Urteil in Frankfurt Makler dürfen lügen

Die Angaben von Maklern zur Wohnfläche sind laut einem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt nicht bindend. Im konkreten Fall müssen die Bewohner die volle Miete zahlen, obwohl die Wohnung kleiner ist als in einer Annonce angepriesen.

Mietvertrag: Vorsicht bei Angaben des Maklers
dapd

Mietvertrag: Vorsicht bei Angaben des Maklers


Frankfurt am Main - Mieter einer Wohnung dürfen sich beim Abschluss des Vertrags nicht auf die Informationen des Maklers verlassen. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass Angaben von Immobilienmaklern zur Größe einer Mietwohnung grundsätzlich nicht bindend seien. Die Richter erklärten damit die Mietminderung eines Wohnungsmieters für rechtswidrig und gaben der Zahlungsklage des Hauseigentümers statt.

In einer Internet-Annonce des Maklers hatte gestanden, dass die betroffene Wohnung eine Fläche von 74 Quadratmetern hat und 920 Euro Miete im Monat kosten soll. Nach dem Einzug stellten die Mieter jedoch fest, dass die Wohnung tatsächlich nur 62 Quadratmeter umfasst. Sie kürzten die Zahlungen entsprechend.

Der Wohnungseigentümer berief sich vor Gericht jedoch mit Erfolg auf den Mietvertrag, in dem keine konkrete Größe der Wohnung vereinbart worden war. Das Gericht stellte dazu fest: "Die alleinige Angabe der Wohnfläche in einer Annonce genügt nicht, wenn im Mietvertrag kein Hinweis auf die Wohnungsgröße enthalten ist." Die Mieter müssen die einbehaltene Miete nun nachzahlen.

dpa



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insgesamt 211 Beiträge
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frunabulax 09.11.2012
1. Ganz normal
Blöde, reißerische Überschrift. Es ist eine ganz simple Tatsache, dass wichtige Dinge wie z.B. die Wohnungsgröße in einen Vertrag gehören. Wie kann man so dämlich sein und sich auf eine mündliche Aussage verlassen ohne diese in den Vertrag schreiben zu lassen?
kone 09.11.2012
2.
Nur weiter so! Jetzt wird mangelnde Seriosität also auch schon juristisch unterstützt! Ich weiß nicht, wohin diese Aufweichung traditioneller Werte noch führen soll. Auch wenn der Mieter prinzipiell sicher auch selbst in der Verantwortung steht, muss er sich doch bei einem schriftlichen Angebot auch auf dessen Stichhaltigkeit verlassen können.
isolde_trinken 09.11.2012
3. Wenn ich also in einer Anzeige
ein Kilo Kaffee bewerbe und anschließend 800gr verkaufe ist das ok, solange keine Gewichtsangabe auf der Packung ist? Wenn ich mir vorstelle, dass Makler und Vermieter damit durchgekommen sind, wird mir ganz schlecht!
turbi 09.11.2012
4. Wofür?
Und wofür bekommen dann Makler ihre Provision?
kuac 09.11.2012
5.
Zitat von sysopdapdDie Angaben von Maklern zur Wohnfläche sind laut einem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt nicht bindend. Im konkreten Fall müssen die Bewohner die volle Miete zahlen, obwohl die Wohnung kleiner ist als in einer Annonce angepriesen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/urteil-makler-duerfen-bei-immobilien-luegen-a-866340.html
Das ist ja interessant. Die Lebensmittelhändler können nun auf ihren Anzeigenblättern eine andere Preisangabe machen als tatsächliche Kosten im Laden.
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