Streik des Bodenpersonals An Berlins Airports fallen mehr als 600 Flüge aus

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld geht fast nichts mehr. Das Bodenpersonal streikt seit 4 Uhr für 24 Stunden. Was Sie jetzt wissen müssen.

Anzeigetafel am Flughafen Tegel
DPA

Anzeigetafel am Flughafen Tegel


An den Berliner Flughäfen fallen am Freitag wegen eines Streiks des Bodenpersonals nahezu alle Flüge aus. In Tegel seien 455 Verbindungen gestrichen worden und in Schönefeld 204, teilte der Betreiber der beiden Airports mit.

Die Gewerkschaft Ver.di hatte die rund 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zum Streik aufgerufen. Der Ausstand hat am Freitagmorgen gegen 4 Uhr begonnen und soll bis Samstagmorgen 5 Uhr dauern.

Der Streik beeinträchtigt auch die Berliner Tourismus-Messe ITB, die nach Angaben des Veranstalters jährlich bis zu 200.000 Menschen besuchen.

  • Einen Überblick der Flughafengesellschaft zum Streik finden Sie hier.
  • Telefonische Informationen zum Streik erhalten Sie unter der Nummer +49 30 60911150.
  • Den Status Ihres Flugs am Airport Schönefeld können Sie hier prüfen.
  • Den Status Ihres Flugs am Airport Tegel können Sie hier prüfen.

Die Fluggesellschaften sind grundsätzlich verpflichtet, ihre Passagiere ans Ziel zu bringen - zur Not müssen sie eine Übernachtung im Hotel zahlen. Kunden, deren Flüge ausfallen, können ihre Tickets meist gegen eine Bahnfahrt eintauschen; die Bahn will bei Bedarf Sonderzüge einsetzen. Verspätet sich der Flug um mehr als fünf Stunden, können Kunden aber auch den kompletten Ticketpreis zurückfordern.

Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist der andauernde Tarifstreit zwischen Ver.di und dem Forum der Bodenverkehrsdienstleister, in dem die an den Flughäfen tätigen Unternehmen organisiert sind. Seit die Branche vor gut zehn Jahren privatisiert wurde, ist der Wettbewerb deutlich gestiegen - die Löhne sind entsprechend gefallen.

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des durchschnittlichen Stundenlohns von elf auf zwölf Euro - sie begründet das mit der hohen Arbeitsbelastung des Personals. Die Arbeitgeber haben bisher ein Plus von 27 Cent geboten - sie begründen das mit den schwierigen Marktbedingungen an den Flughäfen.

Bereits im Februar hatten mehrere Warnstreiks für hunderte Flugausfälle und Verspätungen gesorgt, nachdem frühere Tarifrunden ergebnislos gescheitert waren. Laut "Tagesspiegel" bereitet Ver.di für Anfang der kommenden Woche weitere Streiks vor, die den gesamten Flugbetrieb lahmlegen sollen.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
kumi-ori 10.03.2017
1.
Ich versuche schon seit Langem, Flüge zu vermeiden. So erspare ich den Piloten und dem Bodenpersonal, unter unwürdigen Bedingungen arbeiten zu müssen. Berlin ist allerdings ziemlich abgelegen und auf dem Landweg schwer zu erreichen.
wolke:sieben 10.03.2017
2. Den
gibt es diesen überhaupt ???
martine-primus 10.03.2017
3. bei allem Verständnis
allerdings ist ja der Freitag auch ein Tag, an dem viele Berufstätige zu ihren Familien nach Hause fliegen wollen. Gut... innerhalb Deutschlands geht das auch mit dem Zug hervorragend, aber: mein Mann sitzt gerade in China fest. Der Flug ist gecancelt. Nun rödelt er rum, wie er wenigstens nach Deutschland kommen kann. Dann geht es mit der Bahn weiter. Der Streik wurde ab dem 6.3. angekündigt, dann hätten sie auch jeden anderen Tag wählen können als gerade einen Tag zum Arbeitswochenende! Im Prinzip wäre jeder andere Tag "familienfreundlicher" gewesen. Ansonsten hoffe ich, dass Ver.di mit seinen Forderungen durchkommt!
zensiert&account gesperrt 10.03.2017
4.
Zitat von martine-primusallerdings ist ja der Freitag auch ein Tag, an dem viele Berufstätige zu ihren Familien nach Hause fliegen wollen. Gut... innerhalb Deutschlands geht das auch mit dem Zug hervorragend, aber: mein Mann sitzt gerade in China fest. Der Flug ist gecancelt. Nun rödelt er rum, wie er wenigstens nach Deutschland kommen kann. Dann geht es mit der Bahn weiter. Der Streik wurde ab dem 6.3. angekündigt, dann hätten sie auch jeden anderen Tag wählen können als gerade einen Tag zum Arbeitswochenende! Im Prinzip wäre jeder andere Tag "familienfreundlicher" gewesen. Ansonsten hoffe ich, dass Ver.di mit seinen Forderungen durchkommt!
Es gibt täglich 26 Nonstop-Verbindungen von China nach Deutschland. Allerdings in deutsche Großstädte, nicht in die Provinz.
Sixpack, Joe 10.03.2017
5. 27 Cent bei einem Durchschnitt von 11€.
WOW, jetzt wird mal wieder bestätigt warum Deutschland ein Mindestlohnland ist. Ver.di: geht doch bitte mal hoch auf 15€ und streik mal richtig eine Woche, und dann bitte gleich in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und München.
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