datensammler und Missbraucher sitz an der Regierungsbank. Das ist der eigentliche Skandal. Wenigstens die Gendaten bleiben gesperrt.
3. ein wenig OT
mc.bench 21.04.2009
[QUOTE=Mulharste;3644044]Der größte Schnüffler,Datensammler und Missbraucher sitz an der Regierungsbank. QUOTE] Moin, in Bezug auf oben genanntes ein kleiner Hinweis zu weiteren Einschränkungen: http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Frontalangriff-auf-die-freie-Kommunikation-befuerchtet--/meldung/136485
4. Lobby und Staat
clauswclausen 21.04.2009
Zitat von MulharsteSind sie nicht - und wieso ist der Staat vor der Lobby eingeknickt? Der größte Schnüffler,Datensammler und Missbraucher sitz an der Regierungsbank. Das ist der eigentliche Skandal. Wenigstens die Gendaten bleiben gesperrt.
In jedem neuen Datenschutzbericht wird festgestellt, dass schärfere Datenschutz-Gesetze nötig seien. Und der Bürger wird trotzdem immer gläserner. Die Antwort auf die in Ihrem Beitrag gestellte Frage würde ich mit grossem Interesse hören wollen. Und im übrigen teile ich Ihre Meinung dazu, wo der grösste Schnüffler,...
5. ... pauschale Frage
huggi 21.04.2009
Zitat von sysopLidl, Bahn und Telekom: Ein Datenskandal jagt den nächsten - und niemand fühlt sich verantwortlich? Der oberste Datenschützer Schaar hat der Politik Zögerlichkeit im Kampf gegen Datenmissbrauch vorgeworfen. Sind unsere Daten ausreichend geschützt?
... die so garnicht zu beantworten ist. Wenn Unternehmen Daten erheben und in unzulässiger Weise nutzen muss man diesen Fällen nachgehen und sie abstellen. Das grössere Problem sehe ich aber in der Form wie der Staat in die informelle Selbstbestimmung eingreift und Daten aus unterschiedlichsten Quellen nutzt. Diejenigen Politiker welche sich hier über Verstösse bei Unternehmen mockieren sollten sich besser einmal die eigene Datensammelwut anschauen. Ohne dass es der einzelne Bürger merkt, können interessierte Stellen (Verfassungsschutz, MAD und Finanzbehörden) heute schon genaue Bewegungs-, Kommunikations-, und Finanzprofile einzelner Bürger erstellen und auswerten. Und hierbei geht es durchaus nicht nur um vergleichsweise harmlose Basisdaten!
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