Hamburg - Nach eigenen Angaben will
George Clooney die Welt verbessern: Als überzeugter Kriegsgegner und Uno-Botschafter setzt er in seinen Rollen und bei öffentlichen Auftritten politische Statements und
engagiert sich für die Unabhängigkeit Südsudans. Gleichzeit tritt der Frauenschwarm als Werbefigur für Nestlés
Edelkaffeemarke "Nespresso" auf - deswegen bekommt er jetzt Ärger.
Die Schweizer Organisation "Solidar Suisse" kritisiert in der Parodie des bekannten Nespresso-Werbespots Clooneys Engagement für den Konzern. Im Original verlässt Clooney mit einer großen Einkaufstüte einen Nespresso-Shop - als ihn plötzlich ein herabfallendes Klavier zu erschlagen droht. Im nächsten Moment steht er vor Gott - gespielt von John Malkovich - und macht mit ihm einen Deal. Gegen die exklusiven Kaffeekapseln bekommt er sein Leben zurück.
Im "Geheimen Clooney-Spot, den Nespresso verbieten will" von Solidar Suisse schafft es ein ähnlich graumeliertes Clooney-Double, dem stürzenden Piano auszuweichen - um kurz darauf von einem Nespresso-Schild getroffen zu werden. Erst auf den Kopf, dann in die Weichteile. Dazu tönt eine Stimme aus dem Off: "Sorry George, so fühlt es sich an, wenn man als Kaffeepflücker ausgebeutet wird." Nespresso sei einer der teuersten Kaffees, "aber leider immer noch nicht fair gehandelt".
Mit dem Spot will Solidar Suisse den sozial engagierte Clooney dazu bringen, Druck auf Nestlé auszuüben. "Trotz aktueller hoher Weltmarktpreise profitieren die Kaffee produzierenden Kleinbauern kaum vom Boom", sagt die Schweizer Organisation. Nestlé, als einer der größten Kaffeehändler der Welt, solle sein gesamtes Sortiment auf fair gehandelten Kaffee umstellen.
E-Mail an den Schauspieler
Auf ihrer Homepage fordert "Solidar Suisse" die Nutzer auf, eine E-Mail an George Clooney zu senden: "Entweder fair gehandelter Kaffee oder kein George Clooney mehr in den Nespresso-Werbespots". Bislang sollen den Schauspieler auf dieser Weise nach Angaben der Organisation mehr als 13.000 Mails erreicht haben. Das YouTube-Video wurde bislang fast 100.000 Mal geklickt und wird in sozialen Netzwerken fleißig weitergeleitet.
In Deutschland zahlt man etwa dreißig Cent pro Nespresso-Kapsel; die Produkte haben sich zu einem Statussymbol entwickelt und werden in gestylten Nespresso-Boutiquen offeriert. Schon vor etwa einem Jahr stand Nestlé in der Kritik von Naturschützern: Umweltaktivisten hatten kritisiert, dass der Konzern zur Produktion der Kitkat-Schokoriegel Palmöl aus Indonesien nutzt - und dadurch Orang-Utans den Lebensraum raubt.
kpa
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