Umfrage Deutsche planen Weihnachtsgeschenke für 266 Euro

Die Deutschen wollen sich von den mauen Konjunkturaussichten nicht die Weihnachtsstimmung vermiesen lassen. 266 Euro wollen sie laut einer neuen Umfrage im Durchschnitt für Geschenke ausgeben. Ein Präsent ist begehrter als alle anderen.

Passanten bei Weihnachtseinkäufen in Berlin 2013: Bücher, Schokolade, Technik
DPA

Passanten bei Weihnachtseinkäufen in Berlin 2013: Bücher, Schokolade, Technik


Berlin - Was ist Weihnachten in Deutschland: Besinnlichkeit oder Konsumschlacht? Von beidem ein bisschen - zumindest, wenn man die Ergebnisse einer Umfrage der Beratungsfirma Deloitte zugrunde legt, um die Frage zu beantworten. Der sogenannte Xmas Survey des Unternehmens für 2014 kommt zu dem Ergebnis, dass die Deutschen für Geschenke, Essen und andere Aktivitäten wie Restaurantbesuche insgesamt 437 Euro ausgeben wollen.

Damit liege die Ausgabenbereitschaft der Deutschen noch immer auf "hohem Niveau" befinden die Wirtschaftsprüfer. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Betrag lediglich um 3,2 Prozent zurückgegangen. Deloitte glaubt, dass das leichte Minus bereits eine Reaktion auf die erwartete konjunkturelle Eintrübung sei, da die wirtschaftlichen Aussichten "deutlich pessimistischer bewertet" würden. Die aktuelle Lage bewerten die deutschen Konsumenten der Umfrage zufolge hingegen weiter positiv.

Das durchschnittliche Budget der Deutschen für Geschenke beläuft sich demnach auf 266 Euro. Die Kriterien, nach denen die Gaben ausgewählt werden, zeigt aber auch, dass die Geschenke nicht nur Konsumgelüste befriedigen sollen: Besonders bei Geschenken für Kinder werde darauf geachtet, dass diese "traditionell und pädagogisch wertvoll" seien. Das gelte etwa für Bücher und Spiele.

Dass Weihnachten in der Bundesrepublik für viele Menschen auch eine Zeit der Besinnlichkeit bleibt, kann man auch am Lieblingsgeschenk der Deutschen ablesen: Bücher belegen nach wie vor Platz eins mit 41 Prozent. Auch Schokolade (26 Prozent), Kosmetika und Parfüms (24 Prozent) sowie Gutscheine (24 Prozent) werden gern verschenkt.

Klare Unterschiede bei den Weihnachtswünschen gibt es zwischen Frauen und Männern: Während sich Frauen - wie das Gesamtergebnis nahelegt - mehrheitlich am liebsten Bücher wünschen (55 Prozent), wünschen sich Männer am liebsten Bargeld (40 Prozent). Männer zeigen der Studie zufolge außerdem auch großes Interesse an Unterhaltungselektronik.

Die Deloitte-Umfrage beruht nach Firmenangaben auf Aussagen von insgesamt rund 17.300 Menschen in 17 Ländern. In Deutschland wurden 1785 Konsumenten befragt.

bos/AFP

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insgesamt 22 Beiträge
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RogerRabit1962 29.10.2014
1. Wenn Bücher auf Platz 1 liegen
dann profitiert hauptsächlich wieder mal Amazon. Chapeau Jeff Bezos, das hätte niemand mal gedacht, wie schnell das gewachsen ist.
ironische_butterfliege 29.10.2014
2.
"Im Vergleich zum Vorjahr ist der Betrag lediglich um 3,2 Prozent zurückgegangen." Lediglich? Ein Rückgang um 3,2 % lediglich? Dazu muss man wohl auch noch die Inflation rechnen, dann sind wir bei 4,x %
kuchenjohnny 29.10.2014
3. Immer gib ihm!
Ich werde weit weniger ausgeben und mich nicht von den Einflüsterungsversuchen der Medien beeinflussen lassen. In meiner Familie ist es Mode geworden, kleine Geschenke selbst zu basteln, Plätzchen zu backen und Konfitüre zu kochen - als verwöhnter Mitteleuropäer hat man sowieso ziemlich alles, was man braucht. Und falls man etwas wirklich braucht, empfiehlt es sich, diese Sache ausgiebig zu recherchieren und am Ende selbst zu kaufen.
Kenntauer 29.10.2014
4. Armes Land
Ich plane das Verteilen von Geschenken zu Weihnachten in einem Wert von 6.452 Euro. Und bekomme dafür Geschenke im Werte von 7.327 Euro zurück. :-)
Sibylle1969 29.10.2014
5. Bei uns gibts keine Weihnachtsgeschenke
Stattdessen zum Geburtstag was größeres. Spart eine Menge Stress, kann ich nur empfehlen.
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