Prognose Ökostrom-Umlage steigt 2016 leicht

Strom wird an der Börse immer günstiger - im Gegenzug steigt im kommenden Jahr wohl die EEG-Umlage. Fachleute rechnen mit bis 0,43 Cent mehr pro Kilowattstunde. Verbraucher müssen sich dennoch nicht zwangsläufig auf höhere Rechnungen einstellen.

Solarpark bei Dallgow-Döberitz: Mindestpreis für Ökostrom
DPA

Solarpark bei Dallgow-Döberitz: Mindestpreis für Ökostrom


Die Ökostrom-Umlage wird im kommenden Jahr voraussichtlich leicht steigen. Die Denkfabrik Agora prognostiziert einen Anstieg von derzeit 6,17 auf 6,4 bis 6,6 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings werde die für die Strombeschaffung beziehungsweise die Stromkunden maßgebliche Summe aus Börsenstrompreis und Ökostrom-Umlage mit 9,7 bis 9,9 Cent pro Kilowattstunde weitgehend konstant bleiben.

Hintergrund für den Anstieg der Umlage sind die sinkenden Preise an den Strombörsen. In den vergangenen zwölf Monaten sanken diese um neun Prozent beziehungsweise 0,32 Cent pro Kilowattstunde. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Ökostrom-Anbietern jedoch einen Mindestpreis.

Da jedoch auch Strom aus erneuerbaren Energien an der Strombörse verkauft werden muss, wird die Differenz zwischen Börsen- und Mindestpreis durch den Preisverfall größer. Diese Differenz wird durch die EEG-Umlage ausgeglichen. Die Folge: "In dem Maße, wie die Großhandelsstrompreise sinken, steigt die EEG-Umlage", sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Für die Kunden muss die Stromrechnung dadurch nicht zwangsläufig höher ausfallen, erklären die Agora-Fachleute. "In der Summe müssen die Stromverbraucher daher nicht mehr zahlen als heute, wenn die Stromanbieter hier ehrlich rechnen", sagte Graichen.

Gleichzeitig steigt der Anteil von erneuerbaren Energien im Strommix im kommenden Jahr: "Stammen in diesem Jahr voraussichtlich etwa 30 Prozent des Stroms aus Windkraft, Solarenergie und Co., so dürften es 2016 schon 32 bis 33 Prozent werden", so Graichen.

brk



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 45 Beiträge
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user_tha 15.09.2015
1. Wie? Die Energiewende ist NICHT schuld?
Wahnsinn! Da gibt es einen Artikel über eine erhöhte EEG-Umlage und dann steht nicht im Artikel, dass die Energiewende schuld ist! Wie kann das sein?!?
Herzbubi 15.09.2015
2. sinkende Preise an den Strombörsen
haben wir langfristig den erneuerbaren Energien zu verdanken. Und allen Lobyisten (Atom, Öl, Gas und Kohle) sei gesagt: der Tag wird kommen an dem die Erneuerbaren Energien im Strommix 100% haben.
malocher77 15.09.2015
3. Merkel hat gesagt
Dass des Strompreis nur um 2 Cent steigt, jetzt wird es langsam zum Luxusgut,sehr gute Leistung unserer Regierung in allem was die anpacken, ob Energiewende,Euro Krise,Flüchtlings Krise.Bin zufrieden,besseren Bundeskanzler gab es noch nie in der deutschen Geschichte.Ironie aus.
Wolfgang Probstmeier 15.09.2015
4. Deutscher Irrsinn!!!
Der Irrsinn hat einen Namen: Energiewende. Der Strom wird eigentlich billiger. Nicht aber für die Verbraucher, die durch sinkende Marktpreise verstärkt durch eine Zwangsabgabe geplündert werden, die wohlhabenden Besitzern Photovoltaikanlagen auf 20 Jahre die Tasche füllen.
johnny_b 15.09.2015
5.
Natürlich ist die Energiewende schuld ... an den gesunkenen Börsenpreisen. Und damit natürlich auch indirekt an der gestiegenden Umlage, was aber im Endeffekt für den Verbraucher wie ausnahmsweise mal richtig recherchiert keine negativen Auswirkungen hat.
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