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Teures Wechselgeld: Handel will Verbraucher für höhere Kosten zahlen lassen

Die Bundesbank spart, der Handel muss mehr zahlen und am Ende soll es am Verbraucher hängen bleiben. Geschäfte rechnen infolge der Privatisierung der Münzgeldversorgung mit einer Kostenwelle und wollen die Belastungen an die Kunden weitergeben.

Wechselgeld in einer Kasse: Münzgeld soll teurer werden Zur Großansicht
AP

Wechselgeld in einer Kasse: Münzgeld soll teurer werden

Berlin - Seit Januar stellt die Bundesbank ihre Münzgeldversorgung um. Das könnten bald die Verbraucher durch höhere Kosten zu spüren bekommen. Denn während die Bundesbank Geld einspart, klagt der Handel über höhere Gebühren und will diese an die Kunden weitergeben.

Für sein Institut habe sich durch die Privatisierung der Bargeldversorgung der Bearbeitungsaufwand allein im Januar um 30 Prozent reduziert, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der "Welt am Sonntag". Entgegen mancher Befürchtungen habe es keine Störungen bei der Versorgung des Handels mit Wechselgeld gegeben.

Geschäftsinhaber beklagen sich dennoch. Denn seit Januar kann Münzgeld bei den Bundesbankfilialen nur noch in sogenannten Norm-Containern bezogen werden. Diese enthalten Euro- und Cent-Stücke im Wert von jeweils 314.000 Euro. In einer Übergangsphase bis zum 1. Mai können auch noch kleinere Mengen bezogen werden. Dafür werden allerdings zusätzliche Gebühren fällig. Danach sollen Lagerung und Sortierung des Kleingeldes von privaten Dienstleistern in Zusammenarbeit mit Geschäftsbanken übernommen werden. Im Gegensatz zur Bundesbank werden diese den Service jedoch nicht mehr kostenlos anbieten.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet deshalb massive Kostensteigerungen bei der Bargeldversorgung. "Im Mai kommt eine Kostenwelle auf uns zu", sagte Ulrich Binnebößel, Experte für Zahlungssysteme beim HDE. Der Preis einer Münzrolle könne sich dann verdoppeln und um sieben bis acht Cent steigen. Dies könne große Lebensmittelkonzerne mit vielen Filialen einige Tausend Euro pro Tag kosten. "Diese Kosten werden wir zum Teil auf den Endverbraucher umlegen müssen", kündigte Binnebößel an.

mmq/dapd

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1. Erschütterung macht sich breit !
dango 06.03.2011
"Dies könne große Lebensmittelkonzerne mit vielen Filialen einige Tausend Euro pro Tag kosten." Ich bin erschüttert und sehe eine Pleitewelle auf uns zukommen ! ALDI, LIDL und viele andere stehen vor dem Aus... Wobei ich gerade bei den Großen erwartet hätte, dass die noch am ehesten selbst den ein oder anderen Normcontainer brauchen und weiter zur Bundesbank gehen können. Andererseits könnte man auch die Frage stellen, warum die Bundesbank denen aus Steuergeld ausgerechnet diesen Service gratis zur Verfügung stellen soll. Selbst wenn ich mein Kleingeld zur Bank bringe muss(te) ich ja mitunter mit Gebühren rechnen...
2. Bankensystem brenne !
Tom1691 06.03.2011
Ist Münzgeld nicht gesetzliches Zahlungsmittel und die Versorgung mit gesetzlichen Zahlungsmittel ursprünglich als Grund dafür genannt, diese Dienstleistung der Geldversorgung sich mit Zinsen bezahlen zu lassen. Zinsen werden doch noch immer kassiert, wieso dann erneute Kosten für die Geldversorgung. Langsam wird es Zeit, dem Bankensystem zu zeigen, wem es zu dienen hat und sei es mit Gewalt, wenn kein Umdenken stattfindet. Ein Hoch auf Silvio Gesell.
3. Milliardengewinne
Quo vadis? 06.03.2011
werden jedes Jahr eingefahren, und trotzdem muss die Bundesbank sparen? Geht mir nicht in meinen Kopf rein...Der nächste Punkt, der das alltägliche Leben verteuert - ohne jeglichen Gegenwert oder Nutzen.
4. ...
Crom 06.03.2011
Gibt's dann Rabatt, wenn man passend zahlt? ^^
5.
Walter Sobchak 06.03.2011
Tja, natuerlich bleibt soetwas am Kunden haengen, wo denn auch sonst. Dass Gelddrucken und verteilen allerings auch in Deutschland immmer mehr privatisiert wird ist das eigentlich bedenkliche an der Sache.
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