Wirtschaft

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Abgasaffäre

Anwälte rechnen mit Zehntausenden Klägern gegen VW

Kampf um Schadensersatz: Mit der Musterfeststellungsklage können Verbraucher in Deutschland gemeinsam gegen Volkswagen vorgehen. Nun zeigt sich: Viele Diesel-Besitzer wollen sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Getty Images

VW-Zentrale in Wolfsburg

Montag, 22.10.2018   07:46 Uhr

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Bei der deutschlandweit ersten Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen könnten nach Einschätzung von Anwälten mehrere Zehntausend Dieselfahrer mitmachen. Er habe innerhalb eines Monats mehr als 4000 konkrete Anfragen bekommen, sagte Rechtsanwalt Ralf Stoll, der die Klage für den Bundesverband der Verbraucherzentralen betreut.

Beim Verband selbst meldeten sich rund 26.000 Interessenten. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich alle auch der Klage anschließen, die am 1. November eingereicht wird. Dafür müssen sich Dieselfahrer in ein offizielles Register eintragen, das beim Bundesamt für Justiz eingerichtet wird.

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Das Instrument der Musterfeststellungsklage ist neu, es tritt zum 1. November in Kraft. Die Klage soll Verbrauchern helfen, bei Prozessen gegen Unternehmen leichter zu ihrem Recht zu kommen (Hier lesen Sie, wie die Klage funktioniert).

Tausende vom Dieselskandal betroffene VW-Besitzer haben damit Hoffnung auf Schadensersatz. Beteiligen können sich kostenlos alle, die ab November 2008 einen Diesel der Marken Volkswagen, Audi , Skoda oder Seat mit Motoren des Typs EA 189 gekauft haben, für die es einen Rückruf gab.

Individuelle Prozesse sollen vereinfacht werden

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Voraussetzung für eine Musterfeststellungsklage ist, dass eine gewisse Zahl von Menschen betroffen ist. In einem ersten Schritt muss der klagende Verband die Fälle von zehn Betroffenen ausführlich aufarbeiten und auf dieser Basis eine Klage bei Gericht einreichen. In einem zweiten Schritt müssen sich innerhalb von zwei Monaten insgesamt 50 Betroffene bei einem Klageregister anmelden. Wird diese Schwelle nicht erreicht, ist keine Musterfeststellungsklage möglich.

DPA

Abgasuntersuchung eines VW Golf

Ziel ist ein Vergleich oder die Feststellung eines Schadens, der individuelle Schadensersatzprozesse wesentlich vereinfacht, da die Beweisführung bereits erbracht wurde. Hohe und abschreckende Prozesskosten können so vermieden werden. Klageberechtigt sind nur bestimmte Verbände.

Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. US-Umweltbehörden hatten festgestellt, dass nur bei Tests die Abgasreinigung voll aktiviert war, während der Ausstoß auf der Straße viel höher lag.

Tausende VW-Fahrer haben schon auf eigene Faust geklagt. Volkswagen zufolge waren im September rund 23.800 Verfahren im Dieselskandal anhängig. Mehr als 6000 Urteile habe es gegeben. Für die Musterfeststellungsklage sieht der Konzern wenig Aussichten und teilte mit: "Das Instrument der Musterfeststellungsklage ändert nichts an unserer Position: Es gibt keine Rechtsgrundlage für kundenseitige Klagen im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik in Deutschland."

Im Video: Die Folgen des Diesel-Urteils

hej/dpa

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