Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Adidas, Nike, Puma: Greenpeace findet Gift in WM-Kollektionen

Adidas-Ausrüstung: WM-Ball enthielt pro Kilo 20 Milligramm Nonylphenole Zur Großansicht
DPA

Adidas-Ausrüstung: WM-Ball enthielt pro Kilo 20 Milligramm Nonylphenole

Gesundheitsschädliche Chemikalien in Fußballschuhen, Shirts und Torwarthandschuhen: Greenpeace hat mehr als 30 Produkte der WM-Kollektionen von Adidas, Nike und Puma getestet - fast alle waren belastet. Die Hersteller sehen keine Gefahr für Verbraucher.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat giftige Chemikalien in Fußballschuhen, Shirts und Torwarthandschuhen nachgewiesen. Betroffen ist Sportausrüstung für die Fußball-Weltmeisterschaft aus den Häusern Adidas, Nike und Puma.

Fast alle der 33 getesteten Produkte der aktuellen WM-Kollektionen waren mit gesundheitsschädlichen Nonylphenolen oder auch perfluorierten Chemikalien belastet. Ein Adidas-Fußballschuh der Linie "Predator" kam auf einen Spitzenwert von 14,5 Mikrogramm an giftiger Perfluoroctansäure (PFOA) pro Quadratmeter. Selbst der untersuchte Adidas-WM-Ball "Brazuca" enthielt pro Kilo 20 Milligramm der hormonell wirksamen Nonylphenole.

Die Untersuchung ist Teil der Detox-Kampagne. Greenpeace startete diese 2011, um auf die schädliche Wirkung von Risiko-Chemikalien aufmerksam zu machen. 20 Textilhersteller, darunter die drei Sportausrüster, verpflichteten sich damals, bis 2020 auf Risiko-Chemikalien zu verzichten.

Besonders Adidas steht in der Kritik

Die Kritik der Umweltschützer zielt im Besonderen auf Adidas: Der Konzern aus Herzogenaurach war 2011 als Detox-Pionier gestartet, verschanze sich aber inzwischen nur noch hinter "leeren Papierversprechen", so Greenpeace.

Die drei Sportausrüster verwiesen dagegen auf die Sicherheit ihrer Produkte. Eine Gefahr für Verbraucher bestehe nicht, die Befunde lägen weit unterhalb gesetzlicher Vorgaben und Meldepflichten. Grenzwerte gibt es für viele der Risiko-Chemikalien allerdings noch nicht. Norwegen ist das erste Land, das auf die potentielle Gefahr reagiert hat: Ab Juni dürfen dort keine Textilien mehr verkauft werden, die über ein Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter enthalten.

juh

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. du Scheiße auch - die WM ist verloren
TomTheViking 18.05.2014
Selbst der untersuchte Adidas-WM-Ball "Brazuca" enthielt pro Kilo 20 Milligramm der hormonell wirksamen Nonylphenole Und ich weiß wer schuld am schlechten Abschneiden bei der WM haben wird. Greenpeace mit ihrer sektenhaften Erkenntnislehre. Werden unsere Rasengladiatoren jetzt impotent? Oder schlimmer - wachsen denen Brüste und alle sehen hinterher aus wie Conchita Wurst? Wer mag denn jetzt noch auf solch einen Ball eindreschen. Du kannst den Ballerköppen jetzt zehnmal erklären das Grennpeace schon immer nur dummes Zeug schrieb. Die Jungs werden nackt und barfuss auflaufen und jede Ballberührung auf peinlichste vermeiden.
2. Irreführung und Panikmache oder Aufklärung?
DrWimmer 18.05.2014
Zitat von sysopDPAGesundheitsschädliche Chemikalien in Fußballschuhen, Shirts und Torwarthandschuhen: Greenpeace hat mehr als 30 Produkte der WM-Kollektionen von Adidas, Nike und Puma getestet - fast alle waren belastet. Die Hersteller sehen keine Gefahr für Verbraucher. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/wm-kollektionen-von-adidas-nike-puma-giftige-chemikalien-gefunden-a-970056.html
In den vergangenen Jahren haben Greenpeace und Magazine wie ÖkoTest immer wieder mit Schadstofffunden groß aufgemacht. Leider sagt das nur gar nichts über die Gefährdung von Verbrauchern aus und dient oft allein der Förderung der Spendenbereitschaft und der Auflage des o. g. Magazins. Denn meistens wird unterschlagen oder nur ganz nebenbei abgehandelt, dass die gefundenen Mengen zumindest unterhalb zulässiger Grenzwerte lagen oder sogar wirklich nur äußerst gering waren. Das Problem: Mit den heutigen Messmethoden kann man ein Stück Würfelzucker im Bodensee nachweisen. Ist der deshalb ein Problem? Nein. Das moralisch dann oft stark klingende "Grenzwerte sind egal! Das gehört da einfach gar nicht rein!" ist allein aufgrund feinster Messmethoden unmöglich zu halten. Dem Verbraucher und dem Gesetzgeber wäre also mehr geholfen, wenn weniger auf effektheischenden Alarmismus gesetzt werden würde und Spendensammel-Konzerne und auf Auflage angewiesene Magazine nicht als höchste Verbraucherschutz-Instanz wahrgenommen werden würden. Leider versagt hier der Staat und kommt seinen Pflichten nur sehr sparsam nach. Das gilt bei Produktkontrollen genauso wie in der Gastronomie, der Nahrungsmittelindustrie usw. usf. Es ist eine Schande! Trotzdem darf man Greenpeace, Öko Test & Co. auch nicht einfach auf den Leim gehen. Die profitieren auch nur gerne rein wirtschaftlich von Industriefeindlichkeit und Angst, betreiben ihr Geschäft auch nicht (mehr) nur aus reiner Natur- und Nächstenliebe. Da sind handfeste wirtschaftliche Interessen im Spiel und die wollen nicht, dass Menschen angstfrei leben. Da wird dann auch gerne schonmal übertriebene Unsicherheit geschürt. Also: Auch wenns von Greenpeace & Co kommt: Lieber selbst nochmal nachprüfen, Grenzwerte googeln, Dinge hinterfragen und selbst denken, statt sich vorschnell verunsichern zu lassen!
3. oh chott to chott
michael_heer 18.05.2014
Wieviel GIFT steckt in meinem Toilettenpapier? Wie belastet sind die Tomaten aus regionaler Produktion? Darf ich ohne hormonelle Vergiftungsgefahr an meinem Daumen lutschen? Wieviel Brustwachstumspotential steckt in Äpfeln? Alle diese Fragen belasten meinen Alltag! Greenpeace hilf!!!
4.
ichsagemal 18.05.2014
... hurra, wir leben noch. Schon verblüffend, was man finden kann, wenn man was sucht => hoch leben die Luxusprobleme der saturierten Welt; die weniger ,satten` haben andere Probleme.
5.
ichsagemal 18.05.2014
...@3 oh chott to chott: Greenpeace wäre schon noch ne Steigerung. Aber wenn es Ihnen wir mir um eine Krönung geht>dann sollten wir die EU-Burokraten drauf ansetzen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr dazu im SPIEGEL

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: