Stromnetz Verbraucherschützer raten von Tennet-Bürgeranleihe ab

Die Verbraucherzentralen warnen vor der Bürgeranleihe des niederländischen Stromanbieters Tennet: Den Anlegern werde suggeriert, dass es sich um eine rentable Geldanlage handle. Viele seien sich der Risiken nicht bewusst.

Strommast in Pfatter: Risiko des Totalverlusts
dpa

Strommast in Pfatter: Risiko des Totalverlusts


Hamburg - Die sogenannte Bürgeranleihe zum Ausbau des Stromnetzes eignet sich laut Verbraucherschützern nicht für Privatanleger. Der Grund seien hohe Risiken, teilten die Verbraucherzentralen Hamburg und Baden-Württemberg am Montag mit.

Den privaten Anlegern werde suggeriert, dass sie exklusiven Zugang zu einer rentablen Geldanlage erhielten. Mit Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) werben zwei Regierungsmitglieder für diese Form der Beteiligung am Ausbau der Stromnetze. Dadurch bestehe "die Gefahr, dass viele Menschen im Vertrauen darauf die Anlagerisiken nicht ausreichend berücksichtigen", sagte Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Wer in die Bürgeranleihe investiere, trage das Risiko eines Totalverlustes und könne den Kredit, den er dem Unternehmen Tennet gebe, nie kündigen, warnte Klug. Die Laufzeit sei unbefristet, so dass die Anleihe nur an der Börse verkauft werden könne. "Wie viel an der Börse gezahlt wird, ist jedoch ungewiss." Den angekündigten Zins von fünf Prozent gebe es für Anleger frühestens nach Baubeginn. Bis dahin liege er bei drei Prozent. Zudem könne sich der für 2015 geplante Baubeginn durch Gerichtsverfahren verzögern, da es Widerstände in der Region und bei Umweltschützern gebe.

Bürgerbeteiligung soll 15 Prozent der Investitionen bringen

Altmaier und Rösler hatten sich Anfang Juli mit den vier Netzbetreibern auf ein Konzept für sogenannte Bürgeranleihen geeinigt. Sie hoffen, dass sie damit den Netzausbau beschleunigen und die Akzeptanz für neue Leitungen erhöhen können. Die Mindesteinlage soll dem Konzept zufolge bei etwa tausend Euro liegen. Anwohner in unmittelbarer Nähe neuer Leitungen sollen bevorzugt werden. Die Regierung schätzt, dass bis 2023 rund 20 Milliarden Euro in neue Netze investiert werden müssen. Die Bürgerbeteiligung soll bis zu 15 Prozent dieser Investitionssumme einbringen.

Modelle der Bürgerbeteiligung sollen in den kommenden Monaten die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, TransnetBW und 50Hertz entwickeln. Tennet betreut bereits das Pilotprojekt in Schleswig-Holstein zur Finanzierung einer Windstromleitung. 160.000 Haushalte in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen wurden angeschrieben. Die Zeichnungsfrist läuft bis 30. August.

Die geplante Westküstenleitung soll Strom aus Windparks an der Nordseeküste über 150 Kilometer in den Süden Schleswig-Holsteins leiten, wo Anschluss an das überregionale Netz besteht.

cte/AFP



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Seite 1
mori1982 05.08.2013
1. auf gut Deutsch -
Kleinanleger sollten am besten die Finger von Anleihen lassen, denn da ist immer eine Wahrscheinlichkeit für Totalausfall gegeben. Aber wer auf den Verbrauchschutz in dieser Hinischt hört, hat schon verloren. Da wird dem Kleinsparer der Kauf von Immobilien empfohlen - klar wir hatten/haben ja erst die Immobilienkrisen in Spanien und USA. Jetzt kann man sich überlegen, 3% Zinsen p.a. bekommen durch Anleihen/Aktien oder 3% Zinsen zahlen für Immobilienkredite. Wo "spart" man wohl mehr :/ Und by the way, Anleihen der Deutschen Bank geben 8% Rendite, wenn man das Geld aber am Schalter abgibt, da gibt es dann 0,8% Zinsen.
soulbrother 05.08.2013
2.
Zitat von sysopdpaDie Verbraucherzentralen warnen vor der Bürgeranleihe des niederländischen Stromanbieters Tennet: Den Anlegern werde suggeriert, dass es sich um eine rentable Geldanlage handle. Viele seien sich aber der Risiken nicht bewusst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/tennet-verbraucherschuetzer-raten-von-buergeranleihe-ab-a-914864.html
Bevor irgendjemand irgendetwas irgendwohin bezahlt, sollte zunächst geklärt werden, welche Leitungen in welchem Umfang benötigt werden. Die derzeitige Planung des Netzausbaus scheint deutlich überdimensioniert und unwirtschaftlich zu sein, denn das Netz soll gemäß NEP nicht nur den Strom aus Windkraftanlagen transportieren, sondern auch bei Starkwind und Sonnenschein unvermindert den Kohlestrom transportieren und exportieren können. Wissenschaftler: Netzausbau überteuert und ineffizient (http://www.stromtip.de/News/25916/Wissenschaftler-Netzausbau-ueberteuert-und-ineffizient.html)
Nirvana 05 05.08.2013
3.
Interessante Taktik, wenn die Anwohner die Anleihen kaufen, wollen sie natürlich das fix gebaut wird um Profit zu machen. Dann protestieren sie nicht gegen den Ausbau und überzeugen eventuell auch den Nachbarn nicht zu protestieren, sondern zu investieren. kann natürlich auch nach hinten losgehen, dann gibts kein Geld von den Anliegern aber immer noch Widerstand gegen den Bau...
silverhair 05.08.2013
4.
Zitat von soulbrotherBevor irgendjemand irgendetwas irgendwohin bezahlt, sollte zunächst geklärt werden, welche Leitungen in welchem Umfang benötigt werden. Die derzeitige Planung des Netzausbaus scheint deutlich überdimensioniert und unwirtschaftlich zu sein, denn das Netz soll gemäß NEP nicht nur den Strom aus Windkraftanlagen transportieren, sondern auch bei Starkwind und Sonnenschein unvermindert den Kohlestrom transportieren und exportieren können. Wissenschaftler: Netzausbau überteuert und ineffizient (http://www.stromtip.de/News/25916/Wissenschaftler-Netzausbau-ueberteuert-und-ineffizient.html)
Tja, seien sie mal froh das Planungen, Streits , Bedenken nicht immer so enden wie sie präsentiert werden - sonst würden sie heute noch bei Gaslicht und Kerzen in der Wohnung sitzen! Stromkrieg (http://de.wikipedia.org/wiki/Stromkrieg)
braman 05.08.2013
5. Kleinanleger
Wenn Werbung gemacht wird mit Prominenten sollten doch wohl bei allen, die älter als 20 Jahre sind, erst mal die Warnlampen an gehen. Da gibt es doch genügend Beispiele, das der Schuss nach hinten los ging.
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