Statistik: Deutsche stellen Sparrekord beim Wasserverbrauch auf

Die Deutschen gehen immer sparsamer mit Wasser um - im Jahr 2010 nutzte jeder Einwohner im Schnitt so wenig davon wie noch nie seit Einführung der Statistik vor nahezu 50 Jahren. Besonders die Ostdeutschen halten sich zurück.

Trinkwasser aus der Leitung: 121 Liter für jeden Deutschen pro Tag Zur Großansicht
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Trinkwasser aus der Leitung: 121 Liter für jeden Deutschen pro Tag

Wiesbaden - Die Deutschen gehen immer sorgsamer mit Wasser um. 121 Liter nutzte jeder Einwohner im Jahr 2010 dem Statistischen Bundesamt zufolge durchschnittlich pro Tag für die Körperpflege, Nahrungsaufnahme, fürs Waschen und Putzen. So niedrig lag der Wasserverbrauch seit Einführung der entsprechenden Statistik im Jahr 1963 nie. Insgesamt flossen im Jahr 2010 fast 3,6 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser an Haushalte und Kleingewerbe.

Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort: Vor fünf Jahren gaben die öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen noch einen Liter Trinkwasser mehr pro Einwohner und Tag ab, 1991 waren es sogar 23 Liter mehr.

Dabei gibt es große regionale Unterschiede. In den westdeutschen Flächenländern verwendeten die Menschen durchschnittlich 126 Liter pro Tag, in Ostdeutschland ohne Berlin hingegen nur 93 Liter. Die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg lagen mit 121 Litern genau im Bundesdurchschnitt.

Mit 99,3 Prozent ist fast die gesamte Bevölkerung Deutschlands an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Hierbei existieren kaum Unterschiede zwischen Ost und West. Anders sieht es aber beim Abwasser aus. Während in den westdeutschen Flächenländern 97,6 Prozent der Bevölkerung an die Kanalisation angeschlossen waren, lag der Anteil im Osten mit Ausnahme von Berlin nur bei 90 Prozent.

Insgesamt waren vor zwei Jahren rund 2,8 Millionen Bürger nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen, etwa 400.000 weniger als 2007. Meist lag das laut den Statistikern daran, dass die Betroffenen in einem kleinen, abgelegenen Ort wohnten.

fdi/dpa/AFP

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1. Gutes Beispiel??
fernossi 09.11.2012
Zitat von sysopDPADie Deutschen gehen immer sparsamer mit Wasser um - im Jahr 2010 nutzte jeder Einwohner im Schnitt so wenig davon wie noch nie seit Einführung der Statistik vor nahezu 50 Jahren. Besonders die Ostdeutschen gehen mit gutem Beispiel voran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/verbrauch-von-wasser-in-deutschland-so-niedrig-wie-nie-a-866313.html
Wieso "gutes Beispiel"? Mittlerweile ist doch bekannt, dass Wassersparen in Deutschland den Niederschlag in der Sahelzone nicht erhoeht und in Deutschland alles andere als Wassermangel herrscht. Die Wasserbetriebe muessen dann en masse nachspuelen.
2. Wasser sparen kostet richtig
b399y 09.11.2012
Da die Kosten des Wasserverbrauchs fast nur durch die Fixkosten entstehen wird am ende nix gespart. im Gegenteil. Unsere Kanalisation im Dorf wird jedes Jahr 2 mal gereinigt und es stinkt aus den Gulli weil nicht genug wasser verbraucht wird. Der Sparwahn ist brutal
3. Besonders die Ostdeutschen gehen mit gutem Beispiel voran.
Tevje 09.11.2012
Was soll an dem Beispiel gut sein? Das Gegenteil ist richtig, die fast schon manische Sparsucht der Ökos kostet viel Geld und schädigt die Infrastruktur zur Wasserentsorgung, treibt die Wasserpreise - ohne Sinn und Verstand. Im (Grund)wassermanagment kann man von der (jährlichen) Neubildung dieser erneuerbaren Ressource theoretisch 75% gebrauchen -es wird ja nicht VERbraucht!-, ohne irgendeinen Schaden anzurichten. Derzeit werden in Deutschalnd etwa 3% GEbraucht - nicht VERbraucht. Alles landet nach Gebrauch wieder da, wo es auch ohne hingegangen wäre, im nächsten Vorfluter (= Fluß) und dann im Meer (Ostsee, Nordsee, Mittelmeer), und dies inzwischen weitgehend gut gereinigt, also mit geringsten Belastungen für die Umwelt, was Haushaltsabwässer angeht. Wassersparen ist ebenso aburd, wie Strom aus regenierbaren Energien zu sparen - wenn man mehr verbraucht, sinkt der Preis für den Endverbraucher, der Ausbau der entspechenden Netze wird intensiviert und Schaden richtet es keinen an, volkswirtschaftlich ist eher das Gegenteil der Fall. Haben die Ökos ihr eigenes Wirtschaftsmodell nicht verstanden? Es ist zu befürchten. Leider, denn es sabotiert die nützlichen Seiten des Gebrauchs von -hier- Wasser. Je verdünnter es in der Kläranlage ankommt, desto einfacher und gründlicher kann es gereinigt werden, desto besser wird die Kanalisation frei gehalten, desto günstiger wird es für den Endverbraucher.
4.
uezegei 09.11.2012
Zitat von sysopDPADie Deutschen gehen immer sparsamer mit Wasser um - im Jahr 2010 nutzte jeder Einwohner im Schnitt so wenig davon wie noch nie seit Einführung der Statistik vor nahezu 50 Jahren. Besonders die Ostdeutschen gehen mit gutem Beispiel voran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/verbrauch-von-wasser-in-deutschland-so-niedrig-wie-nie-a-866313.html
Wer sich kaum noch etwas zu essen leisten kann, der muss auch weniger und verbraucht auch weniger Wasser. Eine logische Folge der Verarmung breiter Bevölkerungsteile.
5. Deutsche stellen Sparrekord beim Wasserverbrauch auf
eulenspiegel_neu 09.11.2012
Seitdem private Firmen oftmals die Wasserversorgung der Bevölkerung etc. den kommunen abgekauft hatten, stiegen die preise an, so daß die bevölkerung den Wasserverbrauch drosseln mussten. Aber die Preise blieben nicht stabil und je mehr Wasser gespart wurde, um so teuerer wurde das böse Spiel. In Berlin sind die Folgen zum Beispiel im Anstieg des grundwassers in der Innenstadt bzw. im Verlauf des Urstromtals zu sehen. Millionen an Kosten kommen auf die Eigentümer zu. Konsequenz: Rückkauf der Wasserwerke in die kommunale Hand zu vertretbaren Preisen, damit das Abzockmonopol der privaten Wasserbetriebe ein Ende findet. Anstatt zu sparen, müssen die Leute wieder mehr Wasser verbrauchen können (zu wesentlich billigeren Preisen) als bisher. Ansonsten wird die Gesellschaft zig Millionen zur Sanierung der Immobilien aufbringen müssen ...
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