Bundesländer im Vergleich Hier ist Strom am teuersten

In Hamburg und Berlin sind die Strompreise binnen zehn Jahren um gut 50 Prozent gestiegen. Andere Bundesländer kommen deutlich besser weg. Wie schneidet Ihre Region ab? Der Vergleich.

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Die Strompreise sind 2017 auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des Verbraucherportals Verivox, die dem SPIEGEL vorliegt. Ein Musterhaushalt mit 4000 Kilowattstunden Verbrauch zahlt demnach im Jahresdurchschnitt 1127 Euro für Elektrizität. Das sind laut Verivox 40 Prozent oder 312 Euro mehr als vor zehn Jahren.

Hamburger und Berliner sind der Auswertung zufolge am stärksten von den steigenden Preisen betroffen. Bremer kamen am günstigsten davon, doch auch hier hat sich Strom seit 2007 um 27 Prozent verteuert.

Hauptkostentreiber ist laut Verivox der Staat. "Der Anteil der Abgaben und Steuern am Strompreis wird immer höher", sagt Mathias Köster-Niechziol, Bereichsleiter Energie bei dem Verbraucherportal. Vor zehn Jahren habe dieser Abgaben-Anteil noch unter 40 Prozent gelegen - heute seien es mehr als 50 Prozent.

Immer teurer

Entwicklung der Strompreise seit 2007



Tendenz: steigend. In der Politik wird zum Beispiel seit Längerem über eine Abgabe für die Bereitstellung von Netzreserven diskutiert. Da hilft es wenig, dass die sogenannte Ökostromumlage 2018 um knapp einen Zehntel Cent sinkt.

In Brandenburg ist Strom bundesweit am teuersten. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh bezahlt dort mehr als 1200 Euro. In Bremen sind die Preise dagegen am niedrigsten. Die gleiche Menge Strom kostet hier durchschnittlich 1065 Euro.

Kostentreiber Elektrizität

Durchschnittliche Strompreise 2017



Generell gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: Das Preisniveau in den neuen Bundesländern liegt im Schnitt um rund 50 Euro höher als in den alten. Eine Ursache dafür sind die regional unterschiedlich hohen Netzentgelte, die rund ein Viertel des Strompreises ausmachen.

Verbraucher können vor allem eines tun, um ihre Kosten für Elektrizität zu begrenzen: Sie können sich einen günstigeren Anbieter suchen. Bei der Wahl sollten sie neben dem Preis auch auf faire Konditionen wie kurze Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen sowie auf möglichst lange Preisgarantien achten. Dazu gibt es zahlreiche Tricks, mit denen sich der eigene Verbrauch drosseln lässt.

So drosseln Sie Ihren Verbrauch
NDR Reportage: Licht aus! - Wenn Energie Luxus wird
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insgesamt 150 Beiträge
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grommeck 20.10.2017
1. Immer mehr sparen, trotzdem immer mehr bezahlen!
Nicht nur beim Strom. Politisches Versagen nennt man das. Dummheit und Gier regieren.
tomwessel85 20.10.2017
2.
Sozial gerecht wäre es,einen Mindestbedarf pro Person festzustellen, welcher von der Strom- und Umsatzsteuer befreit ist. Bspw. 700kWh/a Stattdessen suhlen sich führende PoliterIx der Roten im Glanz ihrer Gerechtigkeitsfloskeln, sorgen aber dafür dass Grundbedürfnisse der Bürger immer teurer werden. Die GEZ als Zwangsabgabe ist dabei die Spitze der Unverschämtheiten.
Crom 20.10.2017
3.
Man hätte noch den staatlichen Anteil (Steuern, Umlagen) am Strompreis darstellen sollen, damit man sieht, wer der größte Preistreiber ist.
nordsued 20.10.2017
4.
Wenn die EEG-Umlagen die Stromerstellungskosten übersteigt ist etwas nicht in Ordnung. Bei meiner letzten Rechnung war der Unterschied 70,-- euro
x8989234 20.10.2017
5. Haha
Wenn ich das immer lese "Verbraucher können vor allem eines tun, den Anbieter wechseln". Sowas schreibt ihr seit Jahren und es wird trotzdem immer teurer. Mittlerweile sind solche Tipps doch eher als lächerlich zu bewerten. Und ja, ich habe schon mehrfach gewechselt.
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