"Glen" ist schottisch Whisky aus Schwaben verliert Namensstreit

Ein nahe Stuttgart gebrannter Whisky hat den Streit um den Namen "Glen" verloren. Das Landgericht Hamburg folgte der Argumentation der schottischen Whisky-Produzenten.

Eine Flasche "Glen Buchenbach" (Archivbild)
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Eine Flasche "Glen Buchenbach" (Archivbild)


Der deutsche Whisky "Glen Buchenbach" muss sich umbenennen. Mit dem Namensbestandteil "Glen" werde die besonders geschützte geografische Angabe für schottischen Whisky beeinträchtigt, urteilte das Landgericht Hamburg einem Gerichtssprecher zufolge. Es folgte damit der Argumentation der schottischen Whisky-Produzenten, die eine Verwechslungsgefahr mit ihren Produkten sahen.

Der schottische Whisky-Verband SWA hatte gegen das Produkt der Waldhornbrennerei in Berglen bei Stuttgart geklagt. Er sah eine unzulässige indirekte Verwendung der geschützten geografischen Angabe "Scotch Whisky". Das Wort "Glen" wecke eine Assoziation mit Schottland und schottischem Whiskey, fand der Verband.

"Glen" kommt aus dem Gälischen und bedeutet so viel wie "schmales Tal". Etwa ein Viertel der Scotch-Whisky-Destillen sind nach dem jeweiligen Glen benannt.

Auch das Landgericht befand, dass die meisten Whiskys in Europa mit dem Namensteil "Glen" schottischen Ursprungs seien. Durch die EU-Spirituosenverordnung werde nicht allein die direkte Verwendung der geografischen Herkunftsbezeichnung geschützt, sondern auch angrenzende irreführende Bezeichnungen. Dabei sei auf das einzelne Wort abzustellen, nicht auf den Gesamteindruck des Produkts.

Klarstellende Hinweise auf der Verpackung zur Herkunft seien nicht ausreichend, teilte das Landgericht mit. Die schwäbische Brennerei hatte stets betont, dass neben der Bezeichnung "Glen Buchenbach" außerdem "Swabian Single Malt Whisky" und "Hergestellt in den Berglen" auf dem Etikett stehe.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte den Fall (Rechtssache C44/17) im Juni vergangenen Jahres an die deutsche Justiz zurückgegeben.

kko/dpa



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