Baierbrunn - In kaum einem Industrieland weltweit geben die Menschen im Verhältnis zu ihrem Einkommen weniger Geld für Essen aus als in Deutschland. Den aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2009 zufolge waren es weniger als zehn Prozent des privaten Budgets. Nach zahlreichen Berichten über Lebensmittelskandale scheint sich das jetzt zu ändern.
Knapp 43 Prozent der Verbraucher wären bereit, mehr für ihre Ernährung auszugeben als bisher, wenn die Lebensmittel dafür gesundheitlich absolut einwandfrei wären. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage der "Apotheken Umschau".
Allerdings scheitert der Umfrage zufolge bei sehr vielen der Wunsch nach mehr Gesundheit auch am Geldbeutel: Gut 45 Prozent gaben demnach an, sie könnten es sich gar nicht leisten, mehr Geld für eventuell gesündere Lebensmittel auszugeben. Die große Nachfrage nach billigen Lebensmitteln sorgt in Deutschland für harte Preiskämpfe im Lebensmittel-Einzelhandel - höhere Preise seien kaum durchzusetzen, heißt es in der Branche. In kaum einem Land sind Discounter wie Aldi oder Lidl so erfolgreich wie in Deutschland.
Aufgrund der Diskussionen über die Sicherheit von Lebensmitteln hat sich offenbar aber schon einiges geändert: Mehr als ein Drittel (35,6 Prozent) der Befragten gaben an, mehr Geld als früher für als gesund eingestufte Produkte auszugeben. Knapp 30 Prozent kaufen aus diesem Grund auch mehr sogenannte Bioprodukte.
Für die Umfrage befragte die GfK Marktforschung Nürnberg bundesweit 2073 repräsentativ ausgewählte Personen ab 14 Jahren.
nck/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Verbraucher & Service | RSS |
| alles zum Thema Lebensmittelpreise | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH