Teure Fasern Behörden verhindern Tampon-Monopol

Ein österreichischer Faserhersteller wollte einen deutschen Konkurrenten übernehmen. Doch das Bundeskartellamt stoppte das Geschäft. Denn die Wettbewerbshüter fürchteten ein Monopol auf dem Tampon-Markt. Die Folgen wären weltweit zu spüren gewesen.

Tampons: Spezialfasern zur Herstellung nötig
Corbis

Tampons: Spezialfasern zur Herstellung nötig


Düsseldorf - Das Bundeskartellamt hat zwei Faserherstellern den Zusammenschluss untersagt. Beide Unternehmen zusammen würden den Markt zur Herstellung von Viskosefasern kontrollieren und damit auch bei der Produktion von Tampons eine Monopolstellung bekommen, begründete die Behörde ihre Entscheidung. Die beiden Firmen gelten als weltweit einzige Hersteller dieser Fasern. "Der Wettbewerb wäre damit nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zum Erliegen gekommen", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Der österreichische Faserhersteller Lenzing wollte 90 Prozent am deutschen Konkurrenten Kelheim Hygiene Fibres GmbH übernehmen. Der gemeinsame Marktanteil der Unternehmen im Markt für Tamponfasermaterial betrage mindestens 90 Prozent, hatte das Kartellamt erklärt. Lenzing hatte 2011 einen Umsatz von rund 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Kelheim Hygiene Fibres beschäftigt nach eigenen Angaben am Standort Kelheim über 700 Mitarbeiter.

Spezielle Fasern aus Viskose sind der Haupteinsatzstoff in der Herstellung von Tampons, erklärte das Kartellamt. Kunden der Hersteller sind die großen Markenartikelproduzenten und die Handelsmarkenhersteller von Tampons. Andere Lieferanten als Lenzing und Kelheim Hygiene Fibres kämen für sie nicht in Frage. Die Umstellung der Produktion ist laut Kartellamt wirtschaftlich nicht lohnend. Baumwollfasern seien kein in der Branche anerkannter Ersatz.

Der Beschluss des Kartellamts ist noch nicht rechtskräftig. Die Unternehmen haben einen Monat Zeit, Beschwerde einzulegen. Entscheiden würde das Oberlandesgericht Düsseldorf.

mmq/AFP



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insgesamt 19 Beiträge
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cabeza_cuadrada 23.11.2012
1. na das ist doch mal ne Meldung!!!
Zitat von sysopCorbisEin österreichischer Faser-Hersteller wollte einen deutschen Konkurrenten übernehmen. Doch das Bundeskartellamt stoppte das Geschäft. Denn die Wettbewerbshüter fürchteten ein Monopol auf dem Tampon-Markt. Die Folgen wären weltweit zu spüren gewesen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/tampons-kartellamt-verhindert-monopol-von-faser-herstellern-a-868899.html
Vor steigenden Tamponpreisen haben wir uns schon seit Jahren am meisten gefürchtet!!!
Emil Peisker 23.11.2012
2. zurückhalten
Zitat von cabeza_cuadradaVor steigenden Tamponpreisen haben wir uns schon seit Jahren am meisten gefürchtet!!!
Werter Quadratschädel, 50% der Weltbevölkerung sind Frauen, und die haben ein monatlich wiederkehrendes Bedürfnis. Ist nicht Ihr Bier, ok., aber dann sollten Sie sich auch zurückhalten.
daskänguru 23.11.2012
3. Das dachte ich auch gerade
Zitat von cabeza_cuadradaVor steigenden Tamponpreisen haben wir uns schon seit Jahren am meisten gefürchtet!!!
Beide Firmen haben einen Umsatz < 2,5 Mrd$. Wenn das mal kein großes böses Kartell ergibt. Gott sei Dank sind die Behörden da eingeschritten.
BlakesWort 23.11.2012
4.
Zitat von daskänguruBeide Firmen haben einen Umsatz < 2,5 Mrd$. Wenn das mal kein großes böses Kartell ergibt. Gott sei Dank sind die Behörden da eingeschritten.
Nur weil Sie den Sinn oder Unsinn eines Kartells nicht begreifen, müssen Sie dies nicht gleich in einem Forum weitergeben. Monopole dienen in der Regel nur dem Anbieter... man möge mir das Wortspiel nachsehen.
Altesocke 23.11.2012
5.
Zitat von Emil PeiskerWerter Quadratschädel, 50% der Weltbevölkerung sind Frauen, und die haben ein monatlich wiederkehrendes Bedürfnis. Ist nicht Ihr Bier, ok., aber dann sollten Sie sich auch zurückhalten.
Aber davon, das Tampons ausserhalb der "1' Welt" eher ein Nischendasein fristen, haben sie vermutlich noch nicht soviel gehoert, oder?
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