Unklare Klauseln Verbraucherzentralen verklagen PayPal

Kritik an unklaren Vertragsbedingungen: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat den Bezahldienstleister PayPal verklagt. Die Verbraucherschützer wollen die Zulässigkeit von zehn Klauseln gerichtlich klären lassen.

PayPal-Website: "Sehr offene und intransparente Vertragsklauseln"
REUTERS

PayPal-Website: "Sehr offene und intransparente Vertragsklauseln"


Berlin - Die Verbraucherzentralen knöpfen sich erneut PayPal vor: Wegen unklarer Vertragsklauseln hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den im Online-Handel viel genutzten Bezahldienst verklagt. Die Zulässigkeit von zehn Klauseln müsse gerichtlich geklärt werden, sagte eine Sprecherin des vzbv am Montag. Der Verband hatte schon im vergangenen Jahr 20 Klauseln beanstandet, PayPal habe jedoch nur für die Hälfte eine Unterlassungserklärung abgegeben.

Der Verband habe immer wieder Hinweise bekommen, dass Kundenkonten aus nicht nachvollziehbaren Gründen geschlossen worden seien. "Daraufhin haben wir uns das umfängliche Vertragswerk vorgenommen", sagte die Sprecherin. Dabei seien "sehr offene und intransparente" Klauseln gefunden worden, die für den Verbraucher "nicht abschätzbar" seien.

PayPal bucht das Geld des Käufers vor der Überweisung an den Händler auf ein Zwischenkonto und behält sich Prüfungen bei Sicherheitsbedenken vor. Der Verbraucher wisse aber nicht, wann eine Prüfung erfolge und wie lange eine Zahlung offen sei, obwohl gegenüber dem Händler eine Zahlungspflicht bestehe. "Die Klauseln müssen transparenter gemacht werden, damit Verbraucher wissen, warum eine Zahlung erst einmal zurückgehalten wird", sagte die vzbv-Sprecherin. Wann das Landgericht Berlin in dieser Frage entscheiden werde, sei noch unklar. Das Verfahren sei bereits Anfang März eingeleitet worden.

PayPal dürfte die Klage vor allem zu diesem Zeitpunkt ungelegen kommen: Der US-Konzern will im wachsenden Wettbewerb bei neuen Bezahldiensten die Aufmerksamkeit deutscher Verbraucher mit einer großangelegten Werbekampagne gewinnen. PayPal, eine Tochter der US-Handelsplattform Ebay, ist einer von mehreren Anbieter, die bisherige Bezahlverfahren vollständig verändern wollen: So vertreibt PayPal in Großbritannien bereits einsteckbare Kartenleser für Smartphones und Tablets, wie es sie in Deutschland schon von Firmen wie Payleven, SumUp oder iZettle gibt.

nck/AFP/dpa

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insgesamt 50 Beiträge
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eigene_meinung 27.05.2013
1. click and buy
Die gleiche Methode hat click and buy. Nach diversen Drohungen dieser Firma (weil sie nicht in der Lage war, eine Kreditkartenabbuchung vorzunehmen und mich darüber zu informieren) habe ich dort gekündigt.
mamasliebling 27.05.2013
2. Endlich wird geklagt
Ich halte von paypal gar nichts. Leider muss ich es für bestimmte Zahlungen nutzen. Wenn es ginge würde ich es ganz vermeiden. Denn wenn ich gezwungen werde etwas zu nutzen, nur damit diese Firma Umsatz macht, läuft etwas nicht sauber. Außerdem gibt es keinen Sitz der Firma in Deutschland, alles läuft über Irland. Völlig daneben!
hermes69 27.05.2013
3. Hoffe es hat Erfolg
Das Geschäftsmodell von Ihnen ist eine reine Abzocke. Solch unfassbare Gebühren zu erheben ist schon widerlich. Normalerweise gehört dieser Dienst komplett ignoriert.
Qual 27.05.2013
4. optional
Wenn ich mir meine Zahlungen so anschaue ist PayPal leider das einzige doch recht bequeme Verfahren zum sofort bezahlen dass überhaupt Angeboten wird. Teilweise die einzige Alternative zur Kreditkarte, oder überhaupt die einzige. Ich war lange Zeit Online-Händler und kann ein Lied von PayPal's Abgebrühtheit beim Umgang mit Händlern erzählen. So wird ständig "zu meiner Sicherheit" das Konto gesperrt, so wie man minimale Zahlungseingangsunterschiede oder auch nur Anfragen von Kunden hat, oder wenn man aus dem Ausland zu greift. Die haben mir tatsächlich erzählt ich sollte in jedem Land ein eigenes PayPal-Konto anlegen wenn ich diese Schikane verhindern wollte. Das in Zeiten in denen für einen kleinen Imbiss Globalisierung kein Fremdwort mehr ist. Von den erhöhten Buchhaltungskosten ganz zu schweigen, da eine Zahlung zu PayPal unmöglich mit dem tatsächlichen Kontoeingang abgeglichen werden kann. Zusätzlich sei eben auch immer wieder auf die politische Manipulation durch PayPal verwiesen, bei denen PayPal bspw. plötzlich Zahlungen aus Cuba einbehält und blockiert, oder auch Spenden an Whsitleblower.
musikimohr 27.05.2013
5. Bin selbst erstaunt ..
.. trotz regen Umtuns im Internet bin ich noch immer ohne Paypal ausgekommen. Die anderen US-Datenkraken reichen mir bei weitem!! ;-)
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