Verdacht auf Wettbewerbsverzerrung EU ermittelt gegen E.on-Ruhrgas

Die EU-Kommission wirft dem Energiekonzern E.on laut "Financial Times Deutschland" wettbewerbswidriges Verhalten vor. Konkurrenten sollen am Markt behindert worden sein. Ein möglicher Kompromiss könnte das Unternehmen teuer zu stehen kommen.

E.on-Zentrale in Essen: Vorwürfe der EU-Kommissare
DPA

E.on-Zentrale in Essen: Vorwürfe der EU-Kommissare


Hamburg - Die EU-Kommission geht einem Zeitungsbericht zufolge dem Verdacht wegen Verzerrung des Wettbewerbs am Gasmarkt durch das Energieunternehmen E.on nach. Die Brüsseler Behörde moniert, die Tochterfirma E.on-Ruhrgas habe Transportkapazitäten im Ferngasnetz verknappt und damit Wettbewerber behindert, wie die "Financial Times Deutschland" (Freitagsausgabe) aus Branchenkreisen erfuhr. Weder E.on noch die EU-Kommission wollten dies gegenüber der Zeitung kommentieren.

Beide Seiten verhandeln nach "FTD"-Informationen über einen Kompromiss. Die Kommission könnte erneut erhebliche Zugeständnisse von E.on verlangen und im Gegenzug von einer Untersuchung absehen. Ein früheres Missbrauchsverfahren gegen E.on bei Strom mündete in der Abgabe von 5000 Megawatt Kraftwerksleistung an Wettbewerber und einen Verkauf des Hochspannungsnetzes.

Brüssel hatte im Mai 2007 bereits ein Verfahren gegen eine RWE-Gasnetz-Tochter eingeleitet, das ein Jahr später eingestellt wurde. RWE Chart zeigen stimmte einem Verkauf der inzwischen in Thyssengas umbenannten Gesellschaft zu, um Sanktionen zu vermeiden. E.on betrachtet sein Ferngasleitungsnetz bisher als unverzichtbaren Teil des Kerngeschäfts. Mit 11.600 Kilometern ist es zudem mehr als doppelt so lang wie das RWE-Netz und länger als alle anderen Ferngasnetze in Deutschland.

Der Energieriese war erst Ende Oktober in die Schlagzeilen geraten, als er vor dem Hamburger Landgericht nach mehr als vierjähriger Verhandlungsdauer einen Prozess um Gaspreiserhöhungen verlor.

52 Kunden von E.on Hanse hatten mit Unterstützung der Verbraucherzentrale gegen Preiserhöhungen geklagt, das Gericht erklärte entsprechende Klauseln in den Kundenverträgen für ungültig. Es war der bisher längste Prozess um Gaspreise in Deutschland.

jok/AFP/dpa-AFX



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Neurovore 15.04.2009
1. Nein !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Zitat von sysopWirtschaftsminister Guttenberg fordert die deutschen Gasversorger auf, ihre Preise stärker als bisher zu senken. Nach dem Ölpreisverfall müssten nun auch die daran gekoppelten Gaspreise sinken. Was denken Sie - werden die Verbraucher von den Gasunternehmen abgezockt?
Nein ! Nein, Nein, Nein und nochmals Nein ! Neinneinneinnein ... und Nein ! Niemals nicht ! Nieeeeeeee... Nein, echt nicht ! Nicht die ! Niehieeeeeee...Neinneinneinneinneinnein... ne ....Nein ! Nein ! Nein ! ....... ... .... Ja !
Gast100100, 15.04.2009
2.
Eine Studie im Auftrag der Grünen. Sind das nicht diejenigen, die vor 10 Jahren gefordert haben, dass Benzin 5 DEM pro Liter kosten soll? Sind das nicht diejenigen, die nach Abschaffung des Kohlepfennigs beim Strom die Stromsteuer mit 2,05 Cent im Jahre 2000 initiert haben, also eine Vervierfachung des Kohlepfennings? Sind das nicht auch diejenigen, die es verpasst haben, den Gasmarkt zu liberalisieren und damit Wettbewerb zu erzeugen? Sind das nicht auch diejenigen, die als Politiker über ihre Gehälter mit fadenscheinigen Begründungen selbst entscheiden?
Rums, 15.04.2009
3. Dummheit rächt sich.
Zitat von sysopWirtschaftsminister Guttenberg fordert die deutschen Gasversorger auf, ihre Preise stärker als bisher zu senken. Nach dem Ölpreisverfall müssten nun auch die daran gekoppelten Gaspreise sinken. Was denken Sie - werden die Verbraucher von den Gasunternehmen abgezockt?
Ich denke, die privaten Gasversorger haben versagt. Sie beweisen nur, daß die PRIVATISIERUNG der Gaswerke eine Riesendummheit der sogenannten "Volkvertreter" war. -
Steff-for 15.04.2009
4. Was nu? Nein oder Ja?
Zitat von NeurovoreNein ! Nein, Nein, Nein und nochmals Nein ! Neinneinneinnein ... und Nein ! Niemals nicht ! Nieeeeeeee... Nein, echt nicht ! Nicht die ! Niehieeeeeee...Neinneinneinneinneinnein... ne ....Nein ! Nein ! Nein ! ....... ... .... Ja !
Muss schon sagen: Sehr informativ, der Beitrag. Natürlich wird der Verbraucher verarscht. Er wird bei allen unabwendbaren Kostenpunkten für blöd verkauft. Bei Energie bei Krankenversorgung bei Rentenkosten bei Lebensmittel hauptsache die Kumpane in der Seilschaft der Lobby bekommen bisschen was ab. Und da schließe ich die Regierung nicht aus. Ich denke hier nur an EON und Angie. Angie war richtig sauer, nach dem Rückzugsbekunden von EON aus dem Versorgernetz. Wo doch Angie schon im Hintergrund für EON alles fix gemacht hätte. Nein, Nein.... stimmt schon. Das sind Abzocker. Und die gibt es seit der großen Liberalisierung. Wie hat es geheissen? Konkurenz erhöht den Druck auf die Bewerber und senkt so die Kosten. Das Gegenteil hat stattgefunden. Alle sitzen sie jetzt an der großen Tafel und bewerfen sich mit Kaviar. Wo bleibt eigentlich uns Gerhard Schrödie alias Gasprom? Grüsse Steff
carlosowas, 15.04.2009
5. Politiker mit gutem Beispiel voran!
Soll doch die Regierung mit gutem Beispiel vorangehen: Steuern runter. Zumindest die Mehrwertsteuer für Brennstoffe.
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