Weihnachtsbaumgeschäft So kauft Deutschland seine Tannen

Jedes Jahr werden in Deutschland fast 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft, Tendenz steigend: Der Trend geht zum Zweitbaum. Der Markt in Grafiken.

Erntehelfer stapeln Nordmanntannen in Nordrhein-Westfalen
DPA

Erntehelfer stapeln Nordmanntannen in Nordrhein-Westfalen


Jahr für Jahr steigt die Zahl der verkauften Weihnachtsbäume weiter an: Im vergangenen Jahr waren es 29,5 Millionen - ein Zuwachs von 23 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Der Trend - so hat der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger festgestellt - geht zum zweiten Baum, für Garten, Terrasse oder Balkon.

Vor allem heimische Produzenten können sich dieses Jahr auf ein dickes Geschäft freuen: Wurden 2015 noch 2,5 Millionen Tannen importiert, sank die Zahl der Bäume aus dem Ausland vergangenes Jahr weiter auf 2,38 Millionen, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen.

Nordrhein-Westfalen dominiert dieses Jahr den Verkauf in Deutschland mit 330 Hektar Anzuchtfläche für Christbäume. Das ist fast die Hälfte der Gesamtfläche, auf der hierzulande rund 200 Betriebe Weihnachtsbäumen ziehen. Tannenbäume aus dem Ausland stammen zum weitaus größten Teil aus Dänemark. Die Grafik von SPIEGEL ONLINE und Statista zeigt, wer vom Geschäft für Weihnachtsbäume profitiert:

Weihnachtsbaumgrafik
statista/SPIEGEL ONLINE

Weihnachtsbaumgrafik

In den vergangenen Jahren setzten die Baumverkäufer in Deutschland Schätzungen zufolge rund 700 Millionen Euro um.

Aber wo kaufen die Deutschen ihr Tannengrün am liebsten? Bemerkenswert: Der Trend zum Online-Shopping hat das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen bislang nicht erreicht. Am beliebtesten sind die Stände der Händler in den Städten. Von dort holen sich fast ein Drittel der Verbraucher ihren Baum nach Hause. Erzeugerhöfe und Baumärkte folgen dicht auf. Im Internet ordert weniger als ein Prozent.

So kurz das Leben der Tannen im heimischen Wohnzimmer auch ist, die Weihnachtsbaum-Produzenten brauchen Geduld zur Aufzucht - und viel Geschick. Das nötige Saatgut wird von Bäumen in bis zu 60 Meter Höhe von Hand gepflückt. Danach stehen die Sämlinge zwei Jahre im Saatbeet einer Baumschule, werden für zwei weitere Jahre in ein neues Beet verpflanzt und wechseln dann in die Erde des endgültigen Weihnachtsbaumquartiers. Dort braucht ein Baum für zwei Meter Höhe nochmal bis zu zehn Jahre. 80 Arbeitsstunden kommen so für einen Hektar Tannenbaumwald zusammen.

Die CO2-Bilanz immerhin scheint recht gut zu sein. Laut dem Bundesverband der Tannenbaumanbauer haben Forstexperten ermittelt, dass auf einem Hektar einer Weihnachtsbaumkultur bis zu 145 Tonnen Kohlendioxid gebunden werden.

kig

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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
dr.eldontyrell 29.11.2017
1. Made my day!
"Die Tendenz geht zum Zweitbaum" Tränen gelacht.
Ezechiel 29.11.2017
2.
Zitat von dr.eldontyrell"Die Tendenz geht zum Zweitbaum" Tränen gelacht.
Ich lache mit. Was für ein Stuss.
yoerc_mueller 29.11.2017
3. ♪♪
Mir [ Rentner ] sind die Dinger zu teuer.
micromiller 29.11.2017
4. Jesus und der Wehnachtsmann
sind sicherlich entsetzt, was die lieben Hirten den Glaubensschafen so alles als schön, lieb und heilig vermitteln. Jedes ernsthafte Glied der Grünen Front sollte laut protestieren...
panzerknacker 51 29.11.2017
5. Kurze Lebensdauer?
Muß nicht sein. Mein letzter Baum (lebend/nicht abgesägt) hat immerhin fünf Jahre überdauert. Von Ende Januar bis Anfang Dezember auf dem Balkon; Dezember und Januar geschmückt in der Wohnung. Dieses Jahr gibt es einen neuen, für die nächsten fünf Jahre.
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