Geld zurück vom Staat So finden Sie die optimale Steuersoftware

Wer seine Steuererklärung bis Ende Mai abgibt, bekommt im Schnitt 1000 Euro vom Staat zurück. Mit Hilfe der richtigen Software teils sogar deutlich mehr. Hier sind einige wichtige Tipps.

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Auch wenn die Sonne scheint und der See schon zum Anbaden lädt, bis Ende Mai müssen fast alle von uns die Steuererklärung für 2017 machen. Und das sollten wir auch tun, denn im Schnitt gibt's vom Finanzamt fast 1000 Euro zurück.

Rund zehn Millionen Steuerpflichtige haben in den vergangenen Jahren darauf verzichtet. Ein teurer Fehler - zumal sich die Sache inzwischen recht unkompliziert erledigen lässt. Per Software.

Im vergangenen Jahr haben bereits rund 22 Millionen eine elektronische Steuererklärung abgegeben. Selbstständige und Gewerbetreibende haben ohnehin keine Wahl. Bei ihnen verlangt das Finanzamt die Steuererklärung inzwischen ausnahmslos elektronisch.

Das gilt für die Einnahme-Überschuss-Rechnung bei Angestellten mit selbstständigem Nebenerwerb genauso wie für knapp zwei Millionen Besitzer von Photovoltaikanlagen. Die erzielen schließlich durch den Stromverkauf Einkünfte.

Die Steuererklärung mit dem staatlichen Programm Elster-Formular funktioniert ordentlich - auch direkt im Elster-Portal. Doch es gibt Alternativen, die Sie bei der lästigen Arbeit viel besser unterstützen.

Tipps, Kniffe, Erklärvideos

Steuersoftware, die Sie für 15 bis 35 Euro erhalten, hilft effektiv bei der Erklärung und noch mehr hinterher bei der Prüfung des Steuerbescheids. Sie enthält von Sparhinweisen bis zu Erklärvideos jede Menge Tipps, wie Sie noch ein bisschen mehr vom Fiskus zurückerhalten.

Zum Autor
  • Finanztip
    Hermann-Josef Tenhagen (Jahrgang 1963) ist Chefredakteur von "Finanztip". Der Verbraucher-Ratgeber ist gemeinnützig. "Finanztip" refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links. Mehr dazu hier.

    Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift "Finanztest" geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der "Tageszeitung". Dort ist er heute ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Bei SPIEGEL ONLINE schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.

Klar ist: Sie benötigen immer die aktuelle Programmversion. Für die Steuererklärung 2017 muss auf der Software das Datum 2018 oder "für die Steuererklärung 2017" stehen.

Ansonsten haben Sie als Verbraucher verschiedene Wahlmöglichkeiten:

  • Sie kennen sich im Steuerdickicht aus und machen seit Jahren Ihre Steuererklärung selbst? Dann geht es kostenlos mit Elster-Formular oder dem Elster-Portal der Finanzverwaltung.
  • Sie sind Angestellter oder Rentner? Dann ist der Steuerfall meist unkompliziert, und es genügt ein einfaches Programm wie Tax 2018 und Quicksteuer 2018.

Was Sie bedenken sollten

In die Software können Sie zunächst Ihre Werbungskosten für den Weg zur Arbeit, für Arbeitskleidung, den neuen für den Beruf erforderlichen PC und das selbst bezahlte Fortbildungswochenende im Weserbergland eintragen.

Die exorbitanten Kosten für das Zahnimplantat geben Sie als außergewöhnliche Belastung an.

Absetzen können Sie auch die Rechnungen des Nachbarjungen für regelmäßiges Rasenmähen und die Hilfe beim Grillen zum 50. Geburtstag. Und auch die Abschlussrechnung des Fliesenlegers für das neue Bad.

Wenn's komplizierter ist

Besitzen Sie zusätzlich noch eine vermietete Eigentumswohnung, an der 2017 doch einiges zu modernisieren war, trainieren die C-Jugend Ihres Handballvereins oder haben eine Photovoltaikanlage auf dem Dach?

Dann ist der Griff zu einer etwas teureren Software besser für Sie: Das Wiso Steuer-Sparbuch 2018, die Software Steuersparerklärung und die Online-Lösung Wiso Steuer-Web haben sich für solche komplexeren Steuerfälle bewährt.

Für manches Steuerproblem haben diese Anbieter sogar süße Erklärvideos gedreht. Bei manchen teureren Programmen kann man Quittungen schon übers Jahr einscannen - und muss diese für die Steuererklärung nur noch zusammenzählen.

Programme für Nichtmuttersprachler

Einen besonderen Tipp habe ich für Steuererklärende, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. Das Programm Steuergo Plus bietet seine Dienste je nach Wahl auch in Englisch, Polnisch, Kroatisch, Serbisch und Bosnisch an - Türkisch ist geplant. Auch Formulare, Ratgeber und Steuertipps sind entsprechend übersetzt und ein Kundenservice beantwortet sogar Fragen in diesen Sprachen.

Hilfreich auch, dass Steuergo Plus die PDF-Datei einer komprimierten Steuererklärung, die Sie im Vorjahr mit Elster oder einem anderen Steuerprogramm erstellt haben, auslesen und für die aktuelle Steuererklärung übernehmen kann. Einziges Manko: Der Umfang der konkreten Hilfen ist kleiner als bei den rein deutschsprachigen Topangeboten auf dem Markt.

