Tanken in Deutschland Benzinpreis klettert auf Rekordhoch

Autofahrer müssen jetzt ganz stark sein: Der Liter Super kostet an den rund 15.000 Tankstellen der Republik im Schnitt 1,604 Euro. Der Treibstoff ist damit so teuer wie noch nie.

Schild an Tankstelle: Spritpreis steigt und steigt
dapd

Schild an Tankstelle: Spritpreis steigt und steigt


Hamburg - Hohe Spritnachfrage in ganz Europa, sinkende Vorräte in Amerika, dazu das Chaos um den neuen Biotreibstoff E10 - all das treibt die Benzinkosten seit Wochen in die Höhe. Jetzt ist der Spritpreis auf ein neues Rekordhoch geschnellt.

Am Donnerstag kostete der Liter Superbenzin an den rund 15.000 deutschen Tankstellen im Schnitt 1,604 Euro. Damit wurde der bisherige Rekordpreis von 1,595 Euro vom 4. Juli 2008 leicht übertroffen. Das teilte der Mineralölverband SPIEGEL ONLINE auf Anfrage am Freitag mit. Der Liter Diesel lag bei 1,457 Euro - und damit noch etwas unter seinem Allzeithoch von rund 1,50 Euro.

Sprit ist seit Wochen enorm teuer. An einzelnen Tankstellen wurde der neue Rekord-Durchschnittspreis vom Donnerstag schon deutlich übertroffen. Unmittelbar vor Beginn der Oster-Reisewelle kostete Superbenzin in einigen Städten fast 1,66 Euro.

Die Mineralölbranche führt den hohen Preis auf die stärkere Nachfrage in Europa zurück, die im Sommer um rund 20 Prozent anzieht. Zusätzlich sind auch die Benzinvorräte in den USA sehr niedrig. Dann kaufen amerikanische Käufer gerne auf dem europäischen Benzinmarkt ein. Auf dem Weltmarkt soll sich zudem bemerkbar machen, dass die Motorisierung in China rapide voranschreitet und ebenfalls zusätzliche Nachfrage nach sich zieht.

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Grafiken: So setzt sich der Benzinpreis zusammen
Die Benzinpreise auf dem europäischen Großmarkt für Ölprodukte liegen seit Tagen deutlich über denen vom Sommer 2008. Gegenwärtig kostet eine Tonne Superbenzin in Rotterdam 1177 Dollar, das sind umgerechnet gut 59 Euro-Cent je Liter. Dieser Preis lag 2008 unter 56 Euro-Cent. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Preise an den Zapfsäulen weiter steigen.

Bereits am Donnerstag hatte sich angedeutet, dass beim Benzinpreis ein neuer Höchstwert erzielt wird. Im Netz des Marktführers Aral lag der Durchschnittspreis am Nachmittag bei 1,595 Euro für einen Liter Superbenzin, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Das entsprach dem bisherigen Höchststand vom Sommer 2008.

ssu

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bluearoma 29.04.2011
1. traurig
aber wahr.. heute morgen sogar 1.61 € hier.. Aber irgendwie vermisse ich den Aufschrei der Bevölkerung wie damals, als es das erste Mal schon so hoch war. Haben wir uns dran gewöhnt?
Torfstecher, 29.04.2011
2. ...
Autofahrer müssen vor allem etwas schlauer sein und nicht scheinbar willenlos die Karre volltanken. Nicht jede Fahrt ist sinnvoll (am Wochenende wird ja gerne nur so zum Spaß Sprit verbraten...warum auch immer). Man könnte seine Füße, sein Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Man könnte den SUV verkaufen und stattdessen ein vernünftiges Auto kaufen. Man könnte Fahrgemeinschaften bilden. Man könnte sich darüber Gedanken machen, ob es sinnvoll ist, im Grünen ein Haus zu kaufen, um täglich 2 Stunden mit dem Auto zur Arbeit zu pendeln. Naja, Sprit ist nicht wirklich teuer. Dafür wird einfach noch viel zu viel Auto gefahren.
kundennummer 29.04.2011
3.
Zitat von sysopAutofahrer müssen jetzt ganz stark sein: Der Liter Super kostete am Donnerstag an den rund 15.000 Tankstellen der Republik im Schnitt 1,604 Euro - der Treibstoff ist damit so teuer wie noch nie. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,759659,00.html
Was sich "bemerkbar" macht ist der Produktionsausfall durch die Abenteuer in Libyen und der Verweigerung Saudi-Arabiens diese Ausfälle zu covern. Weiterhin sind im Umfeld de Putsches in Ägypten diverse Förderanlage und Raffinerien beschädigt worden. Das amerikanische Imperium dekompiliert schneller und schneller. Es ist selbstverständlich ein Zeichen des großartigsten Aufschwungs aller Zeiten daß die Preise galoppieren. Aber alles kein Problem denn da nun zum 01.05. "Vollbeschäftigung" herrschen wird sollten die Konten der Bevölkerung vor Guthaben platzen. Wir alle begrüßen und unterstützen daher die weise und voraussschauende Politik unserer verehrten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ihres Kabinetts!
kantundco 29.04.2011
4. Falsch: der Bezinpreis steigt nicht.
Nur das Geld wird weniger wert. Man könnte es auch kalte Enteignung nennen. Mit der Finanzkrise hat es angefangen und mit den Euro-"Rettungsmaßnahmen" geht es weiter. Das Schlimmste: der Staat verdient ordentlich an einem Wirtschaftsgut von dem sehr viele abhängig sind und es täglich brauchen. Kalte Enteignung eben. Oder auch Inflation.
Schmockse 29.04.2011
5. Alles wird teurer!
[QUOTE=sysop;7731595 Der Liter Super kostete am Donnerstag an den rund 15.000 Tankstellen der Republik im Schnitt 1,604 Euro. [/QUOTE] Der Liter Bier wird dieses Jahr auf'm Oktoberfest die 9,-- €-Marke durchbrechen. http://www.wbrnet.info/vbhtm/9999-Entwicklung-Bierpreise.html So lange der Hersteller den Preis diktieren kann und das Volk die Waren zu diesem Preis abnimmt, kann sich da nix ändern!
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