Ländervergleich Strompreise zwischen Ost und West driften auseinander

Der Unterschied bei den Strompreisen für die Verbraucher in Ost- und Westdeutschland wird immer größer. Wie schneidet Ihr Bundesland ab? Der Vergleich.

Straßenbeleuchtung in Berlin
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Straßenbeleuchtung in Berlin


Ostdeutsche zahlen im Schnitt deutlich mehr für ihren Strom als Westdeutsche. Um rund 50 Prozent haben sich im vergangenen Jahr die Preisdifferenzen zwischen den Versorgungsgebieten erhöht, teilte das Internetportal Verivox mit. Eine drei- bis vierköpfige Familie bezahlt demnach in den östlichen Bundesländern bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Schnitt jährlich 1149 Euro für Strom. Im Westen sind es nur 1104 Euro, also 45 Euro weniger.

Am teuersten ist laut Verivox der Strom in Brandenburg, wo sich die Jahresrechnung für den Musterhaushalt auf 1180 Euro beläuft. In Bremen werden dagegen 1054 Euro fällig, 126 Euro weniger. Ein Jahr zuvor betrug diese Differenz zwischen den Preisen im teuersten beziehungsweise billigsten Bundesland nur 101 Euro, vor zwei Jahren 73 Euro.

Ursache der Entwicklung sind vor allem die regional unterschiedlichen Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber. Ostdeutschland wird von 50Hertz versorgt und muss somit die Investitionen ins dortige Netz mitfinanzieren. Zudem sind die Netzkosten pro Kunde desto höher, je dünner ein Versorgungsgebiet besiedelt ist und je stärker der Betreiber regulierend in das Netz eingreifen muss.

Diese Kosten decken dabei nicht nur den Bau neuer Leitungen ab. Die Kunden zahlen letztlich auch für Eingriffe der Netzmanager wegen der starken Schwankungen der Wind- und Sonnenstromproduktion. Dazu zählt vor allem das kostenpflichtige Abschalten von Windkraftanlagen, wenn die bestehenden Leitungen deren Strom in Hochlastphasen nicht mehr transportieren können. Die Kosten dafür wachsen und liegen aktuell bei rund einer Milliarde Euro im Jahr.

Die ungleiche Verteilung sorgt auch für politischen Zündstoff. Die Netzentgelte wachsen besonders stark auf dem Land und im Osten - überall dort, wo besonders viele Wind- und Sonnenenergie-Anlagen errichtet und angeschlossen werden müssen. Der Westen dagegen zahlt mit seinem moderneren, engmaschigeren Stromnetz und vergleichsweise weniger Erneuerbaren-Kraftwerken weniger drauf.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) legte im November einen Gesetzentwurf vor, nach dem für alle Übertragungsnetzbetreiber einheitliche Entgelte festgelegt werden sollen. Dagegen wehren sich Bundesländer im Westen, die mit zusätzlichen Kosten für ihre Wirtschaft und Einwohner rechnen müssten.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 33 Beiträge
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estiikay 04.01.2017
1. Macht doch nix
Immerhin verdienen wir im Osten ja auch mehr ... ahm ... Moooment ...
malu501 04.01.2017
2. Und dabei
verdient man im Osten nach Meinung vieler Westdeutscher gerade deswegen so wenig, weil alles viel billiger ist als im Westen. Willkommen in der Realität und schönen Gruß!
conocedor 04.01.2017
3. Man muss mehr das große Ganze sehen
"Die Kunden zahlen letztlich auch für Eingriffe der Netzmanager wegen der starken Schwankungen der Wind- und Sonnenstromproduktion. Dazu zählt vor allem das kostenpflichtige Abschalten von Windkraftanlagen, wenn die bestehenden Leitungen deren Strom in Hochlastphasen nicht mehr transportieren können. Die Kosten dafür wachsen und liegen aktuell bei rund einer Milliarde Euro im Jahr." Postfaktisches Genörgel. Wir sollten uns statt dessen an dem aufbauen, was kluge Denker wie Franz Alt oder Jürgen Trittin zu solchem materialistisch-monetärem Gequengel bezüglich der Energiewende gesagt haben: "Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet - so viel wie eine Kugel Eis." "Die Sonne schickt uns keine Rechnung." "Das Hauptproblem [der Energiewende] ist ein Kopfproblem." Scheint mir auch so.
Ökofred 04.01.2017
4. postfaktisch? ach was!
Zitat von conocedor"Die Kunden zahlen letztlich auch für Eingriffe der Netzmanager wegen der starken Schwankungen der Wind- und Sonnenstromproduktion. Dazu zählt vor allem das kostenpflichtige Abschalten von Windkraftanlagen, wenn die bestehenden Leitungen deren Strom in Hochlastphasen nicht mehr transportieren können. Die Kosten dafür wachsen und liegen aktuell bei rund einer Milliarde Euro im Jahr." Postfaktisches Genörgel. Wir sollten uns statt dessen an dem aufbauen, was kluge Denker wie Franz Alt oder Jürgen Trittin zu solchem materialistisch-monetärem Gequengel bezüglich der Energiewende gesagt haben: "Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet - so viel wie eine Kugel Eis." "Die Sonne schickt uns keine Rechnung." "Das Hauptproblem [der Energiewende] ist ein Kopfproblem." Scheint mir auch so.
Werden die meisten Anlagen nicht in Niedersachsen und Schleswig Holstein abgeschaltet? Wg. der dort noch schlechteren Netzverbindungen? ... da sind die Strompreise aber niedriger .. naja, das KANN ja gar nicht stimmen was ich hier schreibe.. Ausserdem könnte man die Netzte ja endlich ausbauen, stattdessen schalten wir lieber noch mehr Windenergie ab. Bayern passt auch nicht in diese Theorie .. sehr hoher anteil an Solarstrom und darus fogend ja gezwungenermassen ständige Abschaltungen.... aber egal, lassen wir lieber keine Fakten sprechen..
dbade101 04.01.2017
5. Man muss sich doch
nur die Strompreise in anderen europäischen Ländern ansehen, dann weiß man, was hier läuft.
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