Stichprobe in NRW: Supermärkte weisen Preise falsch aus

Einzelhändler in Nordrhein-Westfalen tricksen bei den Preisangaben. Eine Stichprobe des Verbraucherministeriums ergab rund 19.000 Verstöße. In den meisten Fällen kritisierten die Kontrolleure eine mangelnde Lesbarkeit der Preise.

Einkaufswagen im Supermarkt: Behörden leiteten 377 Bußgeldverfahren ein Zur Großansicht
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Einkaufswagen im Supermarkt: Behörden leiteten 377 Bußgeldverfahren ein

Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalens Supermärkten werden Preise für Lebensmittel oft falsch ausgezeichnet. Das teilten die Behörden nach Stichproben mit. Bei knapp 108.000 überprüften Preisen hätten die Kontrolleure rund 19.000 Verstöße festgestellt, teilte das NRW-Verbraucherschutzministerium mit. Die kommunalen Behörden leiteten in schweren Fällen insgesamt 377 Bußgeldverfahren ein. Die Verbraucher könnten nicht erkennen, "welches das günstigste Produkt ist, wenn Preise fehlen, unleserlich, falsch berechnet oder nicht zuzuordnen sind", sagte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel.

  • Der häufigste Verstoß, der in den 4467 überprüften Geschäften gefunden wurde, war mit 29,2 Prozent eine nicht ausreichende Lesbarkeit der Preisangaben.
  • Bei knapp 25 Prozent der Beanstandungen war der Grundpreis falsch berechnet oder gar nicht angegeben.
  • Bei mehr als jeder zehnten Beanstandung konnten die Preise den Waren nicht zugeordnet werden. Hierzu wurden die meisten Bußgelder ausgesprochen.

Laut Gesetz muss neben dem Preis für das Produkt auch der Grundpreis pro Liter oder pro Kilogramm angegeben werden, damit Kunden die Preise besser vergleichen können. Die Kontrollen zeigten nun, dass der Handel den Grundpreis oftmals nur in einer sehr kleinen Schriftgröße oder unleserlich angibt.

Laut Remmel fordern die Verbraucherminister seit einem Jahr, dass die Größenverhältnisse von Grund- und Endpreis gesetzlich festgeschrieben werden - im Verhältnis von mindestens 1:2. Auch der Bundesrat habe sich nun im Juli dem angeschlossen. "Wirtschaftsminister Philipp Rösler muss endlich über eine Verschärfung der Preisangabenverordnung nachdenken", forderte Remmel.

cte/AFP

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insgesamt 42 Beiträge
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1. Selten so gelacht
rodelaax 20.08.2012
"Wirtschaftsminister Philipp Rösler muss endlich über eine Verschärfung der Preisangabenverordnung nachdenken" Wie bitte? Ein FDP Politiker soll im Interesse der Bürger und gegen die eigene Klientel handeln. Wovon träumen Sie denn?
2.
dig 20.08.2012
Zitat von sysopDPAEinzelhändler in Nordrhein-Westfalen tricksen bei den Preisangaben. Eine Stichprobe des Verbraucherministeriums ergab rund 19.000 Verstöße. In den meisten Fällen kritisierten die Kontrolleure eine mangelnde Lesbarkeit der Preise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,851037,00.html
Wirtschaftsminister Philipp Rösler wird NICHTS GEGEN die Wirtschaft unternehmen.
3.
no-panic 20.08.2012
Grundpreise fehlen, sind falsch berechnet, werden in unterschiedlichen Größenordnungen angegeben (100gr/1kg) etc. Wer rechnen kann, ist auch hier klar im Vorteil. Häufig jedoch sind Preise zu klein oder mit sehr schlechtem Kontrast aufgedruckt. Einheitliche Schriftgrößen, die auch von älteren oder schlecht sehenden Kunden erkannt werden können und eine einheitliche Grundpreisberechnungsgröße €/kg sind doch wohl so schwer nicht durchzusetzen.
4. Supermärkte weisen Preise falsch aus
shaas 20.08.2012
Ich lebe am Fuß der Schwäbischen Alb. Bei uns in den Supermärkten erscheinen an den Kassen regelmäßig andere (größere) Preise am Display als am Regal ausgewiesen, an die Reklamiererei gewöhnt man sich.
5. Unfähigkeit der deutschen Politik
seikor 20.08.2012
Auch hier zeigt sich die Unfähigkeit der deutschen Politiker, sinnvolle Regelungen einfach festzuschreiben. Wo ist das Problem, zwei Schriftgrößen festzulegen? Es ist doch Irrsinn, wenn zwei die Preise zweier gleichen Waren von unterschiedlichen Herstellern mal auf 100g, mal auf 1kg bezogen angegeben werden... Nein, da muss die Industrie gehört werden (die natürlich was dagegen hat), usw... So gestaltet man nicht, so verzögert man. Das Gleiche ist es doch mit der Lebensmittelampel, die völlig in die Tonne getreten wurde. Oder ist irgendjemand hier in Deutschland der Meinung, dass die aktuellen von der Lebensmittelinsdustrie durchgesetzten weißen Buttons irgendeine verwertbare Infos enthalten?
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