Spektakuläres US-Experiment Online-Werbung steigert Kauflust

Welche Auswirkungen hat Internet-Reklame auf die Einkaufslust? Zwei US-Ökonomen haben diese Frage beantwortet: Der Effekt ist positiv, deutlich und dauerhaft. Für die Studie analysierten sie das Shopping-Verhalten von 1,6 Millionen Verbrauchern - ohne, dass diese davon wussten.

Online-Käuferin: Shopping-Laune durch Werbung gesteigert
dpa

Online-Käuferin: Shopping-Laune durch Werbung gesteigert


Hamburg - Auf vielen Internetseiten flackern rund um die Uhr Werbebanner. Pop-ups künden von neuen Angeboten, es wird beworben, was der Bildschirm hergibt. Doch bringt die Online-Reklame den Auftraggebern tatsächlich mehr Kunden, Umsatz und Gewinn? Zwei US-Forscher haben diese Frage in einem spektakulären Forschungsprojekt beantwortet. "Die Effekte der Werbung auf den Umsatz sind positiv, nennenswert und dauerhaft", sagte Randall Lewis dem "Handelsblatt".

Zusammen mit David Reiley, beide arbeiten als Ökonomen im Forscherstab des US-Internetportals Yahoo, hatte Lewis über zwei Monate das Kaufverhalten von rund 1,6 Millionen Kunden einer großen Ladenkette mit Filialen in den ganzen USA analysiert. Der Trick dabei: Die Konsumenten besaßen nicht nur eine Kundenkarte des (ungenannten) Einzelhändlers - sondern auch einen Account bei Yahoo. Und das Forscher-Duo hatte Zugriff auf beides.

Bei 80 Prozent der Verbraucher schickten Reiley und Lewis gezielt immer wieder Anzeigen der Handelskette auf den Bildschirm, wenn diese auf den Yahoo-Internetseiten surften. Die restlichen 20 Prozent dienten als Vergleichsgruppe. Mit Hilfe der Kundenkarten überprüften die Wissenschaftler dann, wer die beworbenen Produkte tatsächlich erworben hatte.

Die Ergebnisse aus dem Konsumverhalten beider Gruppen waren eindeutig. Im Schnitt gaben Kunden, die mit Werbung berieselt worden waren, fünf Prozent mehr Geld aus. Dabei spielte eine untergeordnete Rolle, ob die User das Online-Werbebanner tatsächlich angeklickt hatten. Rund 80 Prozent der Käufer hatten nicht auf die Reklame reagiert, diese aber offenbar wahrgenommen.

Der Effekt auf den Kunden ist dauerhaft

Dazu passt, dass weniger als zehn Prozent der Umsatzsteigerung im Online-Shop der Ladenkette generiert wurde. Den weitaus größten Teil der im Internet beworbenen Produkte erwarben die Kunden direkt in den Filialen der Handelskette.

Für die Werber besonders interessant: Der Effekt ist beim Kunden von Dauer. Auch vier Wochen nach dem Ende der Kampagne zeigten die Mehrkäufer immer noch ein verändertes Shopping-Verhalten. Noch ein Studienergebnis dürfte die Auftraggeber freuen, ebenso wie das Yahoo-Portal, das mit Werbung sein Geld verdient. Innerhalb eines Monats hatte der gestiegene Umsatz die Kosten der Werbekampagne um das Dreifache überstiegen.

jok



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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
bundespiepmatz 20.01.2011
1. Von wegen "Kauflust"!
Ihr Artikel hat in mir den Argwohn geweckt, dass Yahoo mit der unwahren Behauptung, Online-Werbung sei effizient, Werbekunden ködern will.
brandbarth 20.01.2011
2. Werbung verkauft!
Spektakuläre Erkenntnis.
th3_j4cka55_r00l5, 20.01.2011
3. wo ist die studie?
Zitat von sysopWelche Auswirkungen hat Internet-Reklame auf die Einkaufslust? Zwei US-Ökonomen haben diese Frage beantwortet: Der Effekt ist positiv, deutlich und dauerhaft. Für*die Studie*analysierten sie das Shopping-Verhalten von 1,6 Millionen Verbrauchern - ohne, dass diese davon wussten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,740561,00.html
Ist ja schön davon zu hören, aber wo ist bitte die Quelle, sprich die Studie dazu?
nyo 20.01.2011
4. mit Vorsicht zu genießen
Ohne den grundsätzliche Effekt von Werbung beurteilen zu wollen, möchte ich doch zur Vorsicht in Bezug auf solche Forschungsergebnisse raten. Da SPON (wie auch viele andere Medien) selten Auskunft über die statistischen Verfahren gibt, kann man deren Eignung für die Überprüfung der Hypothesen nicht nachvollziehen. Und die induktive Statistik bietet viele verschiedene Instrumente, die mal mehr, mal weniger trennscharfe Ergebnisse liefern. Eine etwas differenziertere Betrachtung der Ergebnisse und der Verfahren zu ihrer Gewinnung wäre daher wünschenswert. Genauso wie der Verzicht auf reißerische Aufmacher, die die Inhalte nur noch unglaubwürdiger erscheinen lassen.
meinefresse 20.01.2011
5. Umsatz != Gewinn
Wie kann das sein: "Innerhalb eines Monats hatte der gestiegene Umsatz die Kosten der Werbekampagne um das Dreifache überstiegen." Kosten = Ausgaben = "negativer Gewinn" Umsatz = aus der Differenz Einkauf / Verkauf, Gemeinkosten, Steuern, etc pp errechnet sich der Gewinn Wie kann man das miteinander in Relation setzen?
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