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Nachhaltigkeit: Rent a Tannenbaum

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DPA

Christbaum: Nachhaltiges Weihnachten

Jedes Jahr zu Weihnachten werden Millionen Tannenbäume gefällt. Dabei gibt es im Zeitalter von Share Economy und Nachhaltigkeit längst bessere Lösungen. Einige Ideen für ein klimafreundliches Fest.

Fällen, schmücken, wegschmeißen: Für nachhaltig gesinnte Menschen ist es äußerst fragwürdig, so mit Bäumen umzugehen. Aber Weihnachten ohne Christbaum? Unvorstellbar für die meisten.

Immer mehr Start-ups entwickeln aus diesem Problem inzwischen Geschäftskonzept. Ein Beispiel: die Drei-Mann-Firma Happy Tree. Ihre Nordmanntannen stammen von einer Baumschule in den Niederlanden. Für die Weihnachtszeit werden die Bäume aus der Erde geholt und in einen Topf gepflanzt. Nach Weihnachten kommen sie zurück in die Erde.

Im vergangenen Jahr verlieh Happy Tree 400 lebendige Bäume in Köln und Düsseldorf. In diesem Jahr sollen es schon 3000 in zwölf deutschen Städten sein, darunter auch Hamburg, Bremen und Hannover. Dreiviertel der Bäume hätten das im vergangenen Jahr gut überstanden, sagt Gründer Sebastian Schönfeld.

In den USA, Großbritannien und der Schweiz kann man Weihnachtsbäume im Topf schon länger mieten. In Deutschland macht dieses Konzept nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger unter den etwa 23 Millionen Christbäumen bisher nur einen verschwindend geringen Anteil aus.

Was Sie beachten sollten

Der Umgang mit den lebenden Tannen will indes gelernt sein. "Man kann den im Topf schnell zugrunde richten", sagt ein Sprecher des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger. Zu viel Wärme und zu wenig Wasser bekommen ihm gar nicht. Das Fatale: "Man sieht nicht, wenn der Baum vertrocknet. Die Nadeln bleiben grün und verwelken nicht", sagt Rudolf Fenner von der Umweltorganisation Robin Wood.

Auch der plötzliche Temperaturwechsel kann den Tannen zu schaffen machen. Wenn es kalt wird, gehen sie in Winterruhe. Doch im warmen Wohnzimmer wird der Winter sozusagen unterbrochen, und die Knospen bereiten sich darauf vor zu treiben. Zurück in der Kälte können sie dann erfrieren.

Die Baumschule Scholz im niedersächsischen Bad Zwischenahn hat dafür bereits eine Lösung gefunden. Dort werden die Bäume behutsam auf den Temperaturwechsel vorbereitet: 150 Nordmanntannen kommen einige Tage in eine Halle - zum Aufwärmen fürs Wohnzimmer.

1,25 bis 2,25 Meter messen die lebendigen Mietbäume. Die Kunden in Bremen, Oldenburg und der Region können die Bäume in diesem Jahr erstmals liefern und später wieder abholen lassen. Damit die Tannen die Zeit im Topf überstehen, müssen sie vorher regelmäßig umgepflanzt werden. Dadurch entstehen Feinwurzeln, mit denen sie später wieder anwachsen.

Die Baumschule Scholz wiegt ihre Wandertannen nach den Feiertagen vorsichtig zurück in den Winterschlaf: Sie kommen in eine Halle, wo nach und nach die Temperatur gesenkt wird. Erst dann kommen sie wieder nach draußen, wo sie sich in der Erde zwei Jahre lang erholen sollen.

Was nachhaltige Christbäume kosten

Der Aufwand hat seinen Preis: 44 bis 79 Euro zahlen Kunden je nach Größe für eine Wandertanne, bei Happy Tree sind es 65 bis 80 Euro.

Doch ein gutes Gewissen ist auch für kleines Geld zu haben. Stefan Adler vom Naturschutzbund Deutschland rät, sich seinen eigenen Baum im Topf zu ziehen, am besten eine heimische Fichte. Die kann man dann im Topf in den Garten pflanzen und nur über Weihnachten ins Haus holen. Der Vorteil: Die Wurzeln werden nicht beschädigt und der Baum wird nicht ganz so groß. Allerdings braucht man dafür ein paar Jahre Geduld - zumindest, wenn der Weihnachtsbaum Zimmerhöhe haben soll.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Quatsch
mischamai 15.12.2015
Diese Bäume werden extra für das Fest angepflanzt.Bei der Dichte müssten diese sowieso ausgedünnt werden.Weiter werden immer wieder neue Bäumchen nachgepflanzt.
2.
antilobby 15.12.2015
Wenn man bedenkt, wieviel Treibstoff für das Hin- und Herfahren der lebendigen Bäumen verwendet werden, während das Verrotten der schnellwachsenden, einjährigen Weihnachtsbäume CO2-neutral ist, kann man nur zum Schluss kommen dass wieder einem gelungen ist seine Geschäftsidee grün anzustreichen.
3. Umweltschutz
Mikrohirn 15.12.2015
geeenau, liebe Kinder, genau so geht der! Transport, Heizhallen, durch Christbaumkulturen dem richtigen, nachhaltigen Wald Flächen entziehen, darauf ordentlich Dünger und Pestizide... aber Menno, 'schwill doch halt so jerne 'n Weihnachtsbaum. Und Umweltschutz ist dann morgen. Oder halt nein! Da will 'sch ja...
4.
stephan0603 15.12.2015
Ob es nachhaltig ist einen Tannenbaum quer durch Deutschland zu transportieren und wieder nach Dänemark zurück möchte ich stark bezweifeln. Der nachhaltigste Baum ist der aus der Region der nach Weihnachten zur Wärmeerzeugung verwendet wird.
5. Ökologische Gesamtbilanz sehr fragwürdig
andjessi 15.12.2015
Allein durch den zusätzlichen Rücktransport samt Lagerung wird die ökologische Rechnung nicht aufgehen. Der "normale" Weihnachtsbaum wird zentral durch den lokalen Entsorger abgeholt, dient verbrannt als Energiequelle oder wird zu kompost. Das ist doch schon sehr ökologisch.
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