Gute Ernte: Kaffee wird billiger

Erfreuliche Nachrichten für Kaffeetrinker: Die Preise sinken wieder. Gute Ernten in Brasilien haben dafür gesorgt, dass die Bohnen auf dem Weltmarkt zuletzt deutlich billiger wurden. Nun bekommen das auch die deutschen Verbraucher zu spüren. Der Marktführer hat bereits reagiert.

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Kaffeebohnen: Im vergangenen Jahr waren die Preise dramatisch gestiegen

Hamburg - Die zuletzt stark gestiegenen Kaffeepreise in Deutschland entspannen sich wieder. Marktführer Tchibo senkte am Montag die Preise um 50 Cent je Pfundpackung. Populäre Sorten kosten damit 5,49 Euro je Pfund. "Die Spekulationen am Kaffeemarkt haben sich beruhigt", erklärte ein Konzernsprecher. Experten erwarten, dass andere Hersteller nachziehen.

Bisher äußerten sich die großen Konkurrenten nicht über ihre Preispolitik. Hersteller wie Kraft Foods ("Jacobs Krönung"), Dallmayr und Melitta haben keine oder kaum eigene Ladengeschäfte, sondern verkaufen an den Lebensmittelhandel, der in seiner Kalkulation nicht an die Vorgaben von Lieferanten gebunden ist.

Bis zum vergangenen Jahr waren die Kaffeepreise auf dem Weltmarkt drastisch gestiegen. Der Gesamtindex der Internationalen Kaffee-Organisation ICO in London war im Mai auf mehr als 2,40 Dollar je Pfund (454 Gramm) geklettert; einige der in Deutschland beliebten Arabica-Sorten kosteten zeitweise mehr als drei Dollar je Pfund.

Nun sinken die Preise wieder. Mittlerweile notiert der Index bei 1,68 Dollar, rund ein Drittel niedriger als vor einem Jahr. Bei Arabica war der Rückgang zum Teil noch ausgeprägter, während sich der Preis für die in Deutschland weniger verwendeten Robusta-Kaffeesorten kaum veränderte.

Vor allem gute Ernten im größten Kaffee-Anbauland Brasilien haben den Preis für Rohkaffee ins Rutschen gebracht. "Der Markt wird von fundamentalen Faktoren bestimmt", sagte am Montag der Rohstoffexperte Leon Leschus vom Hamburgischen Weltwirtschafts-Institut (HWWI). "Die Spekulation verstärkt dann den Preistrend, nach oben oder nach unten."

Wegen der hohen Liquidität der Finanzmärkte werden gegenwärtig fast alle Rohstoffe teurer; besonders schmerzlich bemerken die Verbraucher das beim Öl. Beim Kaffee jedoch glauben die Spekulanten nicht an steigende Preise und haben sich deshalb zurückgezogen.

Der Rohkaffeepreis wirkt sich auf den Preis für die Endverbraucher aus, ist aber nur einer von mehreren Faktoren. Die Kaffeesteuerbeträgt in Deutschland 1,10 Euro je Pfund, dazu kommen unter anderem die Mehrwertsteuer von sieben Prozent sowie die Margen für den Handel und den Röster.

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