28. Januar 2013, 15:32 Uhr

Kekse

Verbraucherschützer kritisieren luftige Verpackungen

XXL-Packungen mit wenig Inhalt: Verbraucherschützer werfen Herstellern von Keksen und Knabbereien vor, Kunden zu täuschen. Getestet wurden 15 Produkte verschiedener Hersteller. Jede dritte Packung sei zur Hälfte leer gewesen.

Düsseldorf - Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wirft dem Lebensmittelhandel vor, Mogelpackungen zu vertreiben. Keks- und Knabberpackungen enthielten im Durchschnitt 40 Prozent leeren Raum, teilten die Verbraucherschützer am Montag in Düsseldorf mit. Untersucht wurden 15 Produkte namhafter Hersteller aus Supermärkten und Discountern. Jede dritte Packung sei sogar zur Hälfte leer gewesen. "Viele Verbraucher fühlen sich beim Kauf von solchen Luftnummern getäuscht", kritisierte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Getestet wurden Packungen mit 75 bis 300 Gramm an Keksen, Kuchen, Knabber-Snacks und Müsli-Riegeln. Den Verbraucherschützern zufolge setzen viele Hersteller darauf, dass Kunden grundsätzlich lieber zu größeren Packungen greifen. Raffiniert werde deshalb versucht, kleine Mengen mit einem XXL-Gewand zu kaschieren. So war etwa fast jede dritte Packung der untersuchten Produkte im unteren Bereich mit einem Sichtfenster versehen, das mehr Inhalt suggerierte. Oberhalb des Sichtbereichs war dann Schluss mit der Befüllung.

Nach dem Lebensmittelgesetz ist es nicht erlaubt, Verbraucher mit Hilfe von Mogelpackungen über die tatsächliche Füllmenge zu täuschen. Eindeutige Regelungen liefert das Gesetz den Verbraucherschützern zufolge allerdings nicht. Die Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen (AGME) spreche aber bereits von Täuschung, "wenn der Freiraum in der Packung 30 Prozent oder mehr beträgt". Ausgenommen von dieser Vorgabe seien nur empfindliche Waren wie etwa Pralinen. Die dürfen mit mehr Verpackungsvolumen besser geschützt werden.

cte/AFP


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