Gewährleistung EU stärkt Rechte von Onlinekäufern

Die EU gleicht den Verbraucherschutz bei Onlinekäufen an die höheren Standards im stationären Handel an: In Zukunft müssen auch Internethändler zwei Jahre die Funktionsfähigkeit von Geräten garantieren.

Symbolbild Internet-Handel
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Verbraucher in der gesamten EU haben beim Onlinekauf künftig die gleichen Rechte wie im stationären Handel.

Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Staaten und der EU-Kommission einigten sich am Dienstag auf neue Regeln, die es sowohl Kunden als auch Händlern - vor allem bei grenzüberschreitenden Einkäufen - einfacher machen sollen. Erstmals haben Verbraucher einheitliche Rechte beim Kauf digitaler Inhalte wie dem Download oder dem Streamen und Musik im Internet.

Die neuen Regeln sehen unter anderem vor, dass Händler bei nicht funktionierenden Produkten entweder für gleichwertigen Ersatz sorgen, reparieren oder das Geld zurückzahlen müssen. Dieses Recht haben Verbraucher für mindestens zwei Jahre.

Bei digitalen Inhalten, die nicht funktionieren, haben die Anbieter zunächst die Chance, das Problem zu lösen, ehe der Vertrag wieder aufgelöst werden kann. Gegenstände mit digitaler Komponente - ein smarter Kühlschrank oder Fernseher etwa - müssen in einem "vernünftigen Zeitraum" auf den neusten Stand gebracht werden. Das soll die Sicherheit der Geräte gewährleisten.

Die Einigung vom Dienstag muss noch formell vom Parlament und den EU-Staaten bestätigt werden, ehe sie wenige Wochen später in Kraft treten soll.

Einen guten Überblick und eine klare Abgrenzung von Widerrufs-, Rückgabe- und Gewährleistungspflichten finden Sie bei Finanztip.

beb/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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realist4 29.01.2019
1. Käufe in EU-Mitgliedsländern
2 Jahre Gewährleistung gilt in D schon lange, ohne Ausnahmen auch bei Internetkäufen. Das EU Gesetz bringt uns also die Verbesserung bei Onlinekäufen innerhalb der gesamten EU. Aber es gibt bestimmt eine Menge EU Hasser welche auch dies als schlecht empfinden.
schmendrik19 30.01.2019
2. 24 Monate gesetzliche Gewährleistung?
@realist4: Tja, diese 24 Monate musste die EU auch erst mal in Deutschland für die Konsumenten einfordern, wo es sie schon lange in anderen EU Ländern gab. Schlimmer noch, nominell sind es 24 Monate, tatsächlich ist aber alles beim Alten geblieben: 6 Monate. In den ersten 6 Monaten wird nämlich davon ausgegangen, dass das Produkt fehlerhaft ist. In den weiteren 18 Monaten müsste der Konsument beweisen (Achtung: Gutachter sind nicht billig!), dass das Produkt den Fehler schon vorher bzw. seit der Produktion hatte. Also "echte" zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung sehen anders aus!
blub19 30.01.2019
3. Der interessantere Aspekt
"Gegenstände mit digitaler Komponente - ein smarter Kühlschrank oder Fernseher etwa - müssen in einem "vernünftigen Zeitraum" auf den neusten Stand gebracht werden. Das soll die Sicherheit der Geräte gewährleisten." Das heißt für mich das z.B. Smartphones für einen undefinierten Zeitraum, der wahrscheinlich auf die 2 Jahre Gewährleistung hinauslaufen wird, upgedatet werden müssen. Auch interessant, der neueste Stand kann auch bedeuten, dass nicht nur Sicherheitsupdates sondern auch Funktionsupdates wie z.B. neue Androidversionen verpflichtend werden könnten. Wenn das kommt werden wir einige Gerichtsentscheidungen dazu sehen.
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