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Werbung beim Wort genommen: Urlaub auf Pump? Wo liegt denn das?

Urlaub könnte so schön sein! Wenn da nicht diese Reisebüros wären... Wissen nicht einmal, wo Pump liegt. Dabei machen sie selbst überall Werbung für dieses ominöse Reiseziel. Buchautor Hinrich Lührssen ist verwirrt.

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Urlaub auf Pump: "Das ist in Kroatien, glaube ich"

Wie wäre es mal mit Urlaub? Faul am Strand liegen, die Seele baumeln lassen. Das Leben als Dauertester ist ziemlich anstrengend, da wäre eine Erholungspause mehr als berechtigt. Einen ganz heißen Tipp für die angeblich schönsten Wochen des Jahres habe ich auch schon: Pump.

Noch nie gehört? Es muss irgendwo in der Südsee liegen, ein wahres Paradies zu niedrigen Preisen. Urlaub auf Pump: "Heute buchen, morgen reisen, übermorgen zahlen", lese ich in einem Reisekatalog. Einen tollen Urlaub verspricht auch diese Schlagzeile: "Neckermann macht's auf Pump möglich".

Und auch TUI bietet "Urlaub auf Pump". Da will ich unbedingt hin.

Flughafen Bremen, der Schalter eines örtlichen Reisebüros. Mein erster Versuch, den Ort meiner Träume zu erreichen.

"Hast du schon mal was gehört von Pump?"

"Guten Tag, man hört ja jetzt viel von Pump. Können Sie mir da weiterhelfen?"

"Pump? Noch nie gehört", antwortet die junge Frau im grauen Kostüm hinter dem Schalter.

"Das haben Sie noch nie gehört?", vergewissere ich mich. "Sagt mir nichts", wiederholt sie, greift dann aber zum Telefonhörer, um eine Kollegin im Reisebüro anzurufen: "Hast du schon mal was gehört von Pump? Soll das neue In-Ziel überhaupt sein... Weiß nicht, wo das sein soll... Habe ich noch nie gehört. Ja, das beruhigt mich, wenn du das auch nicht weißt. Alles klar, ich danke dir."

Sie schüttelt mit dem Kopf. "Oder Raten. Haben Sie da was im Angebot?" - "Raten???", kommt als Gegenfrage. Wieder schüttelt sie hilflos mit dem Kopf. "Nein, wo soll denn das sein?"

Dabei will ich mich diesem neuen Urlaubstrend unverzüglich anschließen. Urlaub auf Pump - sonst nichts! Doch wo ist das eigentlich? Nächster Versuch, dieses Mal in einem Reisebüro in der Bremer Innenstadt.

"Geschrieben wird es P-U-M-P", versuche ich dem zweiköpfigen Bedienungspersonal auf die geistigen Sprünge zu helfen. "Nur mit Flug oder mit Hotel?", kommt als Standardfrage.

"Gerne mit Hotel, wenn Sie es denn finden!", antworte ich und wiederhole mich: "Da reden doch im Moment alle drüber." Urlaub auf Pump - ich würde aus dieser Formulierung schließen, dass es sich dabei um eine Insel handelt. Sie blättern eifrig Kataloge durch, sie surfen im Internet, leider ohne Ergebnis.

Auch im nächsten Reisebüro kann mir die nette Bedienungskraft zunächst nicht weiterhelfen. "Das ist in Kroatien, glaube ich", lautet ihre erste Vermutung. Ihre Kollegin tippt eher auf Puerto Rico: "Meinen Sie Pump Bay? Das liegt bei St. Kitts." Wieder nichts.

Am Ende des Tages verzichte ich auf meinen Urlaub auf Pump und habe damit immerhin viel Geld gespart.

