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19. Februar 2013, 15:04 Uhr

Lebensmittelskandal

Pferdefleisch in 24 Proben entdeckt

Im Skandal um falsch deklarierte Lebensmittel gibt es eine erste Zwischenbilanz: Laut Verbraucherministerium wurden in Deutschland bisher in 24 von 360 Proben Pferdefleischanteile gefunden. Und das dürfte laut den Experten erst der Anfang sein.

Berlin - Bei der Fahndung nach nicht deklarierten Pferdefleisch-Anteilen in Lebensmitteln sind laut Bundesverbraucherministerium in Deutschland bisher 24 Proben positiv getestet worden. Dies betreffe Fälle in Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag. Der Skandal verbreitet sich mittlerweile in ganz Europa. Laut Ministerium lässt sich bisher noch nicht sagen, wo Hauptverursacher und Mitverursacher säßen.

Bei der veröffentlichten Zahl handelt es sich nach den Angaben um einen Zwischenstand nach 360 amtlichen DNA-Analysen in den Ländern. Es dürften noch viele weitere Ergebnisse hinzukommen. Für ein breites Bild sollen nicht nur Fertiggerichte und Schlachtbetriebe, sondern auch Großküchen wie Kantinen untersucht werden.

An diesem Dienstag war zudem bekannt geworden, dass auch der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten gefunden hat. Es handle sich um Ravioli und Tortellini der Marke Buitoni, teilte der Konzern mit. Nestlé nahm die Produkte in Italien und Spanien vom Markt. In Frankreich stoppte der Konzern den Verkauf von Tiefkühlgerichten mit der Bezeichnung "Lasagne à la Bolognese".

Die Gerichte seien aus Rindfleisch der Firma Schypke hergestellt worden, einem deutschen Zulieferer. Der Anteil an Pferdefleisch habe bei mehr als einem Prozent gelegen. Ab dieser Höhe gilt ein Produkt als Fälschung.

Schypke wies eine Verantwortung zurück. "Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Firma H. J. Schypke Fleischwaren e.K. zu keiner Zeit Pferdefleisch eingekauft hat", teilte die Geschäftsleitung am Dienstag mit. Künftig sollen alle Rohfleischwareneingänge gentechnisch untersucht werden.

Das niedersächsische Unternehmen ist nach Angaben der Geschäftsführung ein weiterverarbeitender Produktionsbetrieb. Es werde weder geschlachtet noch zerlegt. "Wir kaufen unsere bereits zerlegte, frische oder tiefgefrorene Rohware von zertifizierten Lieferanten zu."

stk/dpa

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