Um vier bis fünf Prozent Stromversorger erhöhen Preise

Ein Dreipersonenhaushalt muss im Schnitt 55 Euro mehr zahlen: Etliche Stromversorger heben ihre Preise an. Die Begründung stößt bei Verbraucherschützern auf Unverständnis.

Strommasten
DPA

Strommasten


Für viele Haushalte in Deutschland wird der Strom im neuen Jahr deutlich teurer. Um durchschnittlich 4 bis 5 Prozent steigen die Preise zahlreicher Anbieter in der Grundversorgung. Ein Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt dann nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox rund 55 Euro mehr im Jahr.

Kurz vor Ende der Ankündigungsfrist für mögliche Preiserhöhungen an diesem Dienstag - sechs Wochen vor dem Jahreswechsel - verzeichnete Verivox 218 Versorger mit Preiserhöhungen im Dezember und zum 1. Januar. Ähnlich sieht das Portal Check24 die Situation: 160 regionale Stromversorger hätten ihre Preise bereits erhöht oder Erhöhungen angekündigt.

Die Versorger begründen die Preiserhöhungen mit ihren gestiegenen Einkaufspreisen für den Strom. Die Beschaffungskosten seien in den vergangenen zwei Jahren um mehr als die Hälfte gestiegen, teilte der Branchenverband BdEW mit. Auch der Anstieg der Preise für CO2-Emissionszertifikate wirke kostentreibend. Kleinere Entlastungen bei anderen Bestandteilen des Strompreises könnten den Anstieg nicht ausgleichen.

Verbraucherschützer kritisieren diese Argumentation. "Als vor einigen Jahren die Börsenpreise gesunken sind, haben die Versorger auf ihre langfristigen Verträge verwiesen und die Einsparungen nicht an ihre Kunden weitergegeben", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. "Jetzt sind sie bei steigenden Börsenpreisen schnell mit Preiserhöhungen dabei."

Nach Zahlen der Bundesnetzagentur war der durchschnittliche Strompreis in diesem Jahr weitgehend stabil. Sie beziffert den Anteil der Beschaffungskosten am Strompreis auf etwa 22 Prozent. Mehr als die Hälfte entfallen auf Umlagen, Steuern und Abgaben, ein knappes Viertel auf die Netzentgelte. Auch die Kosten des Kohleausstiegs sollen vermutlich nicht auf den Strompreis umgelegt, sondern aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden.

mal/dpa



insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
marthaimschnee 17.11.2018
1. Jetzt sind sie bei steigenden Börsenpreisen schnell dabei
ist doch an der Tankstelle das gleiche, steigende Preise bekommt man am liebsten mit dem Börsentakt geliefert, sinkende vielleicht Wochen später. Der Markt hat immer Recht!
tatsache2011 17.11.2018
2. Vertrag mit Preisgarantie
Kunden mit Vertrag z.B. mit 12 Monaten Preisgarantie bleiben von der Preiserhöhung verschont. Andere werden günstigere Angebote suchen und wechseln. Hoffentlich werden die Enkel Ihrer Oma dabei helfen.
Flari 17.11.2018
3.
Zitat von marthaimschneeist doch an der Tankstelle das gleiche, steigende Preise bekommt man am liebsten mit dem Börsentakt geliefert, sinkende vielleicht Wochen später. Der Markt hat immer Recht!
2013 musste der mittlere Haushalt netto 8,66 ct/kWh für den Strom alleine bezahlen, bis 2017 sank das auf 6,86, also eine Differenz von minus 1,8 ct/kWh. 2018 ist der Gesamtpreis netto noch einmal um 0,84 ct/kWh gesunken, trotz gestiegener Umlagen. Ihre Aussage, bzw. die der "Verbraucherschützer" ist also falsch. Wenn der aktuelle Endpreis um 4 bis 5% steigt, entspricht das netto 1 bis 1,24 ct/kWh. Das ist weniger, als für die Berechnung der EEG-Umlage 2019 an Steigerung beim Börsenpreis angenommen wurde.
spon_3607221 17.11.2018
4. Wegen Unbilligkeit Widerspruch einlegen
Machen wir seit 2005 und zahlen seit 13 Jahren denselben Preis. Der Versorger versuchte es einmal mit einem Mahnbescheid. Ist natürlich gescheitert. Seitdem kommen regelmäßig "Bettelbriefe", in denen auf die Tränendrüse gedrückt wird (oh, wir haben so hohe Kosten...). Ist ein angenehmes Gefühl, einer fetten AG ordentlich in den A.... zu treten. Wobei die wahrscheinlich auch mit unserem Abschlag immer noch Gewinne einfahren...
rathals 17.11.2018
5. Und wieder grüßt das Murmeltier
Merkel mit ihrer überstürzten , hektischen Energiewende ohne Konzept. Keine Strategie, kein Rückgrat. Langsam sehen auch die 1000 Daueklatscher, welcher Blindgänger diese Partei in Richtung SPD abgewirtschaftet hat. Langsam geht es an ihre eigenen Pfründe - und dann ist die Geduld am Ende !
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.