Die Firmen hinter der Software

Wenn Sie im Einzelhandel auf die Suche nach den Softwarepaketen gehen, werden Sie feststellen, dass Sie immer auf dieselben drei Anbieter stoßen: Das deutsche Unternehmen Buhl Data konkurriert mit den Tochtergesellschaften des niederländischen Konzerns Wolters Kluwer und von Haufe-Lexware.

Buhl Data und Wolters Kluwer bieten alle drei Kategorien an: einfache Software, Programme für kompliziertere Fälle und inzwischen auch reine Webversionen, bei denen Sie Ihre Daten nicht auf dem heimischen Rechner speichern, sondern in Cloud-Lösungen der jeweiligen Firma (nicht jedermanns Sache).

Wie reiche ich meine Erklärung ein?

Wenn Sie als normaler Angestellter mit der Erklärung fertig sind, haben Sie drei Möglichkeiten diese beim Finanzamt abzugeben.

  • Sie drucken die Erklärung ganz klassisch auf Papier aus und geben sie ab.
  • Sie erstellen die Steuererklärung elektronisch und übertragen sie per Mail, lassen sich aber im Elster-Portal der Finanzämter nicht registrieren. Dann müssen Sie trotzdem eine komprimierte Steuererklärung ausdrucken, unterschreiben und beim Finanzamt abgeben.
  • Oder Sie registrieren sich auf der Elster-Seite und nutzen für die Abgabe das Elster-Zertifikat. Dann müssen Sie überhaupt kein Papierstück mehr abgeben.

Übrigens: Wer Letzteres tut, bekommt in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zwei Monate mehr Zeit für die Steuererklärung. Die Abgabefrist endet dann erst am 31. Juli 2018.



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
suchenwi 12.05.2018
1. Nulloption
Die einfachste Option nutze ich schon seit vielen Jahren: grün-graue Formulare ausfüllen, mit Belegen versehen, im Finanzamt einreichen. Früher habe ich zuhause ausgefüllt (und zum Trost eine Emmylou-Harris-LP aufgelegt), inzwischen bekommt man die Formulare nicht mehr zugeschickt, sondern nur noch im Finanzamt, also fahre ich dahin und erledige es dort. Mit Berater/in kurz durchgesprochen, evtl. Fehlstellen korrigiert, dann eingereicht. Nur wenige Monate später kommt dann auch der ESt-Bescheid... der im Fall Altersteilzeit, Progressionsvorbehalt allerdings keine Rückzahlung ankündigt, sondern eine Nachzahlung von rund 1400 € verlangt. Der Lohn der Mühe. Nächstes Jahr nutze ich die Sonderaufwände Altersvorsorge bis zum Maximum aus. Und beantrage für KAP eine Günstigerprüfung :-)
Hallo2020 12.05.2018
2.
Ich weiß nicht was das Ganze soll. Elster ist völlig ausreichend. WISO verwirrt eher. Ein direkter Sprung in das Formular ist oft nicht möglich. Ich habe schon zwei Mal die WISO Steuersoftware getestet, sehe aber keinen Vorteil.
PaulWalker 12.05.2018
3. Mein Tipp:
Einmal die Steuererklärung mit Software durchführen, sich Zeit nehmen und alle Tipps beherzigen. Vor dem Absenden eine PDF-Kopie machen und das Ganze absenden. Im nächsten Jahr dann nur Elster verwenden und alle Steuersparmöglichkeiten vom Vorjahr anwenden. Ggf. zusätzlich zur Steuersoftware auch noch ein Ratgeberhandbuch hinzuziehen. Das ist besonders wichtig für alles was Pauschal ohne Quittungen angewendet werden kann. Das reicht völlig. So eine große Hilfe ist eine Steuersoftware auch nicht, als dass man sie jährlich, zweijährlich oder auch dreijährlich braucht.
blub123x4 12.05.2018
4. Tipp: Elster Online
Unschlagbar ist Elster Online, nutze ich mit Zertifikat. Es gibt nichts schnelleres. Die Online Version ist in den letzten Jahren so vereinfacht worden, da tue ich mir mit anderen Programmen schwerer, da man wesentlich mehr geführt und gefragt wird. Am Ende füllt man gefühlt 3-4 mal so viele Felder aus. Ich habe mir letztes Jahr aber die Software gekauft um es einfacher bei den Abschreibungen für Eigentum unter Denkmalschutz zu haben, was aber nicht der Fall war. Den Bogen ausgefüllt, er war in meinem Formular vorhanden, wurde aber nicht zum Finanzamt übertragen. Glücklicherweise hatte ich noch ein vorab Gespräch mit meinem Finanzbeamten. Der Fehler konnte aber nicht behoben werden und ich musste den Bogen per Post nachreichen. Nachdem der Steuerbescheid bei mir eingegangen ist, habe ich gesehen was das Steuersparbuch taugt, nämlich gar nichts! Von allen Tipps wurde das meiste rausgestrichen, um mehrere 1000 Euro verrechnet. Den Online Bescheid konnte man auch nur mit WISO Steuersparbuch öffnen und die Differenzanzeige ist ein Witz. Man sieht nicht genau wo der Fehler lag und muss auf den schriftlichen warten. Bei Elster Online sieht man die Übersicht. Nie wieder WISO! Elster Online ist wesentlich besser...
Peter Gabriel 12.05.2018
5.
Die Software hat doch nix mit de Erstattung zu tun, immer diese Quatschwerbung...
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