Wirtschaftskrise Energieverbrauch sinkt auf Niveau der siebziger Jahre

Die Wirtschaftskrise hat Folgen für den Energieverbrauch. Er war in diesem Jahr so niedrig wie seit Anfang der siebziger Jahre nicht mehr. Besonders der Bedarf an Steinkohle sank. Grund dafür ist die niedrige Nachfrage der Eisen- und Stahlindustrie.

Steinkohlehalde in Bottrop: Verbrauch besonders stark gesunken
dapd

Steinkohlehalde in Bottrop: Verbrauch besonders stark gesunken


Köln/Berlin - Die Wirtschaftkrise lässt den Energieverbrauch der Deutschen sinken: In diesem Jahr ist er auf den tiefsten Stand seit fast 40 Jahren gefallen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurden 6,5 Prozent weniger Primärenergie genutzt als 2008, wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) am Montag in Köln mitteilte. Das erreichte Niveau sei das niedrigste seit Anfang der siebziger Jahre.

Unter Primärenergie versteht man jene Energie, die in natürlichen Formen wie Kohle, Gas oder Wind steckt. Davon unterschieden wird die Sekundärenergie, die etwa als Kraftstoff, Kohlenbrikett oder Strom beim Verbraucher ankommt. Die AGEB wird von vier großen Energieverbänden und drei Forschungsinstituten getragen.

Der Anteil erneuerbarer Energien stieg innerhalb eines Jahres von 8,2 auf 9 Prozent. Die Atomkraft deckte rund 11 Prozent des gesamten Bedarfs.

Besonders stark, um 18 Prozent, sank der Verbrauch von Steinkohle - auf 50,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE). Dies spiegele den geringeren Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie wider, hieß es. Insgesamt ermittelte die AGEB für 2009 einen Verbrauch von 453 Millionen Tonnen SKE. Wichtigster Energieträger blieb mit einem Anteil von 34,6 Prozent am Energiemix das Mineralöl, dessen Verbrauch in diesem Jahr um 5,8 Prozent zurückging.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) führt den rückläufigen Energieverbrauch auf die Rezession zurück. "Bei einem Anspringen der Wirtschaft wird der Energiebedarf wieder ansteigen", sagte er in Berlin. Es sei wichtig, über mehr Effizienz und Energiesparen den Verbrauch weiter zu begrenzen.

fro/dpa

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