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insgesamt 46 Beiträge
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1. Über die Verhältnisse
atzigen 15.05.2011
Zitat von sysopUrlaub könnte so schön sein! Wenn da nicht diese Reisebüros wären... Wissen nicht einmal, wo Pump liegt. Dabei machen sie selbst überall Werbung für dieses ominöse Reiseziel. Buchautor Hinrich Lührssen ist verwirrt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,754611,00.html
Ja ja Urlaub und weis der Kukuk was noch auf gepumptem Geld. Geld von den Banken und aus der Notenpresse. Der Konsument wundert sich hinterher wenn die Wirtschaft in die Binsen geht. Natürlich haben dann alle hinterher längst vergessen das zu viele bereitwillig bei diesem Spiel mitgezogen haben. Bei etwas mehr Standhaftigkeit der Konsumenten wäre so manche Wirtschaftskrise vermeidbar. Bankster durch entsprechendes verhalten heranzüchten und sich hinterher über diese Spezies aufregen zeugt von erheblicher Schizophrenie = Persönlichkeitsspaltung. So ein Mindestmaß an Ökonomischer Grundausbildung gehört an die allgemeinen Volksschulen, auch gegen den Willen der Wirtschaftslobbyisten.
2. Gott sei Dank
n.holgerson 15.05.2011
Nur noch zwei mal.... Dann ist diese Buchwerbung endlich vorbei... Wie schon mehrfach geschrieben, empfinde ich diese Serie für SpiegleOnline als peinlich... Hat eigentlich jemand Vorschläge welches Buch hier als nächstes vermarktet wird? Aber ich dachte zumindest, diese wöchentliche Werbung sei an sich schon unterirdisch... Wurde aber eines besseren belehrt... Heute habe ich mich zusammengerissen und diese Buchwerbung einmal durchgelesen... Wie gesagt, ich dachte es kann nicht mehr schlechter werden.. Aber so irrt man sich.. Ich persönlich freue mich eigentlich nur auf die User, die sich hier outen werden und behaupten sie finden dies "lustig"... Klar, kann man ausblenden, dass es sich um eine billige Buchwerbung handelt und selbstverständlich muss man sich nicht die ganze Zeit frage, ob SpiegelOnline jetzt komplett jedes Anspruch denken verloren hat.... Also, wer dies alles macht und zum Ergebnis kommt, dass war "lustig"... der soll es bitte schreiben... Wie gesagt, ich bin der Letzte der anderen vorschreiben möchte, was sie als "lustig" einzuordnen haben. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sich über das Niveau keine Gedanken machen muss... Und ich zumindest, habe ein ziemlich eindeutiges Bild von jemanden der dies als "lustig" empfindet...
3. Jo
VPolitologeV, 15.05.2011
Endlich ein erträglicher Artikel von Lührssen zum Thema "Werbung beim Wort genommen".
4.
Skeptiker1964 15.05.2011
Es ist zutiefst bedauerlich, das das ehemalige Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" durch die "Artikel" des "Autors" Hinrich Lührssen, der durch die Themenreihe "Werbung beim Wort genommen" sein drittklassiges Buch vermarkten möchte, seine weltweite Reputation demontiert. Eine Aneinanderreihung nichtlustiger Comedyaktionen, die vor über 10 Jahren bereits im Privatfernsehen liefen, und schon damals nichtlustig waren. Rudolf Augstein würde sich im Grabe umdrehen - ach, was sage ich - er würde rotieren, wenn er sehen könnte, was aus seinem "Sturmgeschütz der Demokratie" geworden ist. Was habe ich oben geschrieben ? Bedauerlich ? Armselig ist es !
5. ...
motormouth 15.05.2011
Zitat von Skeptiker1964Es ist zutiefst bedauerlich, das das ehemalige Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" durch die "Artikel" des "Autors" Hinrich Lührssen, der durch die Themenreihe "Werbung beim Wort genommen" sein drittklassiges Buch vermarkten möchte, seine weltweite Reputation demontiert. Eine Aneinanderreihung nichtlustiger Comedyaktionen, die vor über 10 Jahren bereits im Privatfernsehen liefen, und schon damals nichtlustig waren. Rudolf Augstein würde sich im Grabe umdrehen - ach, was sage ich - er würde rotieren, wenn er sehen könnte, was aus seinem "Sturmgeschütz der Demokratie" geworden ist. Was habe ich oben geschrieben ? Bedauerlich ? Armselig ist es !
Andererseits frage ich mich, ob es nicht vielleicht ein genialischer Akt vom SPON ist, den Autor auf diese Weise vorzufuhren und zu entblößen?!
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