Günstiger Großhandel Strompreis sinkt erstmals seit 15 Jahren

Die durchschnittlichen monatlichen Abschläge für Strom sind 2015 gesunken - aber nur in homöopathischen Dosen. Die Entlastung könnte weit höher ausfallen, wenn Energiekonzerne ihre sinkenden Einkaufspreise stärker weitergeben würden.

Windräder: 84 Euro zahlen Haushalte im Schnitt pro Monat für Strom
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Windräder: 84 Euro zahlen Haushalte im Schnitt pro Monat für Strom


Zum ersten Mal seit 15 Jahren ist der Strompreis für deutsche Haushalte leicht gesunken. Ein Haushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden zahle derzeit rund 84 Euro im Monat für Strom, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft am Donnerstag mit.

2014 seien es noch 85 Euro gewesen. 2000 allerdings zahlte ein Durchschnittshaushalt nur 40,66 Euro im Monat für Strom - also weniger als die Hälfte. Rund 52 Prozent des Strompreises machen heute Steuern und Abgaben aus.

Verbraucherschützern zufolge hätte der Preisrückgang weit größer ausfallen müssen. Sie kritisieren seit Langem, dass die Versorger die stark gesunkenen Einkaufspreise an der Strombörse nur unzureichend an ihre Kunden weitergeben würden. Laut einer Studie der Verbraucherzentrale NRW sind die Einkaufspreise für Strom zwischen 2010 und 2014 im Schnitt um ein Viertel gesunken - doch bei den Verbrauchern kam davon nichts an.

Hinzu kommt: In diesem Jahr zahlen die Bürger erstmals weniger Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien. Die Umlage war von 6,24 Cent auf 6,17 Cent je Kilowattstunde gesunken. Da das Konto bis März mit fast 4,2 Milliarden Euro im Plus war, ist 2016 mit einem weiteren Rückgang zu rechnen.

2014 gab es eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Betreiber von Ökoenergieanlagen bekommen für 20 Jahre über den Marktpreisen liegende Vergütungen. Die Förderung war im vergangenen Jahr teils deutlich abgesenkt worden. Mittelfristig soll sie ganz auslaufen.

ssu/dpa



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insgesamt 47 Beiträge
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makromizer 09.04.2015
1.
"Die durchschnittlichen monatlichen Abschläge für Strom sind 2015 gesunken - aber nur in homöopathischen Dosen." Wie soll man das verstehen? Letztes Jahr kostete die kWh noch 25 ct, dieses Jahr nur noch 25 ct?
Crom 09.04.2015
2.
Der Strompreis fällt schon seit Jahren, nur der Staat langt immer ungenierter hin.
thunderstorm305 09.04.2015
3. Die Energiewende ist gescheitert!
Die gesunkenen Strompreise an der Leipziger Strombörse kommen doch vor allem durch das zeitweise hohe Angebot an regenerativen Energien zustande. Da die regenerativen Energieträger subventioniert werden und jeder Betreiber einen Garantiebetrag erhält, bezahlt der Endkunde eben die Subvention mit und nicht nur den Strompreis an der Börse. Ich erinnere mich auch an die letzten Zahlen der großen Energieversorger und kann mich nicht daran erinnern, dass diese Unternehmen einen großen Gewinn erwirtschaftet haben. Im Gegenteil. Wo soll dann bitte das Geld zum Verteilen kommen?
MarkusH. 09.04.2015
4.
juhuu. tolle ersparnis. und wieviel sparen großbetriebe?
soulbrother 09.04.2015
5.
Die 4,2 Mrd EEG-Überschuss könnte man gut aufbrauchen indem weitere Rabatte für Großverbraucher gewährt werden. Und genau dies wird nun auch gemacht.
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