Berlin - Vor einem halben Jahr hatte die Bundesregierung die Idee der verdeckten Ermittler in Banken vorgestellt. Nun muss sie die Pläne zumindest verschieben, wie die "Welt" berichtet. Grund seien Einwände des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar. Dieser habe eine fehlende rechtliche Grundlage für die geplanten Kontrollen der Beratungsqualität durch Kontrolleure im Auftrag der Finanzaufsicht BaFin reklamiert.
Nun will das Finanzministerium als zuständiges Ressort ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen: "Die Bundesregierung beabsichtigt nun, zeitnah eine spezielle Rechtsgrundlage zur Durchführung von Testberatungen zu schaffen", zitierte die Zeitung einen Ministeriumssprecher. Die Vorbereitungen liefen, allerdings sei offen, wann das Bundeskabinett darüber entscheiden soll.
Schaar begründete seine Bedenken laut der Zeitung damit, dass das heimliche Erheben und Nutzen von Daten der Bankberater durch eine staatliche Behörde "mangels gesetzlicher Grundlagen sehr problematisch" wäre.
Der ursprüngliche Zeitplan, wonach die Ermittler im Laufe dieses Jahres ihre Arbeit aufnehmen sollten, lässt sich laut der Zeitung nun kaum noch halten. "Solange es kein entsprechendes Gesetz gibt, wird das Projekt auch nicht ausgeschrieben werden", sagte ein BaFin-Sprecher.
Die Behörde will ein Marktforschungsinstitut mit den Kontrollbesuchen beauftragen. Aufgabe der Testkäufer soll sein, bestehende Gesetze zur Verbesserung der Beratungsqualität zu kontrollieren.
fdi/dpa
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