Vergleichsrechner Sind Sie ein edler Spender?

Zu keiner anderen Zeit im Jahr spenden die Deutschen so freigiebig wie in den Wochen vor Weihnachten. Doch wie viel Geld ist für den guten Zweck angemessen? Und gehören Sie zu den großzügigen oder eher knickerigen Spendern? Der Vergleichsrechner gibt die Antworten.

Von und (Grafik)


Hamburg/Berlin - Dass die Spendenbereitschaft in der Vorweihnachtszeit besonders groß ist, lässt sich mit Zahlen belegen: Im Dezember geben die Deutschen laut Marktforschern im Schnitt mehr als dreimal so viel Geld für gemeinnützige Zwecke aus wie in den anderen Monaten des Jahres. Etwa ein Fünftel des jährlichen Spendenaufkommens entfällt auf die Wochen vor Weihnachten - durchaus im Sinne eines Festes, das im Zeichen der Nächstenliebe steht.

Doch wie beim Einkommen gilt meist auch für das Spendenverhalten: Über Geld spricht man nicht, selbst nicht im Freundes- und Bekanntenkreis. Daher fällt vielen eine Einschätzung schwer: Wie viel Geld für den guten Zweck ist für mich persönlich angemessen? Mit welchem Betrag gehöre ich zu den großzügigen, mit welchem zu den eher knickerigen Spendern?

Die Antworten hängen entscheidend vom Alter und Einkommen ab. Daher hat SPIEGEL ONLINE in Zusammenarbeit mit Phineo, einem Analysehaus für den gemeinnützigen Sektor, einen individuellen Spendenrechner entwickelt. Grundlage ist der bereits bestehende Spendometer von Phineo, aktualisiert mit den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts.

Mit dem Spendenrechner können Sie Ihr individuelles Spendenverhalten mit dem anderer Bürger vergleichen. Sie erhalten überdies eine Einschätzung, zu welchem Spendentyp Sie gehören - vom Spendenmuffel bis zum großzügigen Spendator. Zudem gibt der Spendenrechner übersichtlich Auskunft über das Spendenverhalten der verschiedenen Altersstufen und Einkommensklassen in Deutschland.

Der Spendenrechner beruht auf Berechnungen der Phineo-Experten auf Grundlage der jüngsten Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts und Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB).

Unter einer Spende versteht man grundsätzlich die freiwillige Gabe von Geld für einen gemeinnützigen Zweck ohne eine Gegenleistung. Einen Anhaltspunkt bietet dabei das Steuerrecht: Alles, wofür man eine Spendenquittung oder Zuwendungsbestätigung vom Empfänger erhält und steuerlich geltend machen kann, zählt als Spende.

Darüber hinaus gelten selbstverständlich auch Gaben an Bedürftige auf der Straße oder die Kirchenkollekte als Spende, auch wenn man dafür keinen Beleg erhält. Im Gegensatz dazu ist die Kirchensteuer keine Spende, da sie nicht freiwillig erfolgt und zumindest im weiteren Sinne mit einer Gegenleistung verbunden ist. Ähnliches gilt für Mitgliedsbeiträge für Gewerkschaften als berufliche Interessenverbände oder für Sportvereine, da eine Gegenleistung erfolgt.

Da es kaum verpflichtende Transparenzregeln für den gemeinnützigen Sektor gibt, sollten Sie prüfen, wie seriös der potentielle Empfänger Ihrer Spende agiert. Darüber hinaus gibt es zunehmend unabhängige Bewertungen - etwa durch das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), die Untersuchung der Stiftung Warentest, das "Wirkt-Siegel" von Phineo oder die Mitgliedschaft in der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) von Transparency International.

Übrigens: Selbst wenn Sie laut Spendenrechner zu den überdurchschnittlich großzügigen Spendern gehören, sollte das Ergebnis Ihre Motivation nicht schmälern. Denn im internationalen Vergleich zählt Deutschland nicht zur Weltspitze der Spendenbereitschaft - nicht nur die US-Bürger, sondern auch unsere europäischen Nachbarn aus den Niederlanden, Großbritannien oder der Schweiz spenden im Schnitt einen weit höheren Anteil ihres Einkommens. Ihre Motivation darf dabei durchaus eigennützig sein: Zahlreiche Studien haben belegt, dass Spenden glücklich macht - und zwar nicht nur den Empfänger, sondern insbesondere auch den Geber.

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