Studie Strompreise für Großabnehmer drastisch gesunken

Höhere Strompreise durch die Energiewende treffen in Deutschland vor allem die Verbraucher. Die energieintensive Industrie wird durch Strompreiserhöhungen nicht belastet. Laut einer neuen Studie ist Strom für sie sogar erheblich billiger geworden.

Strommasten im Abendlicht: Keine Preiserhöhung für die stromintensive Industrie.
DPA

Strommasten im Abendlicht: Keine Preiserhöhung für die stromintensive Industrie.


Berlin - Die Mehrbelastung durch die Energiewende ist klar verteilt: Steigende Strompreise belasten vor allem private Haushalte. Knapp 13 Prozent mehr zahlen Verbraucher seit Januar für ihren Strom, plus einer Beteiligung an den Mehrkosten für die Energiewende.

Die energieintensive Industrie entging höheren Belastung bislang - sie profitierte gar von einem sinkenden Stromeinkaufspreis für Großabnehmer. Der habe sich von Januar 2008 bis Oktober 2012 um 22 Prozent verringert, ermittelte das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft in einer Studie für die Grünen-Bundestagsfraktion. Im gleichen Zeitraum hätten die Stromeinkaufspreise sieben Prozent unter dem Durchschnitt der anderen europäischen Energiebörsen gelegen.

Auch gegenüber den direkten Nachbarn in Frankreich und Polen habe sich die Position der deutschen Stromeinkäufer verbessert, heißt es in dem Papier. "Konnten die Preisunterschiede gegenüber Polen nahezu ausgeglichen werden, lag der Börsenstrompreis in Frankreich seit 2008 sogar fünf Prozent höher als in Deutschland", schreiben die Forscher.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, es sei daher absurd, dass Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) von einer Belastung der Industrie durch die Energiewende warne. "Er erfindet immer neue Entlastungen für die Industrie, die immer weniger für Strom bezahlt. Diese Entlastungen führen aber zu den immer höheren Strompreisen für die Verbraucher."

fhu/dpa



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insgesamt 60 Beiträge
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schwencky 07.01.2013
1. Herr Trittin, dann machen sie doch mal was
ich kann es nicht mehr ertragen. Jeder weiß, dass die FDP keinerlei Interesse an ausgewogener Politik auch für das gemeine Wahlvolk hat. Das mussten wir bei der MWSt-Entlastung der Hoteliers sehen und auch beim Strom ist es allen klar. Schlimmer als die Klientelpolitik der FDP ist nur das Geheul der Grünen. Sie sind sich nie zu schade mit dem Finger auf andere zu zeigen, nur machen tun sie nie etwas. Gesetzesvorschläge kommen ja nicht nur von der Regierung, sondern auch aus der Mitte des Bundestages, oder dem Bundesrat...aber es passiert nichts. Wenn Sie sowieso nichts ändern Herr Trittin, dann ersparen Sie mir auch die Meldungen über all die Ungerechtigkeiten, an denen Sie ohnehin nicht ändern (wollen).
w b a 07.01.2013
2. Ne is kla....
Zitat von sysopdpaHöhere Strompreise durch die Energiewende treffen in Deutschland vor allem die Verbraucher. Die energieintensive Industrie wird durch Strompreiserhöhungen nicht belastet. Laut einer neuen Studie ist Strom für sie sogar erheblich billiger geworden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/strompreise-studie-ermittelt-drastisch-gesunkene-preise-fuer-industrie-a-876192.html
Strom wird billiger aber der Endverbraucher zahlt mehr? Himmel lass Hirn regnen, aber wir wählen weiterhin FDP nicht war, weil der Markt reguliert sich ja selbst. Die Gebrüder Grimm haben bessere Märchen geschrieben
foxyshocks 07.01.2013
3. ...
wäre ja auch ungerecht wenn die finanzierung des ökostroms sowohl von privaten haushalten und großabnehmern finanziert würden. man muss einfach an die armen firmen denken nicht auszudenken der milliardengewinn aus dem vorjahr könnte im folgejahr nicht übertroffen werden. da greift man doch besser denen in die tasche die sowieso schon wenig haben.
soulbrother 07.01.2013
4.
Zitat von sysopdpaHöhere Strompreise durch die Energiewende treffen in Deutschland vor allem die Verbraucher. Die energieintensive Industrie wird durch Strompreiserhöhungen nicht belastet. Laut einer neuen Studie ist Strom für sie sogar erheblich billiger geworden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/strompreise-studie-ermittelt-drastisch-gesunkene-preise-fuer-industrie-a-876192.html
Ein absurdes Theater: die Strompreise sinken und sinken wegen hohem Angebot an Erneuerbaren Energien, und die Normalverbraucher müssen immer mehr zahlen, angeblich wegen EE.
mats73 07.01.2013
5. Markt reguliert sich natürlich selbst!
Stromverteilung ist aber kein Markt, bestenfalls ein Oligopol, was durch diverse Absprachen (ja, ich weiß, man kann es nicht beweisen; es ist Zufall dass die Größen der Branche alle zusammen Golf spielen; ...) eigenttlich wie ein Monopol handeln kann. Die Hotelsteuer ist jetzt langsam ausgelutscht. Westerwelle hat genau diese Entlastung im Wahlkampf in den Vordergrund gestellt. es war völlig klar, dass Hoteliers entlastet werden!! Und zwar nicht um ein paar Großen ein Geschenk zu machen, sondern um ein Hotelsterben in der Breite bei kleinen Hoteliers durch Entlastung zu verhindern. Interessant finde ich in dem Zusammenhang (Artikel) übrigens die Kommunikation einzelner Firmen. Insbsondere Nahverkehrsbetriebe und Bahn haben mit dem Argument der steigenden Energiekosten deutlich über Gebühr bei den Preisen zugeschlagen! Alles gelogen??
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