München - Sorge um ihr Erspartes machten sich die Deutschen schon immer. Doch selten war die Furcht vor einer massiven Geldentwertung so groß wie heute. Laut einer aktuellen Umfrage haben 46 Prozent der Befragten Angst davor, dass ihr Vermögen durch eine Inflation seinen Wert verliert. Bei einer ähnlichen Umfrage im Frühjahr waren es noch 37 Prozent.
Laut der Studie, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der Allianz Bank durchgeführt hat, hat nicht einmal mehr jeder Dritte (30 Prozent) volles Vertrauen in die Stabilität der gemeinsamen europäischen Währung. 36 Prozent haben begrenztes Vertrauen. 33 Prozent gaben an, ihren Glauben an die Stärke des Euro verloren zu haben.
Hintergrund ist die seit mehr als eineinhalb Jahren schwelende Euro-Krise. Zwar hat sich der Wechselkurs des Euro in dieser Zeit als relativ stabil erwiesen. Allerdings ist die Inflationsrate zuletzt leicht gestiegen. Im November lag sie in der Euro-Zone bei drei Prozent. Einige Ökonomen fürchten, dass die Preise bald schneller steigen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) im Zuge der Krisenbekämpfung zu viel Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpt.
An diesem Donnerstag will die EZB ihre jüngste Zinsentscheidung bekanntgeben. Experten rechnen damit, dass die Notenbank den Leitzins von 1,25 auf ein Prozent senken wird, um eine drohende Rezession zu vermeiden und Geld für die Banken billiger zu machen.
Angesichts der Finanzkrise wächst in Deutschland auch die Verunsicherung über die richtige Geldanlage. In der Umfrage gaben 45 Prozent der Befragten an, sie seien nicht sicher, wo ihr Geld am besten aufgehoben ist. Während ohnehin wenig beliebte Anlagen wie Aktien oder Fonds weiter an Attraktivität verlieren, wächst das Interesse an Immobilien. Weiter ganz oben auf der Liste der beliebten Anlagen liegen Klassiker wie Sparbuch oder Sparbrief - 53 Prozent gaben an, dort Geld zu parken.
Für die Umfrage wurden Mitte November 2277 Menschen ab 18 Jahren befragt, die in ihrem Haushalt über finanzielle Fragen entscheiden oder mitentscheiden.
Trotz der wachsenden Sorgen sind nach wie vor 42 Prozent mit ihrem Vermögen zufrieden, nur ein Prozentpunkt weniger als bei der vorigen Umfrage. Deutlich unglücklicher sind die Deutschen dagegen mit ihrem Nettoeinkommen. Nur jeder Dritte bundesweit gab an, damit zufrieden zu sein, was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt.
stk/dpa
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