Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Negativpreis: Einweg-Lobbyverband ist "Umwelt-Dinosaurier" 2013

Trophäe mit Getränkedosen: "Wirtschaftliche Interessen auf Kosten der Umwelt" Zur Großansicht
DPA

Trophäe mit Getränkedosen: "Wirtschaftliche Interessen auf Kosten der Umwelt"

Erst vor wenigen Wochen gründeten Großkonzerne den "Bund Getränkeverpackungen der Zukunft". Jetzt erhält er vom Naturschutzbund den Negativpreis "Umwelt-Dinosaurier". Schon der Name des Lobbyverbandes für Einwegflaschen und Dosen sei dreist, finden die Umweltschützer.

Berlin - Das ging schnell: Nicht einmal zwei Monate nach Bekanntgabe seiner Gründung hat ein Lobbyverband für Einwegverpackungen den laut Naturschutzbund (Nabu) "peinlichsten Umweltpreis Deutschlands" erhalten. Der "Umwelt-Dinosaurier 2013" werde dem Geschäftsführer des im Herbst gegründeten Bundes Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ) zuerkannt, teilte der Nabu mit.

Ende Oktober hatten sich die Discounter-Ketten Aldi und Lidl sowie Lekkerland, die Getränkehersteller PepsiCo, Red Bull und MEG sowie die Dosenhersteller Ball und Rexam in dem Verband zusammengeschlossen.

Schon der Name sei dreist, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke: "Hier geht es nicht um Getränkeverpackungen der Zukunft, sondern um knallharte wirtschaftliche Interessen auf Kosten der Umwelt." Einwegflaschen und Dosen verschwendeten Rohstoffe und trügen zur Klimaerwärmung bei.

Das Argument des BGVZ, Einwegverpackungen erfreuten sich bei Verbrauchern steigender Beliebtheit, die nicht durch neue Zwangsabgaben bestraft werden sollte, kontern die Naturschützer auf ihrer Webseite: Es sei unseriös, wenn Verbraucher aufgrund fehlender Alternativen im Regal nicht mehr zwischen umweltfreundlicher und umweltschädlicher Verpackung wählen könnten und die Kaufentscheidung dann als Zuspruch zur Verpackung umgedeutet werde.

Der Nabu forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf, in ihrer Amtszeit eine Getränkeverpackungssteuer einzuführen, um den Anteil von Einwegplastikflaschen und Dosen deutlich zu verringern.

Der Naturschutzbund vergibt den Negativpreis seit 1993 nahezu jährlich an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich seiner Ansicht nach beim Umweltschutz negativ hervorgetan haben. Die 2,6 Kilogramm schwere Zinn-Nachbildung einer Riesenechse war zuletzt der damaligen Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) verliehen worden.

fdi/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Aha
Byrne 27.12.2013
Zitat von sysopDPAErst vor wenigen Wochen gründeten Großkonzerne den "Bund Getränkeverpackungen der Zukunft". Jetzt erhält er vom Naturschutzbund den Negativpreis "Umwelt-Dinosaurier". Schon der Name des Lobbyverbandes für Einwegflaschen und Dosen sei dreist, finden die Umweltschützer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/umwelt-dinosaurier-2013-einweg-lobby-mit-nabu-negativpreis-gekuert-a-940990.html
Der Verleiher selber tituliert den Preis als den "peinlichsten", den man bekommen kann und die Redaktion übernimmt dies dann. Das spricht ja Bände. Schade drum, denn die Diskussion darum, welche Verpackung für welche Dinge bei welchem Distributionsradius nun umweltschädlich ist und welche nicht, ist sehr komplex und auch interessant und es bestimmt wert, geführt zu werden. Wieso der Name als dreist bezeichnet wird, erschließt sich mir nicht. Oder geht der Nabu davon aus, dass in der Zukunft alles schön und ideal und nach seinen Vorstellungen ist?
2. da waren die Lobbyisten schnell
jberlin 27.12.2013
Als ich das erste Mal von dem Verein hörte, wurde mir übel. Natürlich geht es um reinen Lobbyismus. Bier aus Mexiko in Pfandflaschen ist nicht ökologisch, aber auch nicht notwendig. Hier würde eine Sondrabgabe sinnvoll sein. S
3. Getränke aus Dosen schmecken besser! Basta!
vogel0815 27.12.2013
Zitat von sysopDPAErst vor wenigen Wochen gründeten Großkonzerne den "Bund Getränkeverpackungen der Zukunft". Jetzt erhält er vom Naturschutzbund den Negativpreis "Umwelt-Dinosaurier". Schon der Name des Lobbyverbandes für Einwegflaschen und Dosen sei dreist, finden die Umweltschützer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/umwelt-dinosaurier-2013-einweg-lobby-mit-nabu-negativpreis-gekuert-a-940990.html
Und ob das Umweltschädlich ist oder nicht, interessiert mich nicht. Die Materialien werden aufbereitet, wie jeder andere Rohstoff. Allerdings gibt es nichts gasdichteres, als eine Dose. Eine Cola schmeckt in der Dose einfach besser, als in einer ranzigen PET Flasche. Ich jedenfalls freue mich, dass ich in Luxemburg pfandfreie Dosen einkaufen kann (habe 6 KM bis zur Grenze) und die Dosen landen bei mir ökologisch völlig inkorrekt im Hausmüll. Lassen sich ja so gut zerdrücken!
4. Verkehrte Welt
Sylvia 27.12.2013
Immer wieder macht die Politik und die Umweltverbände Stimmung gegen Einwegpfand. Nur in Deutschland landen sieht man Einwegflaschen kaum auf der Straße Dagegen sieht man massenhaft Müll aus den Fastfood Tempel mit M Ich frag mich dann immer ob unsere Politiker und Umweltengel alle blind sind Seltsam ist es doch auch, das gerade auf das Essen das mit unnötigem Müll verpackt wird mit eine verminderten Steuersatz belohnt wird währen das essen mit Messer, Gabel und Teller mit einem hohen Steuersatz bestraft wird.
5. Diesen Mehrweg-/Pfandwahnsinn..
TheFrog 27.12.2013
..habe ich schon immer mit einem Grinsen verfolgt. Wenn jetzt wieder vermehrt Dosen in den Regalen stehen, so hat das auch den Hintergrund, das der Verbraucher das so möchte. Wie ein Mitforist schon bemerkte, schmeckt Cola und auch Bier aus einer Dose viel besser. In jedem EU-Land, in dem ich in den vergangenen Jahren war, lacht man sich über die Deutschen kaputt, und das zu Recht. Solche Verbände wie NABU, die meinen, die allein gültige Weisheit zu besitzen, braucht kein Mensch.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: