Teures Öl: Inflation springt überraschend auf 2,3 Prozent
Steigende Preise für Heizöl und Sprit haben die Inflationsrate im Februar überraschend nach oben schnellen lassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Preise um 2,3 Prozent höher - und damit deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank.
Wiesbaden - Eigentlich war die Inflationsrate schon auf dem Weg nach unten. Doch der Preisschock bei Kraftstoffen und Heizöl hat die Teuerung in Deutschland wieder in die Höhe getrieben. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im Februar um 2,3 Prozent.
Im Januar hatte die Teuerungsrate noch bei 2,1 Prozent gelegen. Für das Gesamtjahr 2011 hatten die Statistiker eine Inflationsrate von 2,3 Prozent errechnet. Ökonomen erwarten, dass der Preisschub in den kommenden Monaten nachlassen wird.
Die Europäische Zentralbank sieht bei Teuerungsraten bis knapp unter zwei Prozent die Preisstabilität gewahrt. Seit Dezember 2010 liegt die Rate nun aber konstant über dieser Marke.
Verantwortlich für den jüngsten Anstieg ist teure Energie. Superbenzin kostete beispielsweise in Hessen 9,4 Prozent mehr als im Februar 2011, für Diesel wurde an den Zapfsäulen 7,2 Prozent mehr verlangt. Heizöl verteuerte sich sogar um 16,6 Prozent. Auch Gas, Strom und Nahrungsmittel kosteten deutlich mehr.
Die teuren Kraftstoffe bedrohen inzwischen auch das erwartete Wachstum des privaten Konsums in Deutschland. "Das größte Risiko dafür ist der Höhenflug der Ölpreise", warnt Ökonom Jörg Lüschow von der WestLB. "Sollte er noch eine Weile anhalten, wird ein Teil der Einkommenszuwächse wieder aufgezehrt." Bislang sagen fast alle Experten ein robustes Konsumwachstum voraus, für das die sinkende Arbeitslosigkeit und spürbare Lohnerhöhungen sorgen sollen.
stk/dpa/Reuters
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