Geldanlage Verstehen Sie Sparen?

Die Deutschen machen zu wenig aus ihrem Geld. Das liegt oft an mangelndem Finanzwissen. Mit drei Fragen können Sie testen, ob Sie zumindest die Grundlagen des Sparens verstanden haben.

Von Michael Sauga

Wie steht es um Ihr finanzwirtschaftliches Wissen?
Corbis

Wie steht es um Ihr finanzwirtschaftliches Wissen?


Kaum ein anderes Volk in Europa spart so viel wie die Deutschen - und kaum eines spart so schlecht. Die Bundesbürger lassen ihr Geld auf dem Girokonto liegen, wo es meist keine Zinsen bringt. Sie besitzen viel weniger Aktien oder Immobilien als ihre europäischen Nachbarn. Und sie kommen ins Stottern, wenn sie ein Wort wie "Rendite" erklären sollen.

In Deutschlands Schulen wird das Fach "Wirtschaft und Finanzen" kaum gelehrt, und viele Bundesbürger machen um das Thema lieber einen Bogen. So kommt es, dass die Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge hierzulande oft genauso unterentwickelt sind wie die über die Zinseszinsrechnung. Eine Studie des Max-Planck-Insituts für Bildungsforschung ergab: Die eine Hälfte der Teilnehmer hatte lediglich "ein minimales Wirtschaftswissen" - und die andere Hälfte hatte keinen Schimmer.

Schuld daran sind nach Ansicht des Berliner Bildungsforschers Gerd Gigerenzer auch die Lehrpläne für den Mathematikunterricht. An den Schulen werde "zu viel Geometrie" und "zu wenig Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung" gelehrt. Das sei der Grund, warum die Deutschen bei ihrer Geldanlage so schlecht mit Risiken und Unsicherheiten umgehen könnten. Viele Deutsche wollten nicht wahrhaben, meint der Berliner Ökonom Henrik Enderlein, "dass überdurchschnittliche Erträge auch mit überdurchschnittlichen Risiken verbunden sind".

Um zu überprüfen, wie groß das Verständnis für finanzwirtschaftliche Zusammenhänge ist, haben die US-Wisenschaftlerinnen Annamaria Lusardi und Olivia Mitchell einen einfachen Test aus drei Fragen entwickelt. Sie nennen sie die "Big Three". Wer sie beantworten kann, so behauptet das Forscherduo, stellt damit unter Beweis, dass er den Ausführungen seines Bankberaters zumindest in Ansätzen folgen kann.

Sind Sie auch ein typischer deutscher Falsch-Sparer? Oder verstehen Sie mehr von Geld und Finanzen? Machen Sie den Test!

Als Lusardi und Mitchell die Fragen in der Bundesrepublik stellten, zeigte sich, dass die Kenntnisse der Deutschen höchst ungleich verteilt sind. 53,2 Prozent der Befragten waren nicht in der Lage, alle drei Fragen richtig zu beantworten. Haben Sie es gewusst?

imago

Frage 1
Angenommen, Sie hätten 100 Euro auf einem Sparkonto, und der Zinssatz betrüge 2 Prozent pro Jahr. Was glauben Sie, wie viel Sie nach fünf Jahren haben:

a) weniger als 102 Euro,
b) genau 102 Euro,
c) mehr als 102 Euro?
Auflösung
Nach fünf Jahren haben Sie mehr als 102 Euro. Schon nach dem ersten Jahr kommen Sie auf 102 Euro. Dieser Betrag wird im zweiten Jahr erneut mit zwei Prozent verzinst und so weiter. Nach fünf Jahren kommen Sie so auf 110,41 Euro.

DPA

Frage 2
Angenommen, die Verzinsung Ihres Sparkontos betrüge 1 Prozent pro Jahr, und die Inflationsrate 2 Prozent pro Jahr. Was glauben Sie: Werden Sie nach einem Jahr mit dem Guthaben des Sparkontos:

a) genauso viel,
b) mehr,
c) weniger kaufen können als heute?
Auflösung
Nach einem Jahr mit dem Guthaben des Sparkontos werden Sie weniger kaufen können als heute. Die durchschnittlichen Preise für Verbrauchsgüter sind stärker gestiegen als Ihr Guthaben auf dem Sparkonto.
DPA

Frage 3
"Die Anlage in einer einzelnen Aktie bietet in der Regel einen sichereren Gewinn als die Anlage in einem Aktienfonds" - ist diese Aussage

a) richtig
b) oder falsch?
Auflösung
Diese Aussage ist falsch. Wenn Sie nur die Aktie eines einzelnen Unternehmens kaufen, sind Sie von der Entwicklung dieses Unternehmens abhängig. Bei der Investition in einen Aktienfonds wird Ihr Risiko breiter gestreut, weil der Fonds in Aktien verschiedener Unternehmen investiert. Allerdings verlangen viele Fondsgesellschaften von den Kunden auch erhebliche Gebühren.



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insgesamt 112 Beiträge
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Seite 1
rodriguez b. bender 23.02.2016
1. Wohl eher Verstehen Sie Spass!1Elf
Und diese drei Fragen sollen jetzt helfen, die richtige Sparform zu finden? Langsam wird es albern, was hier die "Wirtschaftsexperten" abliefern.
maceman811 23.02.2016
2. Super Fragen ...
... wer nicht mal das weiß, sollte am besten den guten alten Sparstrumpf benutzen, oder sein Geld in die Matratze stopfen...
dummmichel 23.02.2016
3. Hehehehehe ..... is doch total einfach für mich
Frage 1 Die richtige Antwort ist a) Frage 2 Die richtige Antwort ist b) Frage 3 Die richtige Antwort ist a) Das weis doch wirklich jedes Kind !
johannesmapro 23.02.2016
4.
Ist das wieder vom Verband Deutscher Banken und Sparkassen gesponsort? Das Problem beim Fond ist das man Fond Gebühren zahlt und keinen kontrolliert, das Problem beim Portfolio ist das die Wahrscheinlichlkeit unter zu Grunde liegen der Gaußchen Normalverteilung berechnet wird, weil wir alle Rational sind verhalten wir uns so das die Entritt, leider sind wir irrational und sind auch nicht immer über alles informiert, deswegen ist die Portfolio Theorie Quatsch, generell folgt die Börse dem herdentrieb, deswegen gewinnt jeder oder verliert jeder, wenn man aber ein Aktie hält die richtig im Auge behält und die Unternehmensnachrichten ließt weis man wann man aussteigen sollte, der ganze kram mit Asset Klassen ist ja schön ich bin aber weder die Familie Oetker noch der Fürst von Castell
geldstern 23.02.2016
5.
Das ist doch ein Scherz, oder? Komme mir gerade etwas veralbert vor.
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