Höhere Kaufkraft Tarifverdienste steigen stärker als die Inflation

Mit einem Plus von durchschnittlich 3,7 Prozent sind die Verdienste von Tarifbeschäftigten im dritten Quartal kräftig gestiegen. Doch es gab deutliche Unterschiede zwischen den Branchen.

Patienten und Pfleger in einem Heim in Hamburg
DPA

Patienten und Pfleger in einem Heim in Hamburg


Arbeiter und Angestellte mit Tarifvertrag haben im Schnitt mehr im Geldbeutel. Denn im dritten Quartal 2018 sind ihre Gehälter stärker gestiegen als die Inflation.

Einschließlich Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld standen durchschnittlich 3,7 Prozent mehr auf dem Gehaltszettel als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Seit Beginn der Statistik 2012 gab es nur einmal ein größeres Plus, und zwar im Frühjahr 2017 mit 3,8 Prozent.

Ohne Sonderzahlungen betrug das Plus im dritten Quartal 2,7 Prozent. Die Verbraucherpreise legten im gleichen Zeitraum um 2,1 Prozent zu. Unter dem Strich behalten viele Beschäftigte somit mehr Geld im Portemonnaie. Das stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum ankurbeln. 2017 hatten die Gehälter der Tarifbeschäftigten in Deutschland im Schnitt im sechsten Jahr in Folge stärker zugelegt als die allgemeine Teuerung.

Allerdings gibt es bei den Steigerungsraten erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Wirtschaftszweigen. Überdurchschnittlich erhöhten sich die monatlichen Tarifverdienste im dritten Quartal etwa in der Wasserversorgung (plus 7,6 Prozent), im Bereich Kunst und Unterhaltung (plus 5,5 Prozent), in der Energieversorgung (plus 5 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 4,8 Prozent).

Grund für diese vergleichsweise hohen Zuwächse sei vor allem ein Sondereffekt, erklärten die Statistiker: Die im April vereinbarte Tariferhöhung für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden sei erst zum Zeitpunkt der Auszahlung berücksichtigt worden.

Unterdurchschnittlich stiegen dagegen die Tarifverdienste unter anderem im Bereich Information und Kommunikation (plus 2,9 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft (plus 2,7), im Handel (plus 2,3 Prozent) sowie im Bergbau (plus 2,0 Prozent).

mmq/dpa/Reuters



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