Stiftung Warentest Privatversicherte zahlen oft Hunderte Euro zu viel

Die Stiftung Warentest hat das Preis-Leistungs-Verhältnis von 107 privaten Krankenversicherungstarifen getestet. Die Kosten klaffen so extrem auseinander, dass manche Anbieter nur mit "mangelhaft" abschnitten.

Untersuchung beim Arzt: Privatversicherte zahlen viel für gute Versorgung
DPA

Untersuchung beim Arzt: Privatversicherte zahlen viel für gute Versorgung


Berlin - Die Tarife privater Krankenversicherungen sind übersichtlicher als früher, sie bieten mehr, als gesetzlich Versicherten zusteht - und sie sind "Finanztest" zufolge sehr teuer.

Sparen könnten im Vergleich mit der gesetzlichen Krankenkasse heute nur Beamte, sagt "Finanztest"-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Für gut verdienende Angestellte und Selbständige komme das nur in Frage, wenn sie sich auch die häufig dreimal so hohen Beiträge im Rentenalter leisten können. Insgesamt bescheinigt "Finanztest" den privaten Versicherungen aber ein ordentliches bis gutes Angebot.

Von 107 getesteten Tarifen haben demnach 5 ein "sehr gutes" Preis-Leistungs-Verhältnis, 29 ein "gutes", 8 hingegen ein "mangelhaftes". Bei gleichem Leistungsniveau fanden die Tester demnach gewaltige Beitragsunterschiede.

Ein 35-jähriger selbständiger Modellkunde zahlt den Berechnungen zufolge bei einem Anbieter mit "sehr gutem" Preis-Leistungs-Verhältnis 395 Euro Beitrag im Monat - und hat 900 Euro Selbstbeteiligung. Bei einem anderen sind es 728 Euro Monatsbeitrag mit einer jährlichen Selbstbeteiligung von 960 Euro - ein "mangelhaftes" Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein gleichaltriger Angestellter kann für ein "sehr gutes" Angebot 441 Euro, für ein "mangelhaftes" aber schon 804 Euro zahlen, bei 600 bzw. 320 Euro Selbstbeteiligung im Jahr.

Jedes der getesteten Angebote sichert dem Kunden deutlich höhere Leistungen zu als die gesetzliche Krankenversicherung, sagt Tenhagen. Der Test habe zudem ergeben, dass viele Unternehmen ihre Angebote deutlich verbessert hätten. Jetzt gebe es zum Beispiel umfassende Leistungen für Psychotherapie oder für Hilfsmittel wie Hörgeräte. Außerdem seien in vielen privaten Verträgen nun auch Leistungen für häusliche Krankenpflege, ambulante Kuren, stationäre Reha-Maßnahmen oder Sterbebegleitung für unheilbar Kranke vorgesehen.

Trotzdem warnen die Tester: Der Wechsel in eine private Krankenversicherung sollte gut überlegt sein, denn er sei eine Entscheidung fürs Leben. Die Rückkehr in eine gesetzliche Krankenkasse ist extrem schwierig, meistens sogar ausgeschlossen.

Rundum empfehlenswert ist "Finanztest" zufolge eine private Krankenversicherung nur für Beamte. Selbständige und Angestellte sollten sich nur dann privat versichern, wenn sie vermögend sind oder über die Jahre für die höheren Beiträge im Alter ansparen können. Dem Bericht zufolge muss man davon ausgehen, dass der private Beitrag für die Krankenversicherung im Rentenalter dreimal so hoch ist wie bei Vertragsabschluss mit Mitte 30. Hinzu kommt: In der privaten Krankenversicherung zahlt jedes Familienmitglied eigene Beiträge. Für eine Familie mit mehreren Kindern können dadurch mehrere hundert Euro im Monat zusätzlich anfallen.

Der gesamte Test wird in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" veröffentlicht und ist im Internet abrufbar.

nck

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insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
stranger66 15.04.2014
1. Dieser Unsinn mit
den Privatversicherer muß beendet werden Schnellstens!! Die Privaten versichern das Risiko und die GkV richten sich nach dem Einkommen. Ich bin Privatversichert und verstehe nicht wieso ich höhere Arztrechnungen begleichen soll. Für die gleiche Leistung die einem GKV versicherten erbracht wird zahl ich 30% mehr. Ich kann nur alle warnen sich durch niedrige Beiträge in jungen Jahren blenden zu lassen. Der Vergleich der Anbieter durch die Stiftung warentest ist daher überflüssig. Privatversichert zu sein lohnt sich nie wenn man nicht als Beamter eine hohe Beihilfe erhält. Aber ich glaube das auch die GKV mittlerweile Tarife für Beamte anbieten. Tipp: Falls es schon eine Private sein muß dann eine die keine AG ist. Die Aktionäre wollen schließlich Kohle sehen
busoph 15.04.2014
2. Der Vergleich hinkt total
Wer sich privat krankenversichert, kann zwischen verschiedenen Leistungspaketen wählen. In der Gesetzlichen Krankenkasse gibt es nur die Vollmitgliedschaft. So ist es privat etwa möglich, die Selbstbeteiligung pro Jahr so hoch zu setzen, dass man alle kleinen Wehwehchen aus der Tasche bezahlt und trotzdem spart, weil der Beitrag durch die hohe Selbstbeteiligung sehr viel niedriger ist. Man kann auch ganze Leistungspakete ausgrenzen, wie beispielsweise die Krankenhaus- und Pflegeversicherung. Nahezu alle Leistungen sind überwiegend ambulant machbar, sodass die Private Krankenversicherung das bezahlt. Man kann auch den Jahresbeitrag auf einmal zahlen und bekommt damit ein Skonto von vier Prozent. Das ist ein Einkommen, das man nicht versteuern muss, weil es weniger Ausgaben bedeutet. Der Vergleich Private und Gesetzliche hinkt deshalb total.
commando involved again 15.04.2014
3.
Die scheinen es doch zu haben, sonst wären sie ja nicht privatversichert. Außerdem sollen die sich nicht so anstellen, immerhin werden sie als Patienten Erster Klasse behandelt.
Ratzbär 15.04.2014
4. Rückkehr
Die Rückkehr in eine GKV ist nicht so schwierig, wie der Artikel glauben machen möchte. Allerdings sind die Leistungen der GKV m. E. nach unterirdisch. Das Preis-/Leistungsverhältnis würde ich mit "äußerst Mangelhaft" benoten.
Michael3770 15.04.2014
5. So ein Quatsch
Bei der letzten Tariferhöhung habe ich meinen AD informiert und binnen zwei Wochen einen alternativen Tarif genannt bekommen, der um 20% niedriger lag als vor der angekündigten Erhöhung! Zusätzlich habe ich bei der PKV eine Versicherung abgeschlossen, die die Beitragsanstiege im Rentenalter abfedert. Ich zahle jetzt ungefähr so viel wie in der GKV, nur mit erheblich erweitertem Versicherungsumfang. Der Beitragsanstieg ist in der GKV genauso verlaufen wie in der PKV. Ach ja, meine betriebliche Altersvorsorge wird nicht zu 17.5% an die GKV ausgezahlt werden, dieses Geld bleibt bei mir! Es wäre nützlich, nicht nur die manipulativen Presseberichte der GKVen heranzuziehen, sondern selbst mal ohne ideologischen Hintergrund zu recherchieren. Die GKV muss seit Jahren mit erheblichen Steuermitteln vor der Totalpleite geschützt werden, weil ein kostendeckendes Beitragsmodell staatlich verweigert wird!
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