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Teure Energie: Strompreis steigt für mehr als fünf Millionen Verbraucher

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Windräder: Steigende Energiewende-Umlagen belasten den Strompreis Zur Großansicht
DPA

Windräder: Steigende Energiewende-Umlagen belasten den Strompreis

Strom wird deutlich teurer: 116 Versorger heben in den kommenden Monaten die Preise an. Alle geplanten Erhöhungen finden Sie hier auf einen Blick.

Viele Stromkunden werden im kommenden Jahr draufzahlen. 116 Versorger werden in den kommenden Monaten die Preise erhöhen, in einigen Fällen um bis zu sieben Prozent. Das ergibt eine Auswertung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox, die SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Insgesamt steigt der Strompreis demnach für mehr als 5,3 Millionen Verbraucher im Schnitt um 2,7 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeutet dies eine Mehrbelastung von gut 30 Euro.

Hauptgründe für den Preisschub sind die steigenden Kosten für die Stromnetze und die Anhebung staatlicher Gebühren wie der Ökostromumlage und der sogenannten Offshore-Haftungsumlage, die Entschädigungsleistungen für zu spät ans Netz angeschlossene Windparks finanziert. Solche und andere Umlagen werden dem Stromkunden direkt auf seine Rechnung draufgeschlagen.

Die fallende Einkaufspreise an der Strombörse dagegen geben offenbar nur wenige Anbieter an ihre Kunden weiter: Nur 35 Stromversorger haben laut Verivox bislang Preissenkungen angekündigt.

Ob Ihr Versorger die Preise ändert, erfahren Sie hier:
Verbraucher sollten unbedingt auf Post vom Versorger achten, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. Falls diese kommt, sollte man sich bemühen, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Ein Vierpersonenhaushalt, der seinen Grundversorgungstarif gegen das günstigste verbraucherfreundliche Angebot tauscht, spart laut Verivox derzeit bis zu 414 Euro pro Jahr.

Im Video erklärt Verbraucherexperte Hermann-Josef Tenhagen, was Sie beim Anbieterwechsel beachten sollten:

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Anmerkung der Redaktion: SPIEGEL ONLINE hat die Übersichtstabelle und die Angaben im Artikel am Montag aktualisiert.

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1. Strom sparen heißt die Devise...
Spiegelleserin57 19.11.2015
und schon ist wieder alles gut. Wenn ich sehe in welchem Lichterglanz besonders jetzt vor Weihnachten die Häuser , auch Privathäuser wieder erstrahlen kann man wohl von sparen nicht reden.
2. Strompreiserhöhung
bwk 19.11.2015
Das ist einfach eine Sauerei. Staaliche Planwirtschaft in Verbund mit der grünen Industrie zum Abzocken der wehrlosen Verbraucher. Und auf Verivox werden wir noch von den Geissens verar....
3. Musterhaushalt mit 4000 kWh Verbrauch
ungebetener_gast 19.11.2015
Wohl eher ein Musterbeispiel zum Sparen!
4. Günstiger
Phillidae 19.11.2015
Ah schön, bei mir wirds günstiger. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.
5. Warum...
apst 19.11.2015
sollen die Versorger die gesunkenen Einstandspreise weitergeben? Senkt Mercedes seine Preise, wenn der Stahl billiger wird? Genau so wie beim Autokauf kann auch beim Strom der Kunde wählen. Beim Strom hat er sogar noch weniger Probleme den Anbieter zu wechseln - keine hohen Anschaffungskosten, keine Ummeldung etc. Also dürfte nicht die Überschrift lauten für x Kunden wird der strom teurer, sondern wieder x Kunden denen der Preis egal ist.
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Anbieterwechsel - so funktioniert's
In wenigen Minuten zum Ziel
Der Wechsel des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.
Verbrauch ermitteln
Als Erstes sollte man seinen individuellen Jahresverbrauch ermitteln. Am einfachsten geht das über die letzte Rechnung. Wichtig: Es kommt nicht auf den Betrag in Euro an, sondern auf den Verbrauch in Kilowattstunden (kWh). Wer die letzte Rechnung nicht mehr findet, kann seinen jährlichen Strombedarf zur Not auch anhand des Verbrauchs der letzten Monate hochrechnen.
Die Suche nach dem passenden Anbieter
Nun beginnt die Suche nach dem günstigsten Anbieter. Eine wichtige Hilfestellung bieten dabei unabhängige Verbraucherportale wie www.toptarif.de, www.verivox.de, www.stromtarife.de, www.check24.de oder www.verbraucherzentrale.de. Auf diesen Seiten finden sich Tarifrechner, in die man nur zwei Werte eingeben muss: seine Postleitzahl und seinen jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden. Der Tarifrechner bietet dann eine Übersicht sämtlicher Anbieter, die in dieser Region verfügbar sind.
Die Auswahl
Jetzt kommt der entscheidende Schritt - die Wahl des neuen Anbieters. Dabei sollte man Folgendes beachten: Der günstigste ist nicht automatisch der beste. So warnen Verbraucherschützer vor Unternehmen, die Vorkasse verlangen. Auch sollte man sich nicht zu lange an einen Anbieter binden - Vertragslaufzeiten von zwei Jahren also lieber meiden. Die Stiftung Warentest zeigt, welche Einstellungen bei der Tarifsuche wichtig sind
Ökoanbieter
Wer möchte, kann sich an dieser Stelle auch für einen Ökostromanbieter entscheiden. Diese Unternehmen garantieren grünen Strom aus erneuerbaren Energien, ohne Kohle und Kernkraft.
Die Formalitäten
Nun muss man mit dem neuen Anbieter nur noch Kontakt aufnehmen. Häufig ist das direkt über das Verbraucherportal möglich - entweder per Mausklick oder per Telefon. Der neue Anbieter klärt dann sämtliche Formalitäten. Eine Abmeldung beim alten Versorger ist nicht nötig, auch das übernimmt das neue Unternehmen automatisch. Nur eine Sache sollte man beachten: Die Vertragslaufzeit beim alten Anbieter muss eingehalten werden. Wer seit acht Monaten in einem Jahresvertrag ist, muss eben noch vier Monate warten.
Die Technik
Technisch ist der Anbieterwechsel überhaupt kein Problem. Das physikalische Produkt Strom bleibt in jedem Fall dasselbe, eine Unterbrechung der Versorgung ist ausgeschlossen. Dass man einen neuen Anbieter hat, merkt man nur daran, dass die Rechnung von einem anderen Unternehmen kommt als bisher. Übrigens: Selbst wenn der neue Anbieter pleitegehen sollte, bekommt man weiterhin Strom. In diesem Fall ist der örtliche Grundversorger gesetzlich verpflichtet einzuspringen.
Wie lange dauert der Anbieterwechsel?
Seit April 2012 können Strom- und Gaskunden schneller den Anbieter wechseln. Sobald die Anmeldung beim Netzbetreiber erfolgt ist, dürfen laut Energiewirtschaftsgesetz nur noch drei Wochen verstreichen, bis die Strom- oder Gaslieferung durch den neuen Anbieter beginnt. Starttermin muss nicht der Monatserste sein - jeder Tag ist möglich. Dauert die Umstellung länger als drei Wochen, kann der Kunde Schadenersatz vom Lieferanten oder Netzbetreiber fordern.
Ich habe eine Nachtspeicherheizung. Kann ich auch den Anbieter wechseln?
Lange ging das gar nicht. Inzwischen bestehen in einigen Fällen auch hier alternative Angebote.


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