Verunreinigung So viel Genmais im Saatgut wie noch nie

Es ist eine beunruhigende Entwicklung: Die Behörden haben in diesem Frühjahr so viel Genmais im Saatgut entdeckt wie nie zuvor - der Anteil steigt damit seit Jahren. Immerhin wurden die Verunreinigungen in dieser Saison noch vor der Aussaat aus dem Verkehr gezogen.

Genmaispflanze: Bereits sieben Prozent des konventionellen Saatguts sind verunreinigt
DPA

Genmaispflanze: Bereits sieben Prozent des konventionellen Saatguts sind verunreinigt


Mainz/Hamburg - Greenpeace und Bioland schlagen Alarm: In Deutschland ist 2011 erneut mehr gentechnisch verunreinigtes Maissaatgut entdeckt worden als im Vorjahr. In sieben Prozent der Saatgutproben seien Rückstände von genverändertem Mais gefunden worden, teilten die Verbände mit.

Konkret entdeckten die zuständigen Kontrolleure demnach in 29 von insgesamt 417 Maisproben gentechnisch veränderte Organismen. Damit ist der Anteil in relativ kurzer Zeit rasant gestiegen - noch 2008 lag er erst bei 2,1 Prozent. Die zunehmende Verunreinigung kann laut Greenpeace von Pollenflug, Insektenübertragung oder Vermischung nach der Ernte rühren.

Anders als 2010 - damals waren 6,2 Prozent der Proben betroffen - wurde das verunreinigte Saatgut diesmal aber rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen. Im vergangenen Jahr war verunreinigter Mais in sieben Bundesländern ausgesät worden und musste vernichtet werden. Betroffen war den Verbänden zufolge eine Fläche von fast 3000 Hektar. Niedersächsische Behörden hatten damals nach der Entdeckung von Genspuren zu spät gewarnt.

Die Gentechnik-Expertin von Greenpeace, Sandra Blessing, bezeichnete die wiederkehrende Verschmutzung als nicht akzeptabel: "Statt einen Grenzwert zu fordern, der die Schlamperei bei der Herstellung von Saatgut auch noch belohnt, sollte die Saatgutindustrie sauberer arbeiten."

Meiste Verunreinigungen im Süden und Norden

Bioland-Präsident Jan Plagge erklärte, gentechnikfreies Saatgut sei "die Basis unserer Nahrungskette. Genau hier gilt es, konsequent jegliche gentechnische Verschmutzung zu vermeiden". Die beiden Verbände forderten erneut, an der europaweiten Null-Toleranz-Grenze für gentechnisch verunreinigtes Saatgut festzuhalten. Bislang darf Saatgut nicht vermarktet werden, sobald es auch nur minimale Spuren von Gentech-Sorten enthält. Im vergangenen Herbst hatten die Bundesländer Bayern und Hessen in der Agrarministerkonferenz eine Lockerung der bisherigen Regeln gefordert.

Die Behörden nahmen und untersuchten laut Greenpeace und Bioland in insgesamt elf der 16 Bundesländer Saatgutproben. Die meisten Verunreinigungen fanden die Kontrolleure demnach in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In Bayern erwiesen sich den Angaben zufolge sechs von 76 Proben als verunreinigt (7,9 Prozent). In Niedersachsen seien in sechs von 60 Proben gentechnisch veränderte Organismen aufgefallen (zehn Prozent). Von den neun geprüften schleswig-holsteinischen Proben hätten sich fünf als verunreinigt herausgestellt (55,6 Prozent). Keine Hinweise auf gentechnische Veränderungen im Saatgut hätten die Behörden in Thüringen, Hessen sowie im Saarland gefunden.

fdi/dpa/AFP



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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
tempus fugit 03.05.2011
1. Hl. Mon'santo'!
Zitat von sysopEs ist eine beunruhigende Entwicklung: Die Behörden haben in diesem Frühjahr so viel*Genmais im Saatgut entdeckt wie nie zuvor - der Anteil steigt damit seit Jahren. Immerhin wurden die Verunreinigungen in dieser Saison noch vor der Aussaat entdeckt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,760390,00.html
Man schafft 'vollendete' Tatsachen. Vornherum geht's nicht -also macht man's hintenrum - Wie mit der Atomenergie - ist die Scheisse erst mal da - also kann man auch damit weitermachen.... Und kaum noch aus der Welt schaffen!
coriolanus, 03.05.2011
2. Fürchterlich
Zitat von sysopEs ist eine beunruhigende Entwicklung: Die Behörden haben in diesem Frühjahr so viel*Genmais im Saatgut entdeckt wie nie zuvor - der Anteil steigt damit seit Jahren. Immerhin wurden die Verunreinigungen in dieser Saison noch vor der Aussaat entdeckt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,760390,00.html
Jetzt werden unsere Biogas-Anlagen auch noch mit genmanipuliertem Mais verseucht! Oh Gott, wo soll das enden?
CHANGE-WECHSEL 03.05.2011
3. Parteispenden
Zitat von sysopEs ist eine beunruhigende Entwicklung: Die Behörden haben in diesem Frühjahr so viel*Genmais im Saatgut entdeckt wie nie zuvor - der Anteil steigt damit seit Jahren. Immerhin wurden die Verunreinigungen in dieser Saison noch vor der Aussaat entdeckt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,760390,00.html
Vielleicht erwarten die CDU in Hessen und Bayern einen saftigen Parteispendenregen wenn sie als Lobbyist von Monsanto auftreten. Ob sie womöglich dabei ihr Wahlvolk vergiften, ist doch den Parteibonzen völlig gleichgültig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,618985,00.html
burninghands, 03.05.2011
4. Monsanto will vollendete Tatsachen schaffen
Wenn 5% der untersuchten Proben Genmais war, kann man dann davon ausgehen, daß 5% der zur Aussaat gekommenen Gesamtmenge ebenfalls Genmais war? Schon vor 15 Jahren hat Monsanto die gleiche Politik in Italien betrieben. Damals hatten Aktivisten in Lodi (Norditalien) ein Lagerhaus voller Genmais in Brand gesteckt. Dieser Genmais hätte sich damals nach geltendem italienischen Recht garnicht im Land befinden dürfen. Da Monsanto die Frechheit besitzt, benachbarte Bauern, deren Felder von ihrem Genmais bestäubt wurde, auf Schadenersatz zu verklagen, scheint "do it yourself" ja wirklich die wirksamste Methode zu sein... [/sarc]
Hovac 03.05.2011
5. So
beugt man dann ganz langsam den rationalen Wählerwillen der keinen messbaren Vorteil durch die genveränderten Sorten hat. Eigentlich ungehäuerlich, da sollte man die Gengutveränderer mächtig drauf verklagen. Auch ich vergas, das geht ja nur andersherum, wenn man das veränderte ohne Lizenzkosten auf seinem Acker hat, auch wenn man es gar nicht wollte.
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