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Umfrage zu Zukunftswünschen: Wovon die Deutschen träumen

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Stellen Sie sich vor, Sie hätten drei Wünsche frei: Eine Umfrage für SPIEGEL ONLINE zeigt, dass der Bundesbürger nicht viel braucht, um glücklich zu sein.

Vater, Mutter, Kind (Archiv): Wunsch nach heiler Familie statt nach Porsche und Ferrari Zur Großansicht
Corbis

Vater, Mutter, Kind (Archiv): Wunsch nach heiler Familie statt nach Porsche und Ferrari

Die Deutschen würden wohl jede gute Fee zum Gähnen bringen. Ihre Wünsche sind so alltäglich und korrekt, dass sie das Klischee vom Hausbesitzer mit Familie und Auto vor der Tür voll erfüllen. Das zeigt eine Umfrage des GfK Vereins für SPIEGEL ONLINE.

Sie belegt aber auch: Die Deutschen sorgen sich nicht nur um ihr eigenes Wohl, sondern auch um das Glück ihrer Angehörigen und Freunde.

Die Umfrage sollte die Träume der Menschen herauskitzeln. Darum wurden sie gefragt, welche drei Wünsche sie einer guten Fee nennen würden. Darauf antworteten die Befragten recht übereinstimmend: Mehr als die Hälfte wünscht sich Gesundheit, für fast 40 Prozent ist finanzielle Sicherheit ein Traum und nahezu ein Drittel wünscht sich Glück in der Familie. Fast ebenso häufig wie Partnerschaft und Kinder wurde mit 30,4 Prozent aber auch der Wunsch nach materiellen Dingen genannt.

Stellen Sie sich vor, eine gute Fee kommt zu Ihnen und fragt Sie, was Ihre drei größten persönlichen, bis jetzt unerfüllten Wünsche sind. Welche drei wichtigsten persönlichen Wünsche würden Sie der Fee sagen? Die Antworten fielen in folgende Kategorien:

Von allen Befragten, die Gesundheit als Wunsch nannten, dachten dabei fast 38 Prozent der Befragten an das eigene Wohlbefinden. Jeder Zehnte hatte immerhin die Gesundheit seiner Familie im Kopf. Interessant sind die Zahlen zum Thema Abnehmen. Während Frauenzeitschriften regelmäßig mit Diäten aufwarten und Apotheken und Drogeriemärkte Schlankmacher-Drinks feilbieten, erscheint das Thema Abspecken in der Umfrage eher als Randphänomen. Nur 2,1 Prozent nannten Abnehmen als großen Wunsch.

Beim Thema Finanzen sind die Deutschen nicht besonders einfallsreich. 22 Prozent nannten als wichtigen Wunsch, dass sie einfach genug Geld haben. Vom Lottogewinn träumen mehr als sieben Prozent. Nur vier Prozent würden sich von der Fee zum Superreichen mit einem riesigen Vermögen machen lassen. Das ist insofern bemerkenswert, da etwa genauso viele Befragte sagten, sie würden sich einfach nur einen ausreichend bezahlten Job wünschen.

Die gute Fee müsste sich auch beim Thema Familie nicht besonders ins Zeug legen. Denn nur 13 Prozent haben hier Bedarf und wünschen sich, dass sie mit ihrem aktuellen Partner und Kindern glücklich sind. Bei mehr als acht Prozent allerdings fehlt der passende Partner oder die passende Partnerin noch. Einen wirklich außergewöhnlichen Wunsch nannten mit weniger als ein Prozent nur ganz wenige Befragte: Sie würden sich einen verstorbenen Mitmenschen zurückholen lassen.

Dass viele Befragte sich Gesundheit und ein gutes Privatleben ohne finanzielle Sorgen wünschen, ist zwar nicht besonders originell. Nachvollziehbar ist es schon. Aber dann werden sie beim Thema Eigentum mal richtig kreativ und wünschen sich von der guten Fee ausgefallene Sachen.

Sollte man meinen.

Aber auch wenn es um Besitz geht, bleiben die Deutschen offenbar immer hübsch im Alltagstrott. Ein Auto, ein schönes Haus und eine Wohnung stehen ganz oben auf der Wunschliste. Sogar beim Fahrzeug sind die Befragten nicht besonders luxusaffin. Einen Ferrari oder einen Porsche nannten nur ganz wenige.

Die Teilnehmer wurden auch gefragt, worum sie die gute Fee bitten würden, wenn es explizit um etwas geht, was man kaufen kann. Hier wollten fast zwei Drittel der Befragten etwas haben, was sie dann auch ihr Eigentum nennen können. Für eine Reise entschieden sich 10,7 Prozent. Fast acht Prozent fiel kein Kaufwunsch ein und immerhin mehr als vier Prozent zeigten sich wunschlos glücklich. Unter Sonstiges fallen Antworten wie Familienglück, Gesundheit und Frieden. Genannt wurden hier aber auch ganz profane Wünsche - etwa eine Haushaltshilfe.

Angenommen die gute Fee sagt, Sie können sich etwas aussuchen, was man kaufen kann. Was würden Sie sich aussuchen?

Die Umfrage zeigt: Wenn es ums Kaufen geht, dann zählt für die Deutschen der Besitz. Und hier werden sie auch dem Klischee der Autobesitzer und Häuslebauer gerecht. Wobei das Fahrzeug offenbar wichtiger ist: Denn ein eigenes Auto nennen 22,9 Prozent als Wunsch, ein eigenes Haus 19,5 Prozent. Die ganz ausgefallenen Wünsche wie etwa ein Flugzeug sind verschwindend gering.

Wenn nun eine gute Fee vor einem stünde, würden sich ja tatsächlich ganze neue Möglichkeiten ergeben. Darum ging es bei der Umfrage auch um etwas, das man sich kaum kaufen kann: Zeit. Was würden die Menschen mit einem zusätzlichen freien Tag pro Woche anfangen? Einige gaben sich ganz rastlos und sagten, sie würden im Haus oder Garten arbeiten. Wieder andere, darunter auch Rentner, brauchen schlicht keinen zusätzlichen freien Tag. Das waren aber so wenige, dass sie in der Grafik unter Sonstige fallen. Die meisten würden sich dann einfach mal ausruhen oder Zeit mit der Familie verbringen.

Die Fee kommt noch einmal und schenkt Ihnen diesmal einen zusätzlichen freien Tag pro Woche. Was würden Sie an diesem Tag tun?

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insgesamt 128 Beiträge
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1. Der Bundesbürger braucht nicht viel, um glücklich zu sein.
Ganzgeber 12.03.2015
Das ist gut, denn viel wird es in Zukunft auch nicht mehr geben.
2. zukunft...
sci666 12.03.2015
man sieht wie wenig leute sich wirklich gedanken machen um ihre zukunft, ausreichende rente steht fast ganz unten in der wunschliste... dabei rutschen doch heute schon ein großteil der menschen in altersarmut ! das volk hat den knall noch nicht gehört aber das kommt siche rnoch,.... wenn es zu spät ist. Milliarden und abermilliarden werden verpulvert für pleitebanken pleitestaaten und andere abstruse EU ideen !
3. Eine bessere Welt
Dramaturg 12.03.2015
Ohne Krieg Ohne Hunger Ohne Krankheit Dann würden sich alle anderen Wünsche entweder von selbst erfüllen oder erst gar nicht mehr vorhanden sein.
4. Die eigene kleine Welt
hanfiey 12.03.2015
Das war zur Biedermeier-Zeit so und mich verwundert es nicht. Die vielen Krisen in letzter Zeit möchte keiner mehr hören. Ich finde das durchaus legitim und nachvollziehbar, der perfekte Nährboden für Politik die einfach alles aussitzt. Wenn jetzt noch die Sonne scheint hab ich auch was ich möchte.
5. Ist das wirklich so überraschend?
MeFFM 12.03.2015
Und wenn nur jeder 10te an die Gesundheit anderer denkt, kann man da wirklich von sprechen, dass wir Deutschen uns für das Wohl anderer interessieren? Ich würde behaupten das dieser Wert im Rest der Welt deutlich höher liegt.
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