Teure Seltene Erden: Siemens warnt vor Preisschub bei Küchenherden
Die Verteuerung der Seltenen Erden wirkt sich auf immer mehr Produkte aus: Nachdem schon der Energiesparlampen-Produzent Osram Preiserhöhungen damit begründete, warnt nun auch Europas größter Haushaltsgerätehersteller vor steigenden Kosten.
Frankfurt am Main - Seltene Erden könnten die Preise zahlreicher Geräte in die Höhe treiben. Die Metalle, die vor allem aus China importiert werden, sind für die Herstellung zahlreicher Güter nötig. Jetzt, da die Preise steigen, warnen zahlreiche Hersteller vor einem Kostenschub für Verbraucher.
Die Siemens-Tochter Osram hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sie die Preise für Energiesparlampen um bis zu 25 Prozent erhöht. Nun zieht Europas größter Hersteller von Haushaltsgeräten nach: Die Bosch Siemens Hausgeräte GmbH schließe Preiserhöhungen noch in diesem Jahr nicht mehr aus, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Dienstag.
Ursache seien Preissteigerungen bei Stahl und Edelstahl - und bei den Seltenen Erden. Das Unternehmen setze "alles daran", die Kostensteigerungen nicht eins zu eins über die Produktpreise weiterzugeben, sagte eine Unternehmenssprecherin. Preiserhöhungen sind aber möglich. Seltene Erden werden laut Bericht bei der Emaillierung von Herden benötigt.
Die seltenen Erden haben sich nach Angaben des Unternehmens in den vergangenen zwölf Monaten teilweise um bis zu 1000 Prozent verteuert. Sie werden demnach für die Herstellung von Leuchtstofflampen zwingend benötigt.
Die EU will nun eigene Reserven aufbauen, um die Abhängigkeit von Importen aus China zu reduzieren. Man arbeite einerseits daran, die Versorgung mit diesen Mineralien aus Lateinamerika, Afrika oder Russland sicher zu stellen, sagte eine Sprecherin von EU-Industriekommissar Antonio Tajani. Andererseits lege die Gemeinschaft Depots an, um mit Stoffen aus der EU arbeiten zu können.
China liefert derzeit mehr als 95 Prozent der seltenen Erden für den Weltmarkt. Die Volksrepublik hat die Ausfuhr zuletzt aber eingeschränkt und mehrere Minen unter staatliche Kontrolle gebracht. Westliche Industrieländer wie Deutschland, die USA und Japan werfen China vor, das Angebot künstlich zu verknappen.
ssu/AFP/Reuters